Karl Emerich
Hirt darf
als
beispielhaft
dafür
gelten, daß
Vita und
Werk eines
Schriftstellers
durchaus
indirekt
proportional
sein können.
Einem
Lebenslauf
ohne
Sensationen
und Affären
steht
nämlich eine
recht
gehaltvolle
Bibliographie
gegenüber.
Troppau,
Wien, Graz
und Bielitz
waren die
wichtigsten
Stationen
des Lebens,
ehe ihn
seine
berufliche
Laufbahn
nach
Innsbruck
führter. In
Troppau
geboren,
studierte er
in Wien und
Graz und
wandte sich
dem
Bankwesen
zu. Seine
berufliche
Karriere
brachte ihm
verschiedene
Verwendungen
in leitender
Stellung ein
(in Troppau,
Innsbruck
und Wien),
und als
Direktor der
Österreichisch-Ungarischen
Bank in
Innsbruck
konnte er
schließlich
in den
Ruhestand
treten.
Etwa zu
Beginn des
Ersten
Weltkriegs
begann er
schriftstellerisch
zu wirken
und
profilierte
sich vor
allem als
Epiker und
Lyriker. Als
Kunstkritiker
gehörte er
zu den
Mitarbeitern
der
„Innsbrucker Nachrichten“. Dabei bediente er sich der Pseudonyme Nemesius und
Austriacus
sowie der
Abbreviatur
K.E.H.
Thematisch
und nach dem
geistigen
Gehalt
dominieren
in Hirts
Dichtungen
seine
Bekenntnisse
zur Frömmigkeit
und zur
Friedenssehnsucht.
Gläubigkeit
und
Frömmigkeit
als ethische
Ausgangsposition
seine
sprachliche
Gestaltungskraft
kommen
bereits in
seinem
Erstlingswerk
(„Der
Heereszug
Gottes“)
unverkennbar
zum
Ausdruck.
Dann wendet
er sich dem
Ersten
Weltkrieg zu
und
begleitet
den Leser,
poetisch
reflektierend,
voll
Hoffnung und
Zuversicht
durch die Düsternis
des
Geschehens.
(„Wer für
den Nächsten
stirbt, dem
schreitet
Gott
entgegen!“)
Bald setzt
der
Umschwung
ein – an den
Fronten und
in der
Darstellung
des
Dichters.
Verzweifeltes
Ringen,
Zusammenbruch,
Triumph der
Sieger –
auch in der
literarischen
Reflexion,
Karl Emerich
Hirts
Beitrag zur
Bewältigung
einer
ungeheuerlichen
Thematik und
Problematik.
Es folgen
Werke mit
recht
unterschiedlichem
Inhalt, doch
bleibt der
Autor stets
sich selbst
und seiner
österreichisch-vaterländischen
Gesinnung
treu.
Werke: Der Heereszug Gottes (Epos, 1908, 4. Aufl. 1921); Pfingsten (eine
Bergandacht,
1916); Gott
bleibt
Sieger (Ged.,
1920);
Contessa
Hekuba
(Novelle,
1925); Albin
Egger-Lienz
(Künstlermonographie,
1925);
Menschen aus
Österreich
(Novellen,
1937);
Botschaft
des Lebens
(Roman,
1942);
Gloria in
dolore
(Novelle,
1948);
Goethe und
die
polnische
Viktusza
(Novelle,
1948);
Vollendete
Wege
(Novellen,
1960).
Lit.: Josef Walter König, Das
Schrifttum
des
Ostsudetenlandes;
Wolfratshausen,
1964. –
Wilhelm
Kosch,
Deutsches
Literaturlexikon;
Bern und
München,
1979.
Josef Walter
König