Pommern war
geteilt, als
Herzog
Johann
Friedrich
nach dem Tod
seines
Vaters 1560
die
Herrschaft
Pommern-Wolgast
antrat. Er
war im
Wolgaster
Schloß zur
Welt
gekommen,
ältester
Sohn des
Herzogs
Philipp I.
und dessen
Gemahlin
Maria aus
sächsischem
Herrscherhaus.
Herzog
Philipp hat
viel
Sorgfalt auf
die
Erziehung
seiner acht
noch
lebenden
Kinder
verwandt,
dabei
bedeutende
Männer wie
Bugenhagen
und
Melanchthon
zu Rate
gezogen und
die drei
ältesten
Söhne auf
der 1456
gegründeten
pommerschen
Universität
Greifswald
studieren
lassen.
Schon 1556
war Johann
Friedrich
das Amt des
ersten
weltlichen
Bischofs von
Cammin
zugefallen,
das er bis
1574 führte
und das nach
ihm stets
Mitglieder
des
Herzoghauses
inne hatten.
Während sich
aber seine
Brüder mit
dem
eingesetzten
Regierungsrat
um die
Verwaltung
von
Pommern-Wolgast
bemühten,
trat der
junge Herzog
in
kaiserliche
Dienste und
wurde
Fähnrich der
Reichshoffahne
gegen die
Türken.
Seine
ständige
Geldnot,
(zumindest)
mitbedingt
durch die
Notwendigkeit,
am
kaiserlichen
Hof
standesgemäß
auftreten zu
können,
zwang ihn
einmal sogar
zu einer
Anleihe beim
Stettiner
Bankhaus
Loitz, den
pommerschen
Fuggern. In
Wien
erreicht er
die
kaiserliche
Belehnung
mit seinem
Land und
kehrte Ende
1566 in die
Heimat
zurück. Er
übernahm
wieder sein
Camminer
Stift und
begann in
Köslin den
Bau eines
stattlichen
Schlosses.
Als 1569
sein
Großonkel
Barnim IX.
ohne
männliche
Erben auf
die
Herrschaft
Pommern-Stettin
verzichtete,
übernahm
Herzog
Johann
Friedrich,
nun 27 Jahre
alt,
zunächst
zusammen mit
seinem
Bruder
Barnim,
diesen
Landesteil.
Auch die
Stettiner
bekamen bald
das
Anspruchsvolle
des neuen
Herrn zu
spüren,
zumal sein
Bruder bald
auf das
Mitregieren
verzichtete
und sein
Großonkel
Barnim, 1573
verstorben,
nicht mehr
hemmend
eingreifen
konnte.
Schon 1569
war Johann
Friedrichs
Vermählung
mit der
damals
achtjährigen
Erdmute,
Tochter des
Kurfürsten
Johann Georg
von
Brandenburg,
vereinbart
und die
umfangreichen
Hochzeitsfeierlichkeiten
geplant
worden, für
die dann
Stettins
Bürger
aufkommen
mußten. Der
Herzog hatte
sich in Wien
an Maßstäbe
gewöhnt, die
er auf seine
Hofhaltung
übertragen
wollte. So
wurde der
alte
Herzogsitz
durch
teilweisen
Abriß und
Neubau zu
einer
Großbaustelle;
selbst die
Hochzeit
mußte bis
zum Februar
1577
verschoben
werden, um
das Ende
aller
Bauarbeiten
abzuwarten.
Noch heute
tragen Teile
des
Schlosses
den
Renaissance-Stempel
seines
herzoglichen
Bauwillens.
Vielfach
waren auch
die
Bemühungen
des Herzogs
um die
Verbesserung
der äußeren
Sicherheit
des Landes,
denn er
hatte 1563
den
abenteuerlichen
Durchzug des
Herzogs von
Braunschweig
mit seinen
Söldnern
nach Osten
erlebt, dem
Pommern
nichts
entgegenzusetzen
hatte, da
keine
entsprechenden
Vorkehrungen
bestanden,
die hätten
wirksam
werden
können. Fast
unbegreiflich
war damals
alles noch
einigermaßen
glimpflich
verlaufen,
doch die
Angst der
Menschen war
geblieben.
Solche
Sicherheitsmaßnahmen
kosten immer
Geld, alle
wehrten
sich, die
dafür zahlen
sollten. Der
Herzog
kämpfte aber
auch um eine
ihm gemäße
Hofhaltung,
die
Stettiner
Bürger um
ihre
Freiheiten
als Handels-
und
Hafenstadt
an der
schiffbaren
Oder mit
einem
riesigen
Hinterland,
das sich
über Warthe
und Netze
auch weit
nach Osten
erstreckte.
Ein
langwieriger
Handelskrieg
mit
Frankfurt/Oder
um Rechte
und
Privilegien
wurde
Gegenstand
eines
Verfahrens
vor dem
Reichskammergericht,
belastete
alle daran
Beteiligten
und wurde
erst lange
nach des
Herzogs Tod
entschieden.
Ein ganz
schwerer
Schlag aber
traf das
Land und den
Herzog mit
dem
Zusammenbruch
des großen
Handels- und
Bankhauses
Loitz, durch
den viele
Bürgen –
meist
Grundbesitzer
und alte
Familien –
schweren
Schaden
nahmen. Mit
all diesen
Schwierigkeiten
– auch der
friedliche
Erbausgleich
mit seinen
Geschwistern
sei erwähnt
– mußte der
stolze,
ehrgeizige
und
kunstsinnige
Herzog
fertig
werden, der
im Volk
wenig
beliebt war,
aber zu den
bedeutenden
Vertretern
des
Greifen-Geschlechts
gehört, das
schon 1637
erlöschen
sollte.
Mitten in
vielerlei,
zum Teil
noch
schwebenden
Auseinandersetzungen
starb Herzog
Johann
Friedrich
ohne eigene
Nachkommen
bei einem
Besuch im
Schloß
Wolgast,
seiner
Geburtsstätte,
im 58.
Lebensjahr.
Seine Witwe
Erdmute
überlebte
ihn in Stolp
um 23 Jahre.
Beide ruhen
in der
Fürstengruft
der
Stettiner
Schloßkirche,
die Johann
Friedrich
hatte
ausbauen
lassen.
Lit.:
Martin
Wehrmann:
Geschichte
der Stadt
Stettin,
Stettin:
Leon
Sauniers
Buchhandlung
1911. –
Chronik der
Stadt
Stettin
1849, bearb.
nach
Urkunden und
den
bewährtesten
historischen
Nachrichten
von Fr.
Thiede
Stettin:
Vlg. von
Ferdinand
Müller 1849.
– Martin
Wehrmann:
Geschichte
von Pommern,
2. Band,
Gotha:
Perthes
1921.