Der in Bromberg geborene
Schriftsteller
A.E. Johann
vollendet 3.
September
1986 sein
85.
Lebensjahr.
Als
rastloser
Weltreisender
durch alle
Kontinente
fesselt er
mit seinen
erlebnisreichen
Schilderungen.
Als
Sohn eines
preußischen
Beamten
wurde A.E.
Johann am 3.
September
1901 in
Bromberg
geboren und
erlebte hier
seine
Jugendjahre.
Johann
besuchte das
Realgymnasium
in Bromberg
und nahm
Ende des
Ersten
Weltkrieges
als
Kriegsfreiwilliger
an diesem
und an
Freikorps-
und
Grenzschutzkämpfen
teil. In
Berlin
studierte er
Theologie,
Geographie
und
Soziologie,
machte eine
Banklehre
durch und
wurde Buch-
und
Wirtschaftsprüfer.
Nach kurzer
Zeit in
Berlin gab
er seinen
Beruf auf
und seiner
steten
Sehnsucht,
die weite
Welt
kennenzulernen,
nach. Er
wanderte als
landwirtschaftlicher
Arbeiter
nach Kanada
aus. Von
dort kamen
seine ersten
Reiseberichte
für die „Vossische
Zeitung“ in
Berlin. Es
folgten
ausgedehnte
Reisen in
viele – ja,
man kann
sagen in
alle – Länder
der Welt. In
den letzten
Jahren hat
sich A.E.
Johann auf
Nordamerika
„spezialisiert“,
wie wir es
von seinen
Buchtiteln
ablesen
können.
„Seit 1927
bin ich in
Nordamerika
unterwegs,
für kürzere
oder längere
Zeit, auch
für ganze
Jahre und zu
allen
Jahreszeiten.
Stets von neuem wurde ich
geradezu
magisch
angezogen
von der
unvergleichlichen
Schönheit,
Vielfalt und
Großartigkeit
seiner
Landschaft –
und von den
verwirrenden
Widersprüchen,
Ungereimtheiten
in der
amerikanischen
Vergangenheit
und
Gegenwart.“
Über seine
Art der
Darstellung
sagte A.E.
Johann zu
einem
Reporter der
Berliner
Zeitung:
„Ich
schreibe
nicht aus
formalen
Gründen,
sondern um
Inhalt
mitzuteilen.
Daher lehne
ich
Manierismen
ab. Ich
erzähle
nicht für
mich, nicht
für die
Kritik, auch
nicht für –
die
Ewigkeit.
Sondern für
Leser, die
bereit sind,
für ein Buch
von Johann
25 Mark
auszugeben.“
A. E.
Johanns
Erzählkunst
ist einfach
unbeschreiblich.
Wie fesselt
er mit
seiner
Romantrilogie
„Im Strom“,
von den
ersten
Kindheitserinnerungen
des Hans
Radmacher in
Bromberg
über die
bezaubernde
Liebesgeschichte
mit Susanne
bis zu der
mit allen
Höhen und
Tiefen
versehenen
Zeit in
Kanada. Wie
inhaltsreich
sind „Das
große Buch
von der
Erde“ und
die Trilogie
„Schneesturm
– Weiße
Sonne –
Steppenwind“.
A.E. Johann hat bisher
mehr als
sechzig Bücher
in einer
Gesamtauflage
von mehreren
Millionen
geschrieben.
Erwähnt
werden
müssen hier
auch seine
Übersetzungen
(Gwen
Bristow:
„Die noble
Straße“,
Bryan
MacMahon:
„Kinder der
Morgenröte“)
und seine
nahezu
unzählbaren
Zeitungs-
und
Zeitschriftenaufsätze.
Alles in
allem eine
unvorstellbare
Leistung! Zu
den neuesten
Werken zählt
die
großartige
Romantrilogie
„Ans dunkle
Ufer“,
„Wälder
jenseits der
Wälder“ und
„Hinter den
Bergen das
Meer“. Mit
„Am Ende ein
Anfang“ hat
er den Roman
für seine
ost- und
westpreußischen
Landsleute
geschrieben.
„Die Leute
von Babentin“,
die
Biographie
eines
deutschen
Dorfes von
1945 bis in
unsere Tage,
ist ebenso
spannend zu
lesen wie
„Das Haus am
Huronensee“,
die
Geschichte
einer Liebe,
und „Bis ans
Ende der
Ewigkeit“,
Liebesgeschichten
aus aller
Welt. Mit
dem Roman
„Südwest –
ein
afrikanischer
Traum“ hat
der beliebte
Autor
neuerdings
seine Leser
erfreut, und
1985
erschien
sein
Amerika-Roman
„Hinter
amerikanischen
Gardinen“.
So wie A. E.
Johann
zeitlebens
Elefanten,
die grauen
Riesen aus
den Steppen
Afrikas und
den
Dschungeln
Asiens,
faszinierten,
so zieht uns
sein Buch
„Elefanten,
Elefanten“
in den Bann,
uns, die wir
Elefanten
nur aus den
Zoologischen
Gärten
„kennen“, es
sind
Aufzeichnungen
eines
Liebhabers
für andere
Liebhaber“,
wie das
Elefantenbuch
treffend im
Untertitel
heißt. Im
Jahre 1969
erhielt A.E.
Johann den
Marienburg-Preis
der
Landsmannschaft
Westpreußen.
Bei der
Preisverleihung
sprach Ihr
bekannte
Schriftsteller
zum Thema
„Heimat und
Heimweh“ und
sagte u.a.:
„Bis an
unser
Lebensende
und von
Geschlecht
zu
Geschlecht
fortwirkend,
sollten wir
Ostdeutschen
uns von
niemand das
Recht
bestreiten
lassen, uns
unserer
wunderbaren
verlorenen
Heimat mit
nie endender
Sehnsucht,
Trauer und
Liebe, mit
nie endendem
Heimweh zu
erinnern.“
A.E. Johann wohnt in
Dedelsdorf,
in der Lüneburger
Heide, wo er
in der
Stille der
Natur die
Ruhe zum
Schreiben
findet.
Wilfried
Samel (1986)