Das
Gesamtwerk
Robert
Hohlbaums
ist zu
umfangreich
und
vielschichtig,
als daß
die wertende
Literaturgeschichtsschreibung
bereits ein
allgemeingültiges
oder gar
endgültiges
Urteil hätte
fällen
können.
Trotzdem
bezeichnet
ihn der im
allgemeinen
recht
kritisch
eingestellte
Literarhistoriker
Arno Lubos
in seiner
„Geschichte
der
Literatur
Schlesiens“,
II. Band,
als den
bekanntesten
sudeten-schlesischen
Schriftsteller,
der „sich
seine
Volkstümlichkeit
durch sein
Deutschbewußtsein“
und „den
Rang im
Kreise der
‚höheren‘
Literatur
durch seine
zahlreichen
geschichtlichen
und
kulturgeschichtlichen
Romane“
erworben
hat.
Reinhard
Pozorny
bescheinigt
ihm eine
„integere
Gesinnung“.
Der
Kulturhistoriker
Paul
Brückner,
ein
Landsmann
Hohlbaums,
erklärt
dessen
besonders
stark
entwickeltes
deutschnationales
Bewußtsein
aus der
ständigen
Konfrontation
des
Grenzlanddeutschen
mit den
nationalen
Gegensätzen
und sieht in
seinem
künstlerischen
Wollen
ebenso wie
Wilhelm
Formann
idealistische
Züge,
gespeist aus
dem Wissen
um die Werte
deutscher
Kultur, die
man
verteidigen
müsse.
Robert
Hohlbaum
wurde am 28.
August 1886
in der
sudetenschlesischen
Bezirksstadt
Jägerndorf
als Sohn
eines
Fabrikanten
geboren,
konnte also
seinen
eigenen
Geburtstag
im Gedenken
an den
Geburtstag
Goethes
feiern. Nach
dem
Schulbesuch
in
Jägerndorf
und Troppau
studierte er
an den
Universitäten
Graz und
Wien
Germanistik
und
Geschichte
und trat als
Dr. phil.
und
Bibliothekar
in den
Dienst der
Wiener
Universitätsbibliothek.
Als
Reserveoffizier
nahm er am
l. Weltkrieg
teil, u. a.
an den
Kämpfen an
der Piave.
Inzwischen
hatte er
begonnen,
sich
schriftstellerisch
zu
betätigen,
wurde
nebenbei
Mitarbeiter
der
„Muskete“,
Feuilletonist
beim „Wiener
Mittag“ und
Korrespondierendes
Mitglied der
Akademie der
Wissenschaften
(Deutsche
Karls-Universität
Prag). Sein
Beruf als
Bibliothekar
führte ihn
1937 erst
nach
Duisburg und
dann nach
Weimar
(Thüringische
Landesbibliothek),
wo er jedoch
1944 wegen
politischer
Differenzen
abgelöst
wurde. Nach
Überwindung
vielfältiger
Nachkriegsschwierigkeiten
konnte er in
Henndorf am
Wallersee
(Salzburg)
Fuß fassen
und siedelte
schließlich
nach Graz
über, das er
bereits aus
seiner
Studentenzeit
kannte. Dort
starb er am
4. Februar
1955 und
wurde auf
dem
Petersfriedhof
beigesetzt.
An
Auszeichnungen
für sein
literarisches
Schaffen
erhielt
Robert
Hohlbaum u.a.
1921 den
Bauernfeld-Preis,
1944 den
Kulturpreis
der Stadt
Troppau,
1951 den
Adalbert-Stifter-Literatur-Preis
für
heimatvertriebene
Schriftsteller
und 1952 den
„Rosenring“
des
Österreichischen
Künstlerbundes.
Postum wurde
ihm ein
Namensstein
in der
Dichtersteinanlage
von
Offenhausen
(OÖ)
gewidmet.
Thematisch
herrschen in
Hohlbaums
Dichtungen
patriotisch
wirkungsvolle
geschichtliche
Ereignisse
oder aber
bestimmte
Repräsentanten
des
deutschen
Kultur
Schaffens
vor, unter
ihnen neben
Goethe
manche
Größen der
deutschen
Musikszene.
Der
literarischen
Gattung nach
dominieren
die epischen
Werke vor
Lyrik und
Dramatik.
Werke:
Schauspiele:
Gewitter im
Vormärz;
Lombardische
Nacht
(Trag.,
1938);
Patroklos
(Trag.,
1943).
Gedichtbände:
Aus
Sturm-und
Sonnentagen
(1908);
Deutsche
Gedichte
(1916); Über
alles in der
Welt (1921);
Deutschland
(1923);
Vaterland
(1923);
Helles
Abendlied
(1941);
Balladen vom
Geist
(1943); Von
den kleinen
Dingen
(1943); Des
reifsten
Weines
später Segen
(1967).
Romane:
Österreicher
(1914); Das
Vorspiel
(1918); Die
Amouren des
Magisters
Döderlein
(1920); Der
wilde
Christian
(1921);
Grenzland
(1921);
Zukunft
(1922);
Trilogie
Frühlingssturm:
Die deutsche
Passion
(1924), Der
Weg nach
Emmaus
(1925), Die
Pfingsten
von Weimar
(1926), 1940
erschienen
mit den
Titeln
Charfreitag,
Der Gang
nach Emmaus,
Pfingsten in
Weimar; Das
klingende
Gift (1927);
Die Raben
des
Kyffhäuser
(1927); Das
Paradies und
die Schlange
(1928);
Trilogie
Volk und
Mann: König
Volk (1931),
Der Mann aus
dem Chaos
(1933) bzw.
mit dem
neuen Titel
Finale in
Moskau
(1952),
Stein
(1934); Mein
Leben
(Autobiographie,
1936);
Zweikampf um
Deutschland
(1936);
Grillparzer
(Biographie,
1938); Die
stumme
Schlacht
(1939);
Prinz Eugen
(1939); Das
letzte
Gefecht
(1943);
Front der
Herzen
(1944);
Tedeum
(1950);
Sonnenspektrum
(1951);
Jesus-Legende
(1951);
Hellas
(1951); Der
Zauberstab
(1954); Der
König von
Österreich
(1956). –
Erzählungen
und
Novellen:
Der ewige
Lenzkampf
(1912), als
Umarbeitung
unter dem
Titel Die
Prager
(1936) und
Die Prager
Studenten
(1942);
Unsterbliche
(1919);
Fallbeil und
Reifrock
(1921),
Neuauflage
unter dem
Titel Zepter
und
Ziegenhainer;
Eichendorff
(1922);
Himmlisches
Orchester
(1923); Von
ewiger Kunst
(1923); Der
Frühlingswalter
(1924); Die
Herrgotts-Symphonie
(1925);
Sänger und
Könige
(1929);
Getrennt
marschieren
(1935); Der
Held von
Kolberg
(1935); Die
Flucht in
den Krieg
(1937); Aus
der
Sagenwelt
der Donau
(1937); Wien
und das
Niederdonauland
(1939); Der
Kurfürst
(1939);
Heroische
Rheinreise
(1941); Die
Königsparade
(1942);
Symphonie in
drei Sätzen
(1943); Der
Herbst des
Grafen von
Avricourt
(1943); Die
lustigen
Weiber
(1954); Der
Heiratsvermittler
(1954) –
Abendland
(Epos in
Stanzen,
Manuskript
im Nachlaß).
Lit.:
Wilhelm
Formann:
Sudetendeutsche
Dichtung
heute.
München,
1961; –
Walter
König: Das
Schrifttum
des
Ostsudetenlandes.
Wolfratshausen,
1964; Arno
Lubos:
Geschichte
der
Literatur
Schlesiens,
II. Band.
München,
1967. Josef
Mühlberger:
Geschichte
der
deutschen
Literatur in
Böhmen
1900-1939,
München
1981.
Josef Walter
König