Claus Klotz’
Leben und
Werk war ein
einziger
konsequent
geführter
Kampf und
Aufschrei
für
Freiheit,
Gleichheit,
Brüderlichkeit
auch für die
ungarndeutsche
Minderheit
im
realexistierenden
nationalchauvinistischen
Kommunismus
Ungarns nach
dem Zweiten
Weltkrieg.
Wie kein
anderer
ungarndeutscher
Autor
brachte er
ein
vielsprachiges
„österreichisch-ungarisches“
Erb- und
Gedankengut
in sein
schmales,
aber für die
zeitgenössische
ungarndeutsche
Literatur
wichtiges
Werk ein.
Von Haus aus
war Claus
Klotz
dreisprachig.
Ungarisch
war nach dem
Zweiten
Weltkrieg
(für die
Minderheiten
gezwungenermaßen)
die
Hauptsprache
aller in
Ungarn
Lebenden,
insbesondere
auch für die
deutsche
Minderheit.
So sprach
Claus Klotz
von
Kindesbeinen
an
Ungarisch,
Deutsch
(auch die
ungarnschwäbische
Mundart des
Ofener
Landes bei
Budapest),
und dann kam
bei ihm –
ein
seltsamer
Ausnahmefall
bei den
ungarndeutschen
Autoren –
auch noch
Russisch
hinzu, die
Muttersprache
seiner
Großmutter
väterlicherseits.
So hatte der
junge
Gymnasiast –
er besuchte
das
Gymnasium in
Gran/Esztergom
– und dann
der junge
Student – er
studierte
Germanistik
in Budapest
und Leipzig
und schloß
sein Studium
mit einem
Lehrerdiplom
ab – immer
das Ideal
einer
solidarischen
interkulturellen
Gemeinschaft
vor Augen.
Er empfand
die
schwierige
Situation
der durch
Kriegs- und
Nachkriegsschläge
heimgesuchten
ungarndeutschen
Minderheit
als
besonders
bedrückend,
da er sich
Zeit seines
Lebens
selber immer
offen zu ihr
bekannte und
aus eigener
Erfahrung
wußte, wie
sehr sie an
ihrer
angestammten
Heimat hing
und wie sehr
sie die im
chauvinistischen
Nationalkommunismus
forcierte
Assimilierung
bedrückte.
Zusätzlich
belastete
dies den
jungen,
idealistisch
veranlagten
Claus Klotz
auch noch
dadurch, daß
damit seine
Heimat
Ungarn ärmer
wurde, um
die Kultur
einer
lebenstüchtigen
und ehemals
lebensfrohen
Minderheit.
Die deutsche
Minderheit
wurde zudem
als
angebliche
ehemalige
Parteigängerin
des Dritten
Reiches samt
und sonders
in
Sippenhaft
genommen –
einschließlich
der Gegner
des
Nationalsozialismus,
von denen es
gerade bei
den
Ungarndeutschen
eine ganze
Reihe gab.
Erst
Jahrzehnte
nach dem
Ende des
Zweiten
Weltkriegs
erhielt die
deutsche
Minderheit
allmählich
einige
wenige
Rechte
zugesprochen.
Der
Demokratische
Verband der
Ungarndeutschen
wurde erst
1955
gegründet,
die Neue
Zeitung,
auch heute
noch das
einzige,
jede Woche
erscheinende
ungarndeutsche
Publikationsorgan,
erst 1957.
Bis 1983 war
Claus Klotz
Sekretär des
Demokratischen
Verbandes
der
Ungarndeutschen
und setzte
sich schon
damals, als
dies noch
mit vielen
Risiken
verbunden
war, für
mehr Rechte
für die
deutsche
Minderheit
ein. Als
endlich 1972
auch die
literarische
Sektion des
Demokratischen
Verbandes
der
Ungarndeutschen
gegründet
wurde, war
er deren
Sekretär,
bis zu
seinem
Freitod
1990. Viele
Jahre war er
– da er
fließend
Deutsch
sprach –
stellvertretender
Direktor des
Hauses der
ungarischen
Kultur in
Ost-Berlin
und
versuchte
die Behörden
der DDR für
die
ungarndeutsche
Problematik
zu
interessieren
und zu
sensibilisieren.
Die
DDR-Offiziellen
vermieden
aber
sorgfältig
jedes
„Engagement“
für die
Volksdeutschen
– egal wie
„antifaschistisch“
diese
gewesen sein
mochten. Sie
waren auch
für sie die
ehemalige
Fünfte
Kolonne des
Dritten
Reiches.
Dabei konnte
Claus Klotz
an Ort und
Stelle
feststellen,
welchen
hohen
Stellenwert
die
offizielle
DDR-Kulturpolitik
den Sorben
(auch Wenden
genannt),
der kleinen
slawischen
Minderheit
der Lausitz
und des
Spreewaldes,
als
„kleinstem
slawischen
Volk der
Welt“ (nach
offizieller
DDR-Lesart
waren es
100.000
Menschen, in
Wirklichkeit
nach
bundesdeutschen
Berechnungen
etwa 60.000)
zumaß.
Gewissermaßen
als
Wiedergutmachung
der
Verfolgung
der
slawischen
Völker durch
das Dritte
Reich
erfreute
sich diese
kleine
slawische
Minderheit
der DDR
einer
einmaligen
Minderheitenförderung.
Außer einer
eigenen
sorbischen
Lehrerbildungsanstalt
(in
Bautzen),
Sorbischunterricht
in Schulen
und
Kindergärten
besaß sie
einen Verlag
(Domowina)
und neben
einem
eigenen
Theater
sogar eine
eigene
sorbische
Oper in
Bautzen – in
der sich in
der Regel
bei
Auftritten
des Chores
mehr Sorben
auf der
Bühne als im
Saal
befanden –
und sogar
ein eigenes
Filmstudio.
Nach der
Wende in der
DDR haben
der Bund,
das Land
Brandenburg
und der
Freistaat
Sachsen eine
Stiftung für
das
sorbische
Volk mit
Sitz in
Bautzen/Budysin
gegründet.
Daneben
nahmen sich
die
Möglichkeiten
der
Ungarndeutschen
(auch heute
können die
Ungarndeutschen
von einer
Stiftung wie
der eben
angeführten
für die
Sorben nur
träumen)
vergleichsweise
mehr als
bescheiden
aus – und
das bei
einer Größe
der
Minderheit
von 220.000
Menschen,
also,
gemessen an
den
offiziellen
Angaben,
mehr als
doppelt so
viel wie die
Sorben, in
Wirklichkeit
zahlenmäßig
fast viermal
so viel.
Allerdings
waren es
tatsächlich,
gemessen an
der
Beherrschung
der
Muttersprache,
infolge
jahrzehntelanger
Niederhaltung
und
Benachteiligung
nur halb so
viel. Nur
noch 30.000
bis 40.000
Ungarnschwaben
beherrschen
heute noch
wegen
fehlender
deutschsprachiger
Kindergärten
und Schulen
ihre
Muttersprache.
Eine eigene
Lehrerbildungsanstalt
wie bei den
Sorben gibt
es für die
Ungarndeutschen
selbst heute
noch nicht.
Diese
traurigen
Erfahrungen,
nicht
zuletzt der
niederschmetternde
Vergleich
mit der
Situation
der
sorbischen
Minderheit
in der DDR
haben Claus
Klotz zum
Ankläger der
nationalkommunistischen
ungarischen
Kulturpolitik
werden
lassen.
Schon in
seinen
ersten
Gedichten,
veröffentlicht
zuerst in
der
Anthologie
Jahresringe
(1. Aufl.
1984, 2.
Aufl. 1986),
„Ahnerls
Lied“ und
„Mein
Heimatdorf“
erteilte er
dem
oberflächlichen
parteiamtlichen
Optimismus
der
Kulturfunktionäre
eine
radikale
Absage. In „Ahnerls
Lied“ greift
Claus Klotz
das Thema
von Erika
Ats
berühmtem,
in lyrischem
Ton
gehaltenen
Gedicht „Ahnerls
Lied“ auf,
in dem Erika
Ats die
Überlieferung
der
deutschen
Sprache und
Poesie durch
ihr Ahnerl
poetisch
überhöht
feiert. Bei
Claus Klotz
bricht die
harte
Wirklichkeit
in die
Idylle ein.
Statt von
Rosmarein
und
Mondenschein
zu träumen,
wehklagt
Claus Klotz’
Ahnerl in
der 1.
Strophe:
„Schlaf,
Kindlein,
schlaf, /
verstehst
nicht meine
Sprach’ /
die Märchen
und die
Sagen / und
meine
deutschen
Fragen. /
Schlaf,
Kindchen,
schlaf.“
Während die
Propaganda
der
Kulturaktivisten
heuchlerisch
den Eindruck
zu erwecken
suchte,
alles gehe
seinen
internationalistischen
Gang, wurden
brutale
Tatsachen
der
Assimilierung
geschaffen.
So lautet
die 2.
Strophe denn
auch:
„Schlaf
Kindchen,
schlaf /
bleib
fleißig und
schön brav,
/ zum Häusle
bauen, Auto
kaufen /
wirst du
meine Sprach
nicht
brauchen /
schlaf,
Kindchen,
schlaf.“ Die
traditionellen
deutschen
Tugenden,
Fleiß und
Gehorsam,
werden auch
von den
neuen
Machthabern
in Anspruch
genommen und
für ihre
eigenen
Zwecke
genutzt.
Auch der
sozialistische
Spießer
braucht,
total
angepaßt,
assimiliert,
Ahnerls
Sprache
nicht mehr.
Das Ahnerl
hat sich
überlebt,
mit seiner
ganzen
Kultur, mit
der
kulturellen
Identität
der
Ungarndeutschen
schlechthin:
„Schlaf,
Kindchen,
schlaf / ich
sink bald in
das Grab, /
mit mir die
deutsche
Mär, das
Wort, / sie
finden dort
den letzten
Hort, /
schlaf,
Kindchen,
schlaf.“
Eine solche
Schärfe des
Tones gab es
in der
zeitgenössischen
ungarndeutschen
Literatur
bis zu Claus
Klotz nicht.
In „Mein
Heimatdorf“
aus
derselben
Anthologie
steigert
sich Claus
Klotz noch.
Es wird die
schon
versunkene
Welt des
ungarnschwäbischen
Dorfes, das
durch die
Aussiedlung
und
Vertreibung
der
Ungarnschwaben
verkam,
beschworen:
„Flocken
weiß /
bitterheiß /
tannen / von
dannen /
dorfrandslums.
/ – straßen
rein /
fensterlein
/ häuschen /
ohne
mäuschen /
menschenlos
/ – fremde
sprach /
muttersprach
/ mir
wattezucker
/ gucker /
in die ferne
/ –
weinberge /
herberge /
stumm sinnen
/
fischstimmen
/ übermorgen
dahin.“ Die
ehemals
„heile Welt“
des
ungarnschwäbischen
Dorfes mit
einer festen
bäuerlichen
Gemeinschaft,
in der
Nachbarschaftshilfe
ein
selbstverständliches
Gebot war,
ist durch
die
Vertreibung
gesprengt
worden. Am
Rand des
Dorfes gibt
es jetzt
Slums, die
Tannen der
Dorfstraßen
sind
abgeholzt,
die Häuser
menschenleer
oder von
Neusiedlern
bewohnt, die
eine dem
Autor fremd
klingende
Muttersprache
sprechen.
Die
Weinberge –
die meisten
ungarndeutschen
Bauern waren
auch Winzer
– bieten
zwar noch
eine
Herberge,
aber mehr
den
Erinnerungen,
denn
Fischstimmen,
Lautloses
also,
sinnen, daß
übermorgen
für sie
alles dahin
ist. In
knappen
Zeilen,
gebildet aus
je zwei
Paarreimen
und einem
fünften
reimlosen
Vers, werden
stichwortartig
die Symbole
des totalen
Verfalls dem
Leser vor
Augen
geführt.
Dieser
Verfall
kommt aus
der
Vergangenheit,
mit der
Vertreibung
der
ursprünglichen
Dorfgemeinschaft,
und zieht
sich bis in
die nahe
Zukunft
„übermorgen
dahin“.
In dem
Gedicht
„Hopsa
Liesel“
(geschrieben
1988) aus
der
Anthologie
Das
Zweiglein
(1989
erschienen)
zeigt Claus
Klotz, wie
trotz
einiger –
allerdings
unwesentlicher
Verbesserungen,
kosmetischer
Veränderungen
– die alte
Problematik
der
Chancenlosigkeit
für die
ungarndeutsche
sprachlich
kulturelle
Identität
weiter
besteht.
„Schreibtischakten
/ Zahlen,
Fakten, /
Tanzen,
Singen, /
Nabelschau.
/ Schaffe,
schaffe
Häuslebau. /
Nur Mut, ihr
Ungarndeutschen!
– Alte
Weise, /
Deutschlandreise,
/
Stiftungspreise.
/ Hopsa,
Liesel, /
D-Mark-Rieseln,
/ nur Mut, /
ihr
Ungarndeutschen!
– Kluge
Reden, /
Brötchenfehden,
/Kampf um
jeden. /
Demokratie,
/ so war sie
noch nie. /
Nur Mut, /
ihr
Ungarndeutschen!
/ –
Heimatorte,
/ Neue
Pforte, /
Reformworte,
/
Volkstumskampf.
/ Schmeckt
uns doch die
Sauerampf! /
Nur Mut, /
ihr
Ungarndeutschen!
– / Deutsche
Predigt, /
Deutsches
Edikt, /
Deutsches
Verdikt. /
deutsches
Deutschtum /
deutsches
Boom-bum. /
Nur Mut, /
ihr Deutsche
in Ungarn!“
Die
sprachlich-kulturelle
Identität
der
Ungarndeutschen
wurde auf
vordergründige
Folklore
reduziert,
die dann von
den
Kulturfunktionären
in
Schreibtischakten
als Zeugnis
mustergültiger
Nationalitätenpolitik
ausgegeben
wird.
Einigen
Vertretern
der
deutschen
Minderheit
werden
Deutschlandreisen
gewährt –
auf
Einladung
und Kosten
der
Bundesrepublik
allerdings –
die auch
Stiftungspreise
finanziert.
Die Metapher
„D-Mark
Rieseln“ auf
das „Hopsa
Liesel“
zeigt, wie
gut sich
diese
Kulturpropaganda
verkaufen
läßt.
„Heimatorte
/ neue
Pforte, /
Reformworte
/
Volkstumskampf.“
Die neuen
Schlagwörter
– die
Reformworte
– gleichen
gefährlich
den alten
Losungen wie
Volkstumskampf
und werden
nicht mehr
ernst
genommen.
„Schmeckt
uns doch die
Sauerampf“.
Man will
hinterm Ofen
in Ruhe
gelassen
werden und
die
Aufforderung
„Nur Mut, /
ihr
Ungarndeutschen!“
ist unter
solchen
Bedingungen
blanker
Hohn. Es
lohnt sich
noch nicht
einmal, in
ganzen
Sätzen
„vernünftig“
zu
argumentieren.
Alles ist ja
doch verpaßt,
verplant,
vorgegaukelt,
im besten
Fall eine
Illusion.
Deshalb ist
auch die
Sprache von
Claus Klotz
stichwortartig
abgehackt,
wobei die
Paarreime
die
Losungshaftigkeit
und ihre
Monotonie
unterstreichen.
Im Gedicht
„Der
Demagoge“,
ebenfalls
aus der
Anthologie
„Das
Zweiglein“,
(das für das
Zweiglein
der
deutschen
Sprache und
Kultur
steht) heißt
es: ‚Seine
sonst
stumpfen /
Schweinsaugen
/ leuchteten
auf bei dem
Satz: / „Wir
fordern
deutsche
Messen / in
Kackephonien!‘
/ Seine
Gehirnzellen
/
registrierten
wohlwollend:
/ Das ist /
die wahre
Wende / zur
Demokratie.
/“ Die
katholische
Kirche hatte
die
Assimilierungspolitik
sowohl vor
wie nach dem
Zweiten
Weltkrieg
größtenteils
mitgetragen,
da für sie
das
international
Katholische
vor jedem
sprachlich
Nationalen
traditionell
Vorrang
hatte. Die
katholische
Kirche war
zwar gegen
eine
Vertreibung
der
Ungarndeutschen,
aber zu dem
hohen Preis
einer
totalen
Assimilierung,
einer
totalen
Preisgabe
jeder
sprachlichen
und
kulturellen
Identität.
Der
Fünfkirchener/Pécser
Bischof
Cserháti,
mit seinem
ungarnschwäbischen
Geburtsnamen
Zepf, war
ein
trauriges
Beispiel für
eine
kirchliche
Entnationalisierungspolitik
der
Ungarndeutschen.
Die
Intensität
des Zornes
und die
Tiefe der
Verzweiflung
von Claus
Klotz rührt
auch von der
bitteren
Enttäuschung
darüber her,
daß entgegen
aller
Grundprinzipien
des
Sozialismus
im Ostblock
kein
Völkerfrühling
einsetzte,
sondern ganz
im Gegenteil
aus
machtpolitischen
Gründen
mitunter
primitiver
Nationalitätenhaß
toleriert,
ja mitunter
sogar
geschürt
wurde, nicht
nur in
Ungarn, wo
die
Ungarnschwaben
die Zeche
auch für die
Verbrechen
des
Horthy-Faschismus
durch
Vertreibung
und
Deportation
zur
Zwangsarbeit
in die
Sowjetunion
bezahlen
mußten,
sondern
beispielsweise
auch im
Rumänien
Ceausescus,
wo die
Ungarn die
Leidtragenden
waren. Dabei
war Claus
Klotz alles
andere als
ein
bornierter
Nationalist,
der ein Volk
gegen das
andere
ausspielt.
Ganz im
Gegenteil,
wie aus
seinem
Gedicht
„Mein
Deutschtum“
aus der
Anthologie
Das
Zweiglein
hervorgeht,
versteht er
sein
spezifisches
ungarndeutsches
Deutschtum
völkerübergreifend
nicht nur
als das Erbe
Klopstocks
und Lenaus,
sondern auch
als das Erbe
des
russischen
Nationaldichters
Puschkin
(dessen
unsterbliche
Versmärchen
ihm seine
russische
Großmutter
im Original
vorgelesen
hatte). Auch
eine ganze
Reihe
ungarischer
Dichter wie
die
Nationaldichter
Petöfi und
Aranyi, aber
auch Illyés,
der im Laufe
seines
langen
widersprüchlichen
Lebens sich
auch einige
antideutsche
und
antischwäbische
Platitüden
geleistet
hatte,
gehören als
Vertreter
hoher
Menschheitsideale
zu den
geistigen
Vorfahren
seines
Deutschtums.
Claus Klotz
kommt es auf
die
Intensität
des Gefühls
an, die
allgemein
menschliche
Leidenschaft
und deshalb
bedeuten
auch Joyces
und Sartre
für ihn
letztlich
auch
„Deutschtum“,
wenn er
schlußfolgert:
„Mein
Deutschtum
/, hört ihr,
/ hat einen
Weltpaß /“
Bei diesen
idealen
Vorstellungen
im Reich der
Phantasie
mußte Claus
Klotz
angesichts
der engen
Verhältnisse
in der
Wirklichkeit
des
engstirnig
nationalistischen
Ostblocksozialismus
scheitern,
ja, man muß
bitter
hinzufügen,
würde er
wahrscheinlich
selbst heute
noch
scheitern,
denn von den
großartigen
Versprechungen
einer ganz
neuen,
diesmal
wirklich
mustergültigen
Nationalitätenpolitik
ist noch
immer
herzlich
wenig
verwirklicht
worden. Sein
tragischer
Tod ist aber
vielleicht
eine
Aufforderung
an alle
seine
Landsleute,
und nicht
nur an
diese,
wieder
zurückzufinden
zur alten,
fast
1000jährigen
ungarischen
Gastfreundschaft
und
Brüderlichkeit
allen
Bewohnern
des Landes
gegenüber,
zu einer
„Völkerfreundschaft“,
die erst vor
knapp 150
Jahren durch
den
aufkommenden
Nationalismus
gesprengt
wurde. Im
vereinten
Europa
erhält heute
diese
Tradition
wie auch die
des im
großen und
ganzen doch
friedlichen
und
„brüderlichen“
Zusammenlebens
der Völker
in der
Vielvölkerdonaumonarchie
eine neue
Chance. Ein
wenig auch
durch Claus
Klotz,
dessen Leben
und Sterben
dann doch
nicht ganz
umsonst
gewesen
sind.
Tröstlich
ist, daß er
in der
ersten in
Deutschland
erschienenen
ungarndeutschen
Anthologie
Bekenntnisse
eines
Birkenbaumes
(Dortmund
1990) mit
fünf seiner
insgesamt
acht in
Anthologien
veröffentlichten
Gedichte
vertreten
ist, sowie
mit Prosa
aus dem Band
Das
Zweiglein.
Ein
Hoffnungszweiglein
immerhin.