Überlebt hat
August
Kopisch
lediglich
seine
Geister-Ballade
Die
Heinzelmännchen
zu Köln.
Anspruchsvollere
Reiseführer
erwähnen
auch die
Entdeckung
der “blauen
Grotte” auf
Capri, die
ihm und dem
Heidelberger
Maler Ernst
Fries 1826
gelungen
ist. Das
sensationelle
Ereignis
seines nicht
überlangen
Lebens!
Ansonsten
bleiben
Person und
Schaffen
unspektakulär.
So teilt
denn auch
Kopisch mit
zahlreichen
Kulturschaffenden
der ersten
Hälfte des
19.
Jahrhunderts
das
Schicksal,
kollektiver
Vergeßlichkeit
anheimzufallen.
Zu Unrecht,
wie ein auch
nur
vorläufiger
Blick auf
Leben und
Werk des
mehrseitig
begabten
Schlesiers
zeigt.
Einer
angesehenen
Kaufmannsfamilie
entstammend,
besuchte
Kopisch das
Magdalenengymnasium
in Breslau
unter dem
Rektorat des
namhaften
Historikers
und
Übersetzers
klassischer
Dichtung
Johann
Kaspar
Friedrich
Manso
(1760-1826).
Über ihn
notiert
Eichendorff
in seinen
Tagebüchern
unter dem
27. Oktober
1804:
“Lernte ich
den H. Prof.
Manso
kennen,
indem wir
sich nemlich
bey ihm die
Erlaubniß
ausbaten,
seine
Vorlesungen
über Horatz,
Virgil,
Herodot u.
Sophocles
besuchen zu
dürfen.” Und
am 14.
November hat
er “Der
ersten
Vorlesung
des H. Proff.
Mansos über
Sophocles
Oedip
beygewohnt.”
Kopisch
verließ
jedoch das
von dem
berühmten
Professor
geleitete
Gymnasium
ohne Matura
und begann
1815 an der
Prager
Kunstakademie
ein
reguläres
Studium,
führte es
bis 1819 in
Wien fort,
anschließend
in Breslau.
Ein Wechsel
an die
Dresdener
Akademie
1821
förderte
nicht nur
sein
Malstudium,
sondern
brachte ihn
auch in
Kontakt mit
dem
Dresdener
Romantikerkreis
um Ludwig
Tieck. Eine
Verletzung
der rechten
Hand beim
Schlittschuhlaufen
im Winter
1821/22
beeinträchtigte
den Maler
Kopisch
nicht
unwesentlich.
Nun trat der
Dichter in
den
Vordergrund.
Anregungen
zu
volkstümlichen
Liedern
hatte er
unter
anderem
bereits in
Wien durch
Wuk
Stephanowitsch,
den Sammler
serbischer
Volkslieder,
empfangen
und zu
seinen
geselligen
Gedichten
vor allem im
Dresdener
Tieck-Kreis.
In welchem
Umfang
Kopisch an
maßgeblichen,
die
einzelnen
Künste
übergreifenden
Bestrebungen
in der
ersten
Hälfte des
19.
Jahrhunderts
partizipierte,
erhellt
seine
Italienreise,
die ihn im
Frühjahr
1824 über
Prag,
Nürnberg,
München,
Straßburg,
Lyon, Nizza
und Florenz
nach Rom
führte. Hier
lernte er
bei den
Deutschrömern
die
Nazarener-Malerei
kennen. Von
1826 bis
1829 kam es
in Neapel
zur
Bekanntschaft
und
zeitweiligen
Freundschaft
mit August
Graf von
Platen
(1796-1835).
Die
Platen-Freundschaft,
die noch
einer
zeitgemäßen
Darstellung
harrt, muß
zu den
wichtigsten
Ereignissen
in Kopischs
Leben
gezählt
werden;
desgleichen
die
Begegnung
mit dem
preußischen
Kronprinzen
und späteren
König
Friedrich
Wilhelm IV.
im Herbst
1828 in
Neapel.
Nachdem
Kopisch 1833
nach Berlin
gezogen war,
berief ihn
der König
1840 zum
Kunstbeirat
und Maler
beim
Hofmarschallamt,
setzte ihm
1841 eine
Jahrespension
aus und
schuf damit
die
Voraussetzungen
für die
Entfaltung
seiner
vielfältigen
Talente.
Unter
anderem
übersetzte
Kopisch 1842
Dantes
Divina
Commedia,
ließ sich
den
“Berliner
Schnellofen”
patentieren
und schrieb
im Auftrag
des Königs
ein Buch
über Die
königlichen
Schlösser
und Gärten
zu Potsdam
von der Zeit
ihrer
Gründung bis
zum Jahre
1852.
Kopischs
Loyalität zu
Friedrich
Wilhelm IV.
erwies sich
nicht
zuletzt in
den
Revolutionsjahren
1848/49. Ein
Jahr zuvor
hatte er
seinen
Wohnsitz im
Gärtnerhaus
des Parks
von
Sanssouci
genommen.
Als
Gelegenheitsdichter
(hoher
Anlässe) und
Vortragskünstler
in den
zeittypischen
Salons war
Kopisch, der
sich
überdies der
Gunst
Alexander
von
Humboldts
erfreute,
eine
vielgefragte
Autorität.
Seine
Gemälde
(größtenteils
Porträts und
Landschaftsmalerei)
sind
überwiegend
in den
Schlössern
zu Berlin
und Potsdam
sowie in der
Berliner
Nationalgalerie
zu sehen.
Die Namen
Tiecks,
Platens, der
Deutschrömer
oder
Alexander
von
Humboldts
signalisieren,
daß Kopisch
mit den
wesentlichen
künstlerischen
Tendenzen
seines
Zeitalters
in Berührung
gekommen
ist. In
Neapel
begegnete er
durch die
Bekanntschaft
mit Gaetano
Donizetti
auch der
Musik,
insbesondere
der
europaweit
faszinierenden
Welt der
Oper.
Vielgestaltig
ist das
dichterische
Werk
Kopischs.
Mit Ausnahme
des Romans
hat er in
allen
literarischen
Gattungen
produziert.
Den
breitesten
Raum nehmen
die Lieder
ein,
worunter zu
Lebzeiten
des Dichters
seine
Gelegenheitsgedichte
am
beliebtesten
waren. Heute
charakterisiert
die
Anlaßpoesie
zu markanten
politischen
Ereignissen
das
Dichterselbstverständnis
Kopischs
wohl noch
aufschlußreicher.
Wie fast
jeder
Dichter der
Zeit nimmt
auch der
Favorit des
Preußenkönigs
zu den
Vorgängen
der Jahre
1848/1849
Stellung.
(Ein
Vergleich
mit dem
letzten
Gedichtzyklus
des alten
Eichendorff
mit dem
lapidaren
Titel
1848
zeigt dessen
reflektiertere
Position und
stringentere
formale
Fassung).
Unter der
Überschrift
Im Jahre
1848
heißt es bei
Kopisch:
Nimm nicht
Parthei mein
Lied, nein,
höher
schwebe,
Laß tief zu
Füßen der
Arachne Webe
Und preis in
sel’ger
Freiheit nur
das Schöne
Durch deine
Töne.
Leicht wär’
es
widersenden
spitze
Pfeile
Auf deine
Feinde; doch
es hat nicht
Eile:
Sie fallen
unbekämpft
mit scheelem
Blicke
In eigne
Stricke!
Was in den
Wald sie
schreien,
hall’ nicht
wieder,
Berühre
Keinen,
Zauberstab
der Lieder!
Und wolle
nicht, die
alles
Schönen
lachen,
Unsterblich
machen.
So ließ sich
wohl nur vom
Gartenhaus
in Sanssouci
aus und als
wohldotierter
königlicher
Pensionär
auf die
Achtundvierziger
dichten, wie
nicht zum
wenigsten
der Blick
auf den
konservativen
Eichendorff
zum gleichen
Thema
erweist.
Neben den “Geister”-Gedichten
à la Die
Heinzelmännchen
zu Köln
sind vor
allem die
Agrumi,
Volksdichtungen
aus Italien,
halbwegs in
Erinnerung
geblieben.
–
Kopischs
Dramen,
darunter die
“Tragödie in
fünf Akten”
Chrimhild,
könnten bei
dem gerade
anhebenden
Forschungsinteresse
für das
romantische
Drama wieder
von
Bedeutung
werden.
Nicht
übersehen
werden
sollte, daß
Paul Heyse
in seine
repräsentative
Anthologie
Deutscher
Novellenschatz
Kopischs
Novelle
Ein
Karnevalsfest
auf Ischia
aufgenommen
hat.
Werke:
August
Kopisch:
Gesammelte
Werke. 5
Bände.
Geordnet und
herausgegeben
von Freundes
Hand (= C.
Bötticher).
Berlin,
Weidmannsche
Buchhandlung
1856. –
Geistergedichte,
Schwänke und
Balladen.
Hg. von M.
Landmann.
1960. – Die
Heinzelmännchen
zu Köln. Mit
farbigen
Illustrationen
von Rolf
Köhler.
Frankfurt/Main
1989 (= it
2025).
Lit.:
P. Bornefeld:
August
Kopisch.
Sein Leben
und seine
Werke. Diss.
Münster
1912. – E.
Scheyer:
Schlesische
Malerei der
Biedermeierzeit.
1965.
Bild:
Bergstadtverlag
Wilhelm
Gottl. Korn
Würzburg.
Walter
Dimter