Als Sohn
eines
wohlhabenden
Spirituosenfabrikanten
hatte Ernst
Kantorowicz
die
Möglichkeit,
in Berlin,
München und
Heidelberg,
ein
ausgiebiges
Studium der
Nationalökonomie
und der
Kameralistik
zu
betreiben.
1921 wurde
er mit einer
Arbeit über
das Wesen
der
muslimischen
Handwerkerverbände
promoviert.
Bereits 1922
habilitierte
er sich für
mittelalterliche
Geschichte.
Seine
wichtigsten
akademischen
Lehrer waren
Eberhard
Gothein und
Karl Hampe.
In
Heidelberg
schloß sich
Kantorowicz
dem
George-Kreis
an - eine
Tatsache,
die sich
nachhaltig
in seinem
Werk
bemerkbar
machte. Das
galt
insbesondere
für die
schnell zu
Berühmtheit
gelangte
Monographie
über Kaiser
Friedrich
II., die
1927
erschien und
rasch
mehrere
Auflagen
erreichte.
In diesem
Werk, dem
Unwissenschaftlichkeit
vorgeworfen
wurde und
das in der
führenden
Historischen
Zeitschrift
unter die
Rubrik
"Mythenschau"
eingeordnet
wurde,
spiegelt
sich die von
George
inspirierte
Wirkung auf
die Sprache
des
Verfassers
und dessen
Komposition
einer
Biographie.
Zur
Verblüffung
seiner
Gegner
publizierte
Kantorowicz
einige Jahre
später einen
Anmerkungsband,
der
gewissenhaft
belegte, daß
er aus den
Quellen
gearbeitet
hatte.
Seit 1932
hatte
Kantorowicz
in
Frankfurt/Main
eine
ordentliche
Professur
für
mittelalterliche
und
neuzeitliche
Geschichte
inne. 1934
wurde er
wegen seiner
jüdischen
Abstammung
aus dem
Hochschuldienst
entlassen.
Er
emigrierte
1938 nach
Oxford und
von dort
übersiedelte
er als
Dozent nach
Berkeley, wo
er 1945 eine
Professur
übernahm. Da
er aus
grundsätzlichen
Erwägungen
den
seinerzeit
geforderten
antikommunistischen
Loyalitätseid
nicht
leistete,
wurde er
1951 auch
hier
entlassen.
Das Institut
für Advanced
Study in
Princeton
erteilte ihm
im selben
Jahr einen
Ruf. Dort
blieb er bis
zu seinem
Lebensende
als Forscher
tätig.
Kantorowicz´
Forschungsinteressen
richteten
sich auf die
Grundlagen
des
mittelalterlichen
Herrschertums
und dessen
Ausdrucksformen,
was
Niederschlag
in Laudes
regiae
1946 und vor
allem in
The King´s
Two Bodies
1957 fand,
ein Werk,
das wegen
seiner
verfassungsgeschichtlichen
Essenz auch
in
Deutschland,
wenn auch
mit einiger
Verzögerung,
in einer
deutschen
Übersetzung
rezipiert
wurde.
Fernerhin
beschäftigten
ihn
grundsätzliche
Probleme der
Mediaevistik,
die er in
der von ihm
vertretenen
geistesgeschichtlichen
Ausrichtung
anging. Sein
erlesener
Sprachstil,
der auch in
den USA
geschätzt
wurde, blieb
vordergründig
ein Stein
des
Anstoßes.
Dahinter
stand aber
die von
zünftigen
Mediaevisten
nicht
goutierte
wissenschaftliche
Position,
was letztens
auf der
Frankfurter
Gedächtnisveranstaltung
vom Dezember
1993 zum
Ausdruck
kam.
Lit.:
Neue
Deutsche
Biographie,
Bd. 11, S.
126-127. -
F. Baethgen:
Ernst
Kantorowicz.
In:
Deutsches
Archiv 21
(1965) S.
1-17 und S.
662 (mit
Werkverzeichnis).
- R. A.
Müller, In:
Historikerlexikon.
Hrsg. v. vom
Bruch u.
Müller, S.
163. - G.
Seibt:
Deutschland,
geheim.
Widerständiger
Geist: Ernst
Kantorowicz
im Streit.
In:
Frankfurter
Allgemeine
Zeitung Nr.
297 vom
22.12.1993,
S. N. 5.
Carl August
Lückerath