Über diesem
Frühvollendeten
lagen schon
bald die
Schatten des
Todes. Als
16jähriger
lungenkrank
– was
seither
häufige
Aufenthalte
in schweizer
Sanatorien
notwendig
machte -,
trieb ihn
sein Leiden
in
gestalterische
Unruhe.
Gedichte von
subtiler
Schönheit
und
ekstatischer
Kraft sind
die Folge.
Indes führt
ein wohl
durch die
Krankheit
provozierter
ausgefallener
Lebensstil
in
moralische
und
politische
Skandale.
Man
verdächtigt
ihn in einem
Prozeß der
Gotteslästerung.
Frühe
Freundschaften
– seit der
Gymnasialzeit
in
Frankfurt/Oder
war Klabund
mit
Gottfried
Benn, der
1928 auch
die
Totenrede
hielt,
befreundet –
blieben
nicht ohne
Einfluß auf
Leben und
Werk des
Dichters.
Weitere
Stationen
seiner
äußeren
Biographie
sind
München,
Berlin und
Lausanne, wo
er
Philosophie
und
Literatur
ohne
abschließende
Examina
studierte.
Alfred Kerr,
gefürchteter
und
geachteter
Literaturkritiker
und zugleich
Beweger und
Anreger,
hatte ihn
1913 als
Lyriker für
seine
Zeitschrift
„Pan“
entdeckt.
Klabunds
Lebensleistung
ist sowohl
sein eigenes
lyrisches
und
dramatisches
wie episches
Werk, als
auch die
genialische
Adaption aus
fremden
Sprachen
(englische,
französische
Übersetzungen,
sowie
persische,
japanische
und
chinesische
Nachdichtungen
— Li-Tai-Pe,
Hafis u.
a.).
Ungemein
reizvoll bei
diesem
Nachfahren
eines
Francois
Villon und
Frank
Wedekind ist
die
Wandlungsfähigkeit
seiner
Sprachbilder.
Sie reichen
von
neuromantischen
Stimmungen
über
zupackenden
zynischen
Naturalismus
bis zu
dramatischer
Zuspitzung
von
expressiver
Kraft. Unter
dem Eindruck
des Krieges
wird er zum
überzeugten
Pazifisten.
In seinen
Romanen
experimentiert
Klabund
gekonnt mit
den
Möglichkeiten
seiner
Sprachkunst.
Lyrisch
zart,
novellistisch
knapp,
szenisch
aufgelockert
geben sich
seine
Kurzromane,
in denen
Gestalten
der
Geschichte
bevorzugt
werden.
Klabund
entrückt sie
oft ins
Legendäre,
gibt ihnen
aber auch
persönliche
bekenntnishafte
Züge. So hat
für seinen
Eulenspiegel
Bracke der
historisch
belegte Hans
Clauert
(gest. 1566)
aus Trebbin
Pate
gestanden.
Klabund
gelang auch
die
dichterische
Überwindung
seines
Leidens in
den „Romanen
der
Sehnsucht“
(Die
Krankheit,
1917;
Franziskus,
1921; Roman
eines jungen
Mannes,
1924). Lange
vor Thomas
Mann
skizziert er
da die
dekadente,
morbide
Atmosphäre
in Davos.
Klabunds
dramatisches
Werk gipfelt
in dem 1924
uraufgeführten
„Kreidekreis“,
der vor
allem in
lyrischen
Passagen
eine
kongeniale
Übertragung
der
chinesischen
Vorlage
darstellt.
„Mein Name
Klabund, das
heißt
Wandlung“,
sagt der
Dichter über
sich selbst
in „Irene
oder die
Gesinnung.
Ein Gesang“
(1918). Als
eine
Zusammenfügung
aus
„Klabautermann“
und
„Vagabund“
deuten
andere
seinen
Namen. Das
Kryptische
und
Fexierhafte
von Klabunds
Namen ist
Teil seiner
Existenz und
seines
Werkes.
Werke:
Celestina,
En. 1910;
Morgenrot!
Klabund! Die
Tage
dämmern!, G.
1913;
Klabund's
Soldatenlieder,
1914;
Kleines
Bilderbuch
vom Kriege,
1914;
Klabund's
Karussell,
Schwanke
1914; Der
Marketenwagen,
E. 1915;
Dumpfe
Trommel und
berauschtes
Gong,
Nachdichtg.
1915;
Moreau.
Roman eines
Soldaten,
1916; Das
deutsche
Soldatenlied,
wie es heute
gesungen
wird, 1916;
Das dunkle
Schiff,
Gedichte von
A. Gryphius,
1916;
Li-Tai-Pe,
Nachdichtg.
1916;
Dragoner und
Husaren,
Soldatenlieder
1916; Die
Himmelsleiter,
G. 1916;
Mohammed R.
1917; Das
Sinngedicht
des
persischen
Zeltmachers,
Nachdichtg.
1917; Der
Leierkastenmann,
Volkslieder
1917; Bracke
R. 1918; Die
Geisha O-sen.
Nach
japanischen
Motiven, G.
1918;
Montezuma,
Ball. 1919;
Der
Feueranbeter,
Nachdichtg.
1919; Der
Totengräber,
lyrisches
Dr. 1919;
Der
himmlische
Vagant G.
1919; Die
gefiederte
Welt, G.
1919; Der
Neger, G.
1920; Der
Tierkreis,
Hg. 1920 Die
Nachtwandler,
Dr. 1920;
Die Sonnette
auf Irene
1920;
Hannibalis
Brautfahrt,
Schwank
1920;
Dreiklang,
G. 1920;
Marietta.
Ein
Liebesroman
aus
Schwabing,
1920,
Reprint
1977;
Deutsche
Literaturgeschichte
in einer
Stunde,
1920; Mensch
werde
wesentlich.
Laotse,
Nachdichtg.
1921; Das
Buch der
irdischen
Mühe und des
himmlischen
Lohnes von
Wang-Siang,
Nachdichtg.
1921; Daudet:
Die
Abenteuer
des Herrn
Tartarin aus
Tarascon,
Übs. 1921;
Das
Blumenschiff,
Nachdichtg.
1921;
Heiligenlegenden
1921; Kleine
Klabund-Buch,
Nn. u.
Lieder 1921;
Spuk, R.
1922; Das
heiße Herz,
Ball 1922;
Geschichte
der
Weltliteratur
in einer
Stunde,
1922;
Kunterbuntergang
des
Abendlandes,
Grotesken
1922; Der
letzte
Kaiser, E.
1923; Pjotr.
R. 1923; Das
lasterhafte
Leben des
weilend
weltbekannten
Erzzauberers
Christoph
Wagner,
gewesenen
Famuli und
Nachfolgers
in der
Zauberkunst
des Doktor
Faust,
Volksst.
1925;
Lesebuch, G.
u. Prosa
1925;
Gedichte
1926; Ode an
Zeesen,
1926; Die
Harfenjule,
G. 1927; Das
Kirschblütenfest,
Spiel 1927;
Borgia R.
1928;
Totenklage,
Son. 1928;
Literaturgeschichte,
1929;
Rasputin, R.
1929;
Dichtungen
aus dem
Osten, Bde.
1929;
Chansons,
1930;
Kriegsbuch,
1930;
Novellen von
der Liebe,
1930;
Chinesische
Gedichte,
1933;
Tagebuch im
Gefängnis
1946; Briefe
an einen
Freund, hg.
V. E.
Heinrich,
1963 -
Gesammelte
Werke, 6
Bde. 1930;
Kunterbuntergang
des
Abendlandes,
Sammelausg.
m.
Kommentaren
un. Bibl.
hg. v. K.
Schuhmann,
1967; Der
himmlische
Vagant,
Sammelausg.
m. Bibl. hg.
v. M.
Kesting 1968
– aus dem
Klabunt-Archiv
v. Guido v.
Kaulla:
Klabautermann
+ Vagabund
1977;
Gedichte und
Prosa, m.
unveröff.
Texten u. e.
Nachw. v. G.
v. Kaulla
hg. v. W. E.
Richartz,
1978 (=
PA-RA-Bü 7)
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Hörn, Diss.
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(m. Bibl.)
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Wilpert, 4
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im 20.
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Hrsg. M.
Brauneck, 5
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1981
Arnfried
Thomas