Pastor Dr.
theol.
Eduard
Kneifel
wurde in
Wladyslawów-Rosterschütz,
Kreis Konin,
als Sohn des
Gerbereieigentümers
Eduard
Kneifel und
dessen
Ehefrau
Ottilie geb.
Trenkler
geboren. Als
Kind
besuchte er
im
Geburtsort
die deutsche
evangelische
Volksschule,
danach das
russische
Gymnasium in
Kalisch. Das
Abitur
bestand er
an dem
deutsch-polnischen
Gymnasium
von Braun
1918 in
Lodz. Darauf
folgte sein
Studium der
Theologie an
der
Evangelischen
Fakultät der
Universität
zu Leipzig
1919 und
Rostock
1921. Nach
Beendigung
des Studiums
wurde er am
4. November
1923 in der
St.
Johannis-Kirche
zu Lodz von
Generalsuperintendent
Julius
Bursche
ordiniert.
Darauf war
er 1923-1924
Vikar an der
St.
Trinitatis-Kirche
zu Lodz. Am
28. Juli
1927
ehelichte er
Johanna
Helene
Stenzel aus
Kalisch.
Seine
evang.-lutherische
Gemeinde zu
Brzeziny,
die ihn am
28. Dezember
1924 zu
ihrem Pastor
gewählt
hatte,
zählte fast
6000 Seelen.
Außer der
Kirche in
Brzeziny
hatte er
noch 10
Predigtstätten
in den
Dörfern zu
versorgen.
Um den
Gliedern
seiner
Gemeinde
auch
wirtschaftlich
wirksam
helfen zu können,
gründete er
eine
Volksbank in
Brzeziny,
eine Filiale
und eine
Warengenossenschaft
in Koluszki.
Da Pastor
Dr. Eduard
Kneifel sich
für
Geschichte
sehr
interessierte,
wurde er
1929 – als
einziger
Deutscher in
Polen – in
die
Polnische
Historische
Gesellschaft
zu Warschau
aufgenommen,
der er bis
zum Ausbruch
des 2.
Weltkrieges
angehörte.
In den
Jahren
1926-1928
war er
Mitarbeiter
von „Weg und
Ziel“, der
Monatsschrift
der
Deutschen
Pastoralkonferenz
in Lodz.
1938-1939
gab er die
Wochenschrift
„Luthererbe
in Polen“
für die
deutschen
Gemeinden
der
Evangelisch-augsburgischen
Kirche
heraus. Am
30. November
1956
promovierte
er an der
Evang.-Theologischen
Fakultät der
Universität
Hamburg zum
Doktor der
Theologie.
Für seine
kirchengeschichtlichen
Verdienste
verlieh ihm
der
Bundespräsident
der
Bundesrepublik
Deutschland
das
Bundesverdienstkreuz
1. Klasse am
8. Oktober
1968.
Werke: Die evangelisch-augsburgischen Gemeinden der Kalischer Diözese
1937 –
Geschichte
der
Evangelisch-Augsburgischen
Kirche in
Polen 1964,
Selbstverlag
– Die
Pastoren der
Evangelisch-Augsburgischen
Kirche in
Polen. Ein
biographisches
Pfarrerbuch,
Eging 1967
Selbstverlag;
Die
evangelisch-augsburgischen
Gemeinden in
Poen – Eine
Parochialgeschichte
in
Einzeldarstellungen.
1555-1939,
1971 – Die
Evangelische
Kirche im
Wartheland-Ost
(Lodz). Ihr
Aufbau und
ihre
Auseinandersetzung
mit dem
Nationalsozialismus
1939-1945,
1976,
Vierkirchen,
Selbstverlag-Bischof
Dr. Julius
Bursche –
Sein Leben
und seine
Tätigkeit
1862-1942;
Chronik der
Familie
Kneifel in
Wladyslawów-Rosterschütz
1632-1945,
Vierkirchen
1982
Selbstverlag;
ferner
verfaßte er
im ganzen
über 100
Abhandlungen
und Artikel.
Adolf
Schendel
(1986)