Bis 1945
konnte man
am
Predigerhaus
der St.
Peter- und
Paul-Kirche,
dem ältesten
Gotteshaus
in Stettin,
auf einer
Gedenktafel
lesen: „Hier
wurde der
Pommerndichter
Hans
Hoffmann am
27. Juli
1848
geboren“.
Sein Vater,
Albert
Hoffmann,
war Prediger
an dieser
Kirche
gewesen,
seine Mutter
entstammte
der
westfälischen
Familie
Gröning, die
im 17.
Jahrhundert
nach Pommern
eingewandert
war.
Hoffmanns
Jugenderinnerungen
Aus
jungen Tagen
schildern
Kindheit und
Schulzeit in
Stettin. Das
Abitur legte
der Autor
mit nur
mäßigem
Erfolg am
Marienstiftsgymnasium
ab, trotz
der
Bemühungen
seines
Musiklehrers
Carl Loewe,
der ihn
durch die
Musik zu
größerem
Eifer
anspornen
wollte. 1866
begann er
ein Studium
der
Philologie,
zunächst in
Bonn, dann
in Berlin
und wurde
schließlich
als erster
Student im
neuen
Deutschen
Reich 1871
an der
Universität
in Halle mit
einer
Abhandlung
über
Lachmanns
Liedertheorie
des
Nibelungenliedes
zum Dr. phil.
promoviert.
Im selben
Jahr bestand
Hoffmann
auch die
Oberlehrerprüfung.
Ab 1872 war
er als
Gymnasiallehrer
am
Stadtgymnasium
in Stettin
tätig, ging
dann aber
bald als
Hauslehrer
zu einer
befreundeten
Familie nach
Rom. Dieser
Aufenthalt
wurde für
ihn, den
späteren
Literaten,
aufgrund
dort
geknüpfter
vielseitiger
Verbindungen
mit jungen
Gelehrten
und
Künstlern
zum
eindrucksvollsten
Erlebnis in
seinem
Leben. Über
Sizilien und
Griechenland
kehrte er
nach Pommern
zurück und
kam als
Probekandidat
an das
Stolper
Gymnasium,
sodann an
Gymnasien in
Danzig und
Berlin. Da
ihn der
Schuldienst
aber nicht
sonderlich
begeisterte,
unterbrach
er diesen
immer wieder
durch
längere
Aufenthalte
in Rom,
Griechenland
und auch
Norwegen,
wozu ihm
eine kleine
Erbschaft
von seiner
Großmutter
verhalf. Es
war nicht
das Lehramt
als solches,
das ihm zu
schaffen
machte, eine
„noble
Lehrtätigkeit“
hätte ihm
zugesagt,
jedoch nicht
„die endlose
Wiederholerei
und das
Einpauken“.
Im Jahre
1879 zog
sich
Hoffmann vom
Lehramt
zurück und
widmete sich
nun als
freier
Schriftsteller
ausschließlich
der
Literatur.
Nach
anfänglichen
Schwierigkeiten
setzte er
sich langsam
durch. 1882
nahm er
seinen
Wohnsitz in
Berlin. Die
Aufenthaltsorte
der
folgenden
Jahre waren
Freiburg/Breisgau,
Bozen und
Potsdam.
1882
heiratete
Hoffmann
Margarete
Wichgraf,
Tochter des
Geheimen
Regierungsrats
August
Wichgraf in
Potsdam. Aus
dieser Ehe
gingen drei
Söhne und
eine Tochter
hervor. Von
1884 bis
1886 leitete
Hoffmann als
Chefredakteur
die
Deutsche
Illustrierte
Zeitung.
Doch mußte
er aus
dieser
Tätigkeit
wegen
Meinungsverschiedenheiten
ausscheiden,
als er sich
der Aufnahme
eines Romans
von Nataly
von
Eschstruth
widersetzte.
Er zog, nun
wieder als
freier
Schriftsteller,
1894 nach
Wernigerode,
wo er ein
glückliches
Familienleben
führte, bis
ihn der jähe
Tod seiner
Frau
wiederum zu
einem
Ortswechsel
zwang. 1902
berief man
ihn zum
Generalsekretär
der
Deutschen
Schillerstiftung
in Weimar.
Durch diese
Tätigkeit
wurde
Hoffmann
endlich von
seiner
inneren
Ruhelosigkeit
befreit, er
wurde
seßhaft.
In
zahlreichen
seiner
Romane, in
Erzählungen
und Novellen
lebt die
Landschaft
Pommerns und
seiner
Menschen
fort, auch
besonders
seine Frau,
die er in
vielen
seiner
Frauengestalten
verewigt
hat. In
seinem Werk
werden die
Pommern als
heimattreu
und
bodenständig
geschildert,
ausgestattet
mit einem
feinen
hintergründigen
Humor. Aber
auch
Hoffmanns
Erlebnisse
und
Eindrücke in
der
südlichen
Landschaft
sind für
viele seiner
Werke
bestimmend
geworden. In
den drei
großen
geschichtlichen
Romanen wird
das Stettin
des 17.
Jahrhunderts
und das
Preußen vor
der Erhebung
1813
geschildert.
Es sind dies
heute noch
lebendige
Dokumente
vergangener
deutscher
Stadtgeschichte
und Kultur.
In der
Gesamtheit
seines
Schaffens
erweist sich
Hoffmann als
Nachfolger
der großen
Talente des
poetischen
Realismus,
reicht aber
trotz
zahlreicher
Parallelen
auch in
seinen
besten
Werken nicht
an sie
heran. Man
kann ihn
jedoch nicht
als Epigonen
bezeichnen,
denn stets
zeigt sich
eine
selbständige,
prägende
Individualität.
Hoffmann ist
vorwiegend
Novellist,
der seine
Stoffe mit
Vorliebe in
der eigenen
Heimat
sucht. Seine
frühen
Novellen
verknüpfen
auf
humoristische,
fast
satirische
Weise
impressionistische
Wiedergaben
von
Naturstimmen
mit exakten
Schilderungen
menschlicher
Geschicke.
Seine
humoristische
Seite tritt
besonders in
den
Schulgeschichten
hervor, wo
er launige
Erinnerungen
an seine
eigenen
Lehrerjahre
am Stolper
Gymnasium
wiedergibt.
Hans
Hoffmann
gehört zu
den
Dichtern,
die erst
spät reif
geworden
sind. Sein
von ihm
verehrter
und ihm auch
wesensverwandter
Dichter-Kollege
war
Gottfried
Keller. Für
ihn, den
bodenständigen
Pommern war
die
Umwälzung
innerhalb
der
deutschen
Literatur am
Ende des 19.
Jahrhunderts
eine
Tragödie, er
war kein
Revolutionär
und auch
nicht
flexibel
genug, neue
Stilrichtungen
einschlagen
zu können,
so stand er
innerhalb
der
Dichterwelt
zwischen den
Alten und
den Jungen.
In seinem
Talent und
seinem
Schaffen
vielfach
verkannt,
ist er auch
von den
damaligen
journalistischen
Fachblättern
kaum
beachtet
worden.
Hoffmanns
bekannteste
Werke sind:
Wilhelm
Raabe,
letzte
Fassung um
1906
erschienen,
Das neue
Rathaus,
eine
Geschichte
aus
Hinterpommern,
Tante
Fritzchen,
Der eiserne
Rittmeister,
der 1. Band
erschien
1900,
Landsturm,
1903,
Wieder den
Kurfürsten,
1. Band
1906. Er
verfaßte
drei größere
Romane und
ungefähr 50
Novellen,
außerdem
veröffentlichte
er eine
Gedichtsammlung.
Hans
Hoffmann war
– so Max
Guhlke in
der
Pommerschen
Literaturgeschichte
– ein
„echter,
rechter
Pommer und
Heimatdichter!“
Lit.:
Neue
Deutsche
Biographie,
Bd. 9
(1972), S.
419 f.
SYMBOL 150
\f "Times
New Roman
CE" \s 10
Pommersche
Lebensbilder
II, 1936, S.
233 f.
SYMBOL 150
\f "Times
New Roman
CE" \s 10
Hoffmann,
Dietrich:
Der
Pommerndichter
Hans
Hoffmann
(1848-1909)
in: Pommern,
1984, S. 22
f.
Ilse
Gudden-Lüddeke