Richard Konwiarz war an
der
Dresdener
Akademie Schüler
des
Architekten
Paul Wallot,
dem Erbauer
des
Reichtagsgebäudes
in Berlin.
Eine weitere
Ausbildung
erhielt er
in den
Architekturbüros
Lossow und
Kühne
(Dresden)
und
Pflegehard
und Haefeli
in Zürich.
1909 wurde
er durch
Stadtbaurat
Max Berg
nach Breslau
geholt, wo
er bis Ende
des 2.
Weltkrieges
an leitender
Stelle im
Dienst der
Stadt tätig
war. Er war
Mitarbeiter
von Berg am
Bau der
Jahrhunderthalle,
deren Ausbau
er nach dem
Weggang
Bergs
betreute.
Als
städtischer
Baurat
entfaltete
Konwiarz auf
den
verschiedenen
Gebieten
kommunaler
Bauaufgaben
eine
fruchtbare
Tätigkeit.
Er
errichtete
das
Krematorium,
Friedhofshallen,
Krankenhausbauten,
die
Staatenhalle
im Forum des
Platzes vor
der
Jahrhunderthalle,
Verkehrs-
und
Werkbauten,
Sporthallen
und
Volksparkanlagen.
Neue
Aufgaben
kamen mit
dem
Aufschwung
des
deutschen
Sportes nach
1918 auf ihn
zu. Durch
die
Vergrößerung
des
Stadtgebietes
von Breslau
infolge von
Eingemeindungen
im Jahre
1922 auf die
fünffache
Fläche
wurden
umfangreiche
Planungen
für die
neuen
Gebiete
erforderlich.
Es fehlten
besonders
Spiel-,
Sport- und
Badeanlagen,
die Konwiarz
für die
einzelnen
Stadtviertel
plante. Das
bedeutendste
Bauvorhaben
war die
zentrale
Großanlage
des
Stadions.
Mit allen
diesen
Bauten wurde
er einer der
führenden
Fachleute
Deutschlands
auf dem
Gebiet des
Sportstättenbaus.
Daneben
arbeitete er
ehrenamtlich
im Deutschen
Werkbund, im
Bund
Heimatschutz
und am Tag
für
Denkmalpflege
mit und nahm
einen
Lehrauftrag
am Institut
für
Leibesübungen
wahr (bis
1933). Sein
1913
erschienenes
Buch
„Alt-Schlesien.
Architektur,
Raumkunst,
Kunstgewerbe“
wurde zu
einem
Standardwerk
der
schlesischen
Architekturgeschichte.
Zum Tag der
Denkmalpflege
in Breslau
1926
veröffentlichte
er als
Festgabe
seinen
Architekturführer
„Die
Baukunst
Breslaus“.
Nach 1945
war er
zunächst in
der
Dresdener
Verwaltung
für den
Wiederaufbau
der Stadt
tätig. 1947
übernahm er
den
Lehrstuhl
für
Städtebau an
der dortigen
Technischen
Hochschule
und
gleichzeitig
die Leitung
des
Hochschulaufbaus
und die
Planung
eines neuen
Hochschulviertels.
Nach seiner
Emeritierung
(1950)
siedelte er
nach
Hannover
über, wo er
noch eine
beratende
Tätigkeit
für den
Sportstättenbau
ausübte. In
den Jahren
1952 bis
1954 war er
am Bau des
Niedersachsenstadions
in Hannover
beteiligt. –
Zu seiner
Persönlichkeit
ist zu
sagen, daß
seine
schöpferische
Begabung und
seine
organisatorischen
Fähigkeiten,
verbunden
mit einem
zurückhaltenden,
bescheidenen
Wesen, ihm
viel Achtung
und
Sympathie
erwarben und
seine
Hilfsbereitschaft
ihm viele
Freunde
verschaffte.
Werke:
Breslaus
Stadtbild
und Bauten
der Neuzeit.
In: Breslau.
Berlin 1924.
(Deutschlands
Städtebau.);
Der
Sportpark
Breslau-Leerbeutel.
Breslau
1928; Bauten
für Spiel,
Sport und
Turnen.
Eberswalde,
Berlin 1932;
Jahrhunderthalle
–Nationaldenkmal.
Breslau
1933;
Städtebauliche
Untersuchungen
über die
Spiel-,
Sport- und
Badeanlagen
im Rahmen
der
Wiederaufplanung
der Stadt
Hagen,
Westfalen.
Hannover
1953;
Sport-und
Erholungsanlagen
in Duisburg.
1957.
Lit.:
T. E.:
Richard
Konwiarz 75
Jahre. In:
Baumeister.
(München).
55 (1958),
S. 282;
Akademie der
Künste.
Arbeitsrat
für Kunst,
Berlin
1918-1921.
Ausstellung
mit
Dokumentation.
Berlin 1980,
S. 142. –
Ferner
Mitteilungen
des
Stadtarchivs
Hannover.
Harro Kieser