Die Igelström
sind
ursprünglich
ein
schwedisches
Geschlecht,
das im 17.
Jahrhundert
nach Livland
gelangte und
sich
vollkommen
deutsch-baltischer
kultureller
Tradition
anschloß. Im
18.
Jahrhundert
wurden sie
Mitglieder
der est- und
livländischen
Ritterschaft,
hatten dort
entsprechenden
Landbesitz.
1739 wurde
die Familie
in den
polnischen
Freiherrenstand
erhoben, und
1792 wurden
sie
Reichsgrafen
des Heiligen
Römischen
Reiches
Deutscher
Nation.
Die Familie
Igelström
hatte engste
Beziehungen
nach Polen,
wo sie
zumeist auch
als
Offiziere
Dienst
taten. Es
mag daran
gelegen
haben, daß
sie im
Grenzbereich
zu Polen
ihre Besitze
hatten. Otto
Heinrich von
Igelström
trat als
19jähriger
allerdings
in russische
militärische
Dienste und
wurde nach
einer
schnellen
Karriere
bereits im
Jahre 1766
dem
russischen
Gesandten in
Warschau,
dem Fürsten
Repnin, als
militärischer
Berater
zugeteilt.
Insofern
wurde der
polnischen
Tradition
der Familie
Igelström
hier
Rechnung getragen.
Doch bald,
im Jahre
1769, wurde
Igelström
im
Türkenkrieg
tätig und
war ein
Protegee des
Fürsten
Potemkin und
wurde von
diesem sehr
gefördert.
1776 bis
1784 wurde
Igelström
zum
Kommandeur
der
Petersburger
Division
ernannt, die
die
wichtigste
Division im
gesamten
Ostseeraum
darstellte,
sogleich
auch zum
Mitglied des
Kriegskollegiums
in
Petersburg.
1784 wurde
er
schließlich
Befehlshaber
auf der wo
er den
seinerzeit
bekannten
Kahn
Sagin-Girej
gefangennahm.
Sehr typisch
für die Zeit
Katharinas
II. war im
übrigen, daß
die hohen
Verwaltungsbeamten
zumeist
Militärs
waren. Auch
die
Diplomaten,
vornehmlich
in Polen,
waren zur
Zeit
Katharinas
zumeist
Militärs.
Igelström
wurde 1784
auch noch
Statthalter
von Simbirsk
und Ufa. Er
blieb dies
bis zum
Jahre 1786,
und während
des erneuten
Türkenkrieges
brachte er
es fertig,
mit
militärischen
Mitteln dort
Ruhe zu
bewahren.
Bei den
unruhigen
Zeiten war
das für die
Kaiserin
äußerst
wichtig.
Igelström
wurde
schließlich
Korpskommandeur
in Finnland
und 1792
Statthalter
von Pleskau
und
Smolensk,
1893 auch
von Kiew und
Cernigov. In
Jahre 1794
löste er
schließlich
den
Deutsch-Balten
Graf Jakob
Johann von
Sievers als
Gesandter in
Warschau ab.
Katharina
II. hoffte,
daß
Igelström
härter in
Polen
durchgreifen
würde als
Sievers.
Doch
Igelström
wurde von
den
Aufständischen
überrascht
und konnte
nur geringe
Truppen
retten. Er
fiel bei der
Kaiserin in
Úngnade und
wurde aus
Warschau
abberufen,
aber unter
dem Zaren
Paul noch
einmal zum
Kriegsgouverneur
von Orenburg
ernannt.
1798 ging er
in Pension
und hat noch
25 Jahre
gelebt, bis
er I823 auf
seinem
seinerzeit
geschenkten
Besitz
Garsden in
Litauen
starb.
Verheiratet
war
Igelström
mit der
Polin
Honorata
Stempkowska.
Diese war
zuvor mit
dem Grafen
Zaluska und
dem Fürsten
Lubomirskij
verheiratet
gewesen.
Auch hier
wird noch
einmal der
Grenzbereich
dieses
schwedischen
Deutsch-Balten,
in
russischen
Diensten
stehenden,
zum
Polnischen
neigenden
Mannes
deutlich.
Unter rein
nationalen
Kriterien
kann man
diese
Charakter
des 18.
Jahrhunderts
nicht
messen, das
in vielem
europäischer
zu nennen
ist als das
20. Der
Livländer
Otto
Heinrich
(Ossip
Andreevič)
Graf von
Igelström
gehörte zu
jenen hohen
Militärs,
diezur Zeit
Katharinas
II. als
Verwaltungsbeamte
und
Diplomaten
die
Zentralisierungspolitik
der Zaren
durchgesetzt
haben. Sie
dokumentieren
darüber
hinaus ein
Stück
internationaler
östlicher
Gegebenheit,
deren
kultureller
Ausgangspunkt
immer noch
das Deutsche
war.
Lit.: Ernst Hermann, Geschichte des Russischen Staates, Gotha 1866. Alfons
Baron
Heyking, aus
Polens und
Kurlands
letzten
Tage.
Memoiren des
Baron
Heinrich
Heyking,
Berlin 1897.
Hubertus
Neuschäffer,
Katharina
II. und die
baltischen
Provinzen,
Hannover
1975.
Hubertus
Neuschäffer