Thomas Jordanus wurde als
Sohn des
Johann
Jordan in
Klausenburg
(heute
Cluj-Napoca,
Rumänien)
geboren. Als
Geburtsjahr
wurde von
seinen
Biographen
seit 1740
einstimmig
das Jahr
1539
angegeben.
Erst 1976
fand sich in
einer Bibel
seines
Vaters eine
Eintragung,
die als
Geburtsjahr
1540 angibt.
Thomas
Jordanus
besuchte das
Gymnasium in
Klausenburg.
Von 1555 bis
1565
studierte
er, der
damaligen
Sitte
entsprechend,
an
zahlreichen
Universitäten
(Peregrinatio
academica).
So
inskribierte
er am 23.
November
1555 in
Wittenberg,
wo er
Philosophie
und Medizin
studierte,
danach in
Paris, wo er
zusätzlich
auch
Geschichte
und
Mathematik
studierte
und
Vorlesungen
bei den
berühmten
Professoren
Ludovicus
Duretus und
Jacobus
Goupylus
besuchte
(3,10). Am
1. Oktober
1561 schrieb
er sich in
Montpellier
in die
medizinische
Fakultät
ein, wurde
hier ein
Lieblingsschüler
des
Universitätskanzlers
Guilelmus
Rondelet und
lernte die
Begriffe der
Pestabwehr
bei dessen
Nachfolger
Laurentius
Joubert.
Jordanus
wurde 1562
in der
Hauptstadt
der Provinz
Dauphine, in
Valence, zum
Doktor der
Medizin
promoviert.
Trotzdem
besuchte er
weitere
Universitäten,
so 1562 in
Basel, wo er
in die
Behandlung
der Syphilis
eingeführt
wurde. Im
gleichen
Jahr soll er
auch in
Zürich bei
Konrad
Gesner
geweilt
haben, der
sein
Interesse
für
Heilpflanzen
und die
Balneologie
weckte. Am
23. Oktober
1562
inskribierte
er an der
Universität
von Padua.
Danach
finden wir
ihn in Pisa
und endlich,
im Februar
1564, in
Bologna, wo
er u.a.
mathematische
und
philosophische
Vorlesungen
bei Girolamo
Cardano
hörte. An
der
Universität
von Rom ist
er 1565
nachweisbar,
wo er bei
Bartholomäus
Eustachius
anatomischen
Unterricht
genoss.
Danach
finden wir
ihn an der
Wiener
Universität,
wo sein
Doktorat am
23. Januar
1566
bestätigt
wurde.
Kaiser
Maximilian
begann zu
dieser Zeit
mit den
Vorbereitungen
zu einem
Feldzug
gegen Sultan
Soliman II.
Thomas
Jordanus
wurde zum
Feldarzt des
kaiserlichen
Heeres
ernannt. Der
Vormarsch
der Türken
begann im
Frühjahr
1566, wurde
aber durch
die
Überschwemmungen
der Flüsse
Donau, Sau
und Dräu
aufgehalten.
Das etwa 60
000 Mann
starke
kaiserliche
Heer
sammelte
sich im
Lager von
Komorn. Hier
brach eine
neue Seuche
aus, die als
Lues
pannonica
oder Morbus
hungaricus
bezeichnet
wurde und
die sich
bald nach
Böhmen,
Österreich,
Deutschland,
Burgund,
Belgien und
Italien
ausbreitete.
Anfang
August 1566
ging
Jordanus ins
Feld ab und
beobachtete
die
Krankheit im
Lager von
Komorn und
Raab. Wie er
feststellte,
handelte es
sich bei der
Krankheit um
Flecktyphus.
Nach kurzem Aufenthalt in
Prag und
Karlsbad
ließ sich
Thomas
Jordanus
1569 in
Brunn
nieder. Hier
wurde er von
den
mährischen
Ständen zum
Protomedicus
der
Markgrafschaft
Mähren
ernannt.
1570 wurde
er in den
mährischen
Adelsstand
mit dem
Prädikat „z
Klauznburgku“
aufgenommen.
Nach dem 13.
Dezember
1577 brach
in Brunn
eine neue
Seuche aus,
befiel etwa
180 Personen
aus der
Stadt und
den
Vororten,
sowie viele
Ortsfremde;
sie ging von
einer
Bad-Stube
aus, wo die
Besucher
über
skarifizierten
Hautstellen
geschröpft
worden
waren,
wonach an
diesen
Stellen
große
Geschwüre
entstanden.
Jordanus
stellte
fest, daß es
sich um eine
extragenital
übertragene
Syphilis
handelte,
und die
Epidemie
erlosch, als
die Badstube
zu Ostern
1578 auf
seinen
Vorschlag
geschlossen
wurde.
Thomas Jordanus starb am
12. Februar
1585 und
wurde in der
Brünner
Minoritenkirche
beigesetzt.
Werke:
als
Neuausgabe:
Job.
Dubravii
Olomucensis
Episcopi
Historia
Boiemica a
Cl. Viro
Thoma
Jordano
Medico.
Basel 1575.
2. Auflage
Frankfurt
1687. –
De
aquis
medicatis
Moraviae
Commentariolus.
Frankfurt
1575.
2. Auflage
1586. –
Thomas
Jordani
medici
Pestis
phaenomena
seu de iis,
quae circa
febrem
pestilentem
apparent
Exercitatio.
Accedit
Bezoar
lapidie
Descriptio.
Frankfurt
1576. –
Brunno
Gallicus seu
Luis novae
in Mora-via
exortae
Descriptio.
Frankfurt
1577.
Weitere
Ausgaben
1580 und
1583. –
Jordana z
Klausenburgkie
Knij o
wodách
hogitedlnych
nep
teplicech
Morawskych.
Brunn 1581.
Es ist dies
das erste
Werk der
tschechischen
bal-neologischen
Literatur. –
Consilia
medica.
Frankfurt
1598.
–
Commentariolus
de aquis
medicatis in
genere.
Handschrift
in der
Universitätsbibliothek
Olmütz.
Lit.:
Paul Binder:
Ein
Buchdeckel
erzählt.
Karpaten
Rundschau
Nr. 44 vom
29. 10.
1976, S. 6.
– V. Bologa:
Contributii
la istoria
medicinii in
R. P. R.
Bucuresti
1955, S.
134. –
Costin
Fenesan: Ein
Sachse als
mährischer
Äskulap.
Karpaten
Rundschau
Nr. 32 vom
6. 8. 1976,
S. 6. –
Vilmos
Fraknoi:
Siebenbürger
in Padua.
Korrespondenzblatt
des Vereins
für
Siebenbürgische
Landeskunde
(1879), S.
74. . – G.
Gellner:
Thomas
Jordans
epidemiographische
Werke über
Lues
pannonia und
Morbus
brunnogallicus.
Medizinische
Zeitschrift
(Hermannstadt)
12 (1938),
S. 37. – A.
Hirsch:
Jordan,
Thomas,
Allgemeine
Deutsche
Biographie,
14. Band,
Leipzig
1881, S.
520. –
Arnold
Huttmann:
Die
Studierenden
aus
Siebenbürgen
und Ungarn
an der
Universität
Basel in den
Jahren
1460-1600.
Communicationes
ex
Bibliotheca
Historiae
Medicae
Hungarica
13. (1959),
S. 5. –
Arnold
Huttmann:
Grundzüge
einer
Medizingeschichte
Siebenbürgens.
Naturgeschichtliche
Forschungen
über
Siebenbürgen
I.
Siebenbürgisches
Archiv, Band
14,
Köln-Wien
1979, S.
130-132. –
Christian
Wilhelm
Kestner:
Medicinisches
Gelehrten-Lexicon.
Jena 1740.
Reprint
Hildesheim-New
York 1971,
S. 433. –
Aurel D.
Petrescu: In
secolul al
XVI-lea un
clujean-medic
de faima
europeana.
Magazin
istoric (Bucuresti),
Dezember
1976, S. 27.
– E. W
Rieppel:
Leonhard
Rauwolf,
Deutsche
medizin.
Wochenschrift
80. (1955),
S. 653. –
losif
Spielmann
und Arnold
Huttmann:
Blätter aus
der
Medizingeschichte
der
Siebenbürger
Sachsen. Die
Waage 7
(1968), S.
6l. . –
Josef
Trausen:
Schriftsteller
Lexikon oder
biographisch-literarische
Denk-Blätter
der
Siebenbürger
Deutschen.
2. Band,
Kronstadt
1870, S.
237.
Abb.:
Holzschnitt
1582
(Ausschnitt)
Arnold
Huttmann