1732 wurde
dem Rektor
des
Gymnasiums
in der
Residenz des
damaligen
schlesischen
Fürstentums
Schweidnitz
ein Sohn
geboren,
Carl
Gotthard
Langhans.
Erst als
20-Jähriger
begann
dieser ein
Studium der
Theologie
und Sprachen
an der
Universität
Halle,
betrieb aber
nebenbei
schon
Architekturstudien.
In Breslau
verdingte
sich
Langhans
1756 als
Hauslehrer
beim Grafen
Matuschka,
beschäftigte
sich aber in
den
folgenden
Jahren
intensiv mit
der
Baukunst.
Durch
Vermittlung
des
Breslauer
Domherrn
Matuschka,
einem Bruder
von
Langhans’
Schüler, kam
es 1764 zum
Auftrag für
einen
Entwurf zum
Bau der
evangelischen
Friedenskirche
in Glogau,
der dann
verändert
ausgeführt
wurde. Nach
einem
Entwurf von
Langhans für
ein
Stadtpalais
ließ die
Familie
Hatzfeld den
Bau
1766-1768 in
Breslau
errichten;
durch den
Tod des
Bauherrn
blieb der
Innenausbau
allerdings
unvollendet.
Der
Baumeister
wurde weiter
empfohlen,
und schon
1766 war
Langhans in
Rheinsberg
beim Prinzen
Heinrich von
Preußen, dem
Bruder
Friedrichs
d.Gr., und
erstellte
die Pläne
für die
Umgestaltung
von
Treppenhaus,
Speisesaal
und
Bibliothek,
die bis 1769
frühklassizistisch
ausgeführt
werden
sollten.
1775 wurde
Langhans zum
Oberbaurat
der
preußischen
Provinz
Schlesien
ernannt,
zuständig
für
Hochbauten,
Wasser- und
Wegebau.
Unter
Gouverneur
Graf Hoym
wurde er
Leiter der
Kriegs- und
Domänenkammer
in Breslau
und
unternahm
zahlreiche
Studienreisen
nach
Holland,
Belgien,
Frankreich
und England,
wo er vor
allem
Wasser- und
Gartenanlagen
und Fabriken
besichtigte.
1777
heiratete
Langhans
Anna
Elisabeth
Jäger, die
Tochter des
Breslauer
Juristen
Ernst
Gottlieb
Jäger; 1781
wurde der
Sohn Carl
Ferdinand
Langhans
geboren, der
später in
die
Fußstapfen
des Vaters
treten
sollte. Die
Familie
wohnte in
Breslau
gegenüber
dem Palais
Hatzfeld, in
der
Albrechtstraße
18. Langhans
ließ eine
eigene
Kalkbrennerei
errichten,
die ihn zum
reichen Mann
machte. Er
errichtete
1780 eine
Kaserne in
Brieg, 1782
in Breslau
das später
abgerissene
Schauspielhaus,
evangelische
Kirchen in
Waldenburg
und
Groß-Wartenberg,
am Rossmarkt
in Breslau
ein Wohnhaus
für Gideon
von Palachy,
bei Lissa
Schloss
Pawlowitz
für Graf
Mielzyns.
1786
übersiedelte
die Familie
in die
preußische
Hauptstadt
nach Berlin.
In der
Akademie der
Künste traf
Langhans auf
seine
Konkurrenten
Gontard und
Erdmannsdorff.
Für
Friedrich
Wilhelm II.
erstellte er
die Pläne
für den
Innenumbau
der
Staatsoper;
eine neue
Zeit hatte
begonnen.
Sein Entwurf
von 1787 für
die
Turmbekrönung
der
Marienkirche
in Berlin in
neogotischer
Form wurde
1790
ausgeführt
und ist noch
heute
beliebtes
Fotomotiv.
Auch die
Kolonnaden
von 1787 in
der
Mohrenstraße
in Berlin
haben die
Zeiten
überdauert,
sind heute
allerdings
zur Front
eines
Ministeriums
geworden.
1788
ernannte der
preußische
König
Langhans zum
Geheimen
Kriegsrat
und Direktor
des
Oberhofbauamtes.
In dieser
Eigenschaft
legte der
Baumeister
nicht nur
die Straße
nach
Klein-Glienicke
und Potsdam
an, sondern
baute auch
1788-1790
das
Belvedere im
Schlosspark
Charlottenburg
und ließ den
dortigen
Theaterbau
errichten,
der 1900
aufgehoben
wurde.
Erhalten ist
als
Architekturjuwel
die
Tierarzneischule
(Anatomisches
Theater) in
der
Luisenstraße
in Berlin,
ein runder
Hörsaal mit
amphitheaterförmig
ansteigenden
Sitzreihen
unter einer
Kuppel.
An der
Nahtstelle
zwischen dem
alten
Zentrum
Berlins und
dem
repräsentativen
Erholungsgebiet
Tiergarten
entstand von
Langhans
1789-1791
der
monumentale
Westabschluss
der
Raumanlage
Unter den
Linden und
deren
Blickpunkt:
das
Brandenburger
Tor.
Langhans
hatte sich
an den
Propyläen
der
Akropolis
von Athen
orientiert.
In den
Jahren der
Französischen
Revolution
schuf er das
erste
monumentale
Bauwerk
einer neuen,
vom
Bürgertum
bestimmten
Zeit in
Deutschland.
Wuchtig und
streng
verkörpert
das
Brandenburger
Tor einen
revolutionär
bürgerlichen
Klassizismus.
Es wurde,
eine
Generation
vor Karl
Friedrich
Schinkel, zu
einem der
bedeutendsten
Bauwerke des
Klassizismus.
Langhans
wollte
soviel
Verbindung
zwischen
Stadt und
Grünem wie
möglich
schaffen.
Der
Mittelteil –
65 m breit,
11 m tief,
26 m hoch –
besteht aus
12
Sandsteinsäulen,
untereinander
paarweise
durch
Querwände
verbunden,
so dass fünf
breite
Durchgänge
entstanden.
Hierüber
erhebt sich
ein
mächtiges
Querteil mit
einer
gestuften
Plattform,
die der von
Gottfried
Schadow
geschaffenen
Quadriga als
Postament
dient. Auf
einem
Viergespann
bringt
Viktoria den
Frieden in
die Stadt.
Das
Brandenburger
Tor von Carl
Gotthard
Langhans ist
Friedenstor,
nicht
Siegestor.
Nach den
Befreiungskriegen
wurde diese
Sinngebung
zum
Triumphtor
umgedeutet.
Nach dem
Zweiten
Weltkrieg
ist das
Brandenburger
Tor Symbol
der
deutschen
Geschichte,
wurde zum
Mahnmal der
der
deutschen
Einheit, und
ist heute
neben dem
Kölner Dom
das weltweit
bekannteste
deutsche
Bauwerk.
1791 wurde
Langhans für
den
Innenausbau
des von Carl
von Gontard
errichteten
Marmorpalais
Friedrich
Wilhelms II.
in Potsdam
herangezogen;
gleichzeitig
formte er
den Festsaal
im Schloss
Bellevue,
heute Sitz
des
Bundespräsidenten.
Wenig Glück
war dem
1798-1902
auf dem
Gendarmenmarkt
in Berlin
errichteten
Nationaltheater
beschieden,
das schon
1817
abbrannte
und Jahre
später durch
Schinkels
geniales
Schauspielhaus
ersetzt
wurde.
Langhans zog
zurück nach
Schlesien
und verstarb
1808 in
Grüneiche
bei Breslau.
Er zählt mit
Andreas
Schlüter,
Karl
Friedrich
Schinkel und
Knobelsdorff
zu den ganz
großen
preußischen
und
deutschen
Architekten.
Bild:
Kulturstiftung.
Wolfgang
Schulz