Vom
dichtenden
Gymnasiasten
und
Tennisspieler,
der stets
Goethes
Faust in
seiner
Schultasche
trug, führte
der
Lebensweg
des Berliner
Bankierssohns
über den des
Berufssoldaten
mit
journalistischen
Ambitionen
während des
Ersten
Weltkrieges
zum
Schriftsteller
und
Publizisten.
In seinem
Elternhaus
verkehrten
viele junge
Musiker,
Maler und
Schriftsteller,
wie später
bei ihm in
Danzig-Oliva,
in seinem
Harzhäuschen
in
Wernigerode
und zuletzt
in
Bremen-Oberneuland.
Als
Tennisspieler
errang er
1906 den
Kaiserpreis
und wurde
mehrfach
Deutscher
Meister.
Durch
Fürsprache
des
deutschen
Kronprinzen
kam Carl
Lange als
Fahnenjunker
nach Danzig,
das bis 1945
über vier
Jahrzehnte
sein
Lebensmittelpunkt
bleiben
sollte und
wo er sich
heimisch
fühlte. Carl
Lange war
vielseitig,
fleißig,
hatte Ideen,
und wo er
erschien,
war er
ungewollt
Mittelpunkt.
Er war immer
für andere
da, kein
Mensch der
Berechnung,
sondern, wie
es in einem
Nachruf für
ihn heißt,
„ein Anwalt
des
Herzens“.
Nach
Ausbruch des
Ersten
Weltkrieges
wurde der
Oberleutnant
von
Danzig-Neufahrwasser
als
Batteriechef
in die Nähe
des
Städtchens
Mewe hoch
über dem
westlichen
Weichselufer
im damaligen
Kreis
Marienwerder
versetzt.
Als die
Weichsellinie
nicht zur
Front wurde,
veranstaltete
Carl Lange
im
ehemaligen
Schloß des
Deutschen
Ordens für
seine
Soldaten und
die gesamte
Mewe-Garnison
literarisch-musikalische
Abende und
Feierstunden.
Dazu lud er
die
Bevölkerung
ein und
verstand es,
die
Schuljugend
mitwirken zu
lassen. Das
Programm
gestaltete
er selbst,
wie er auch
die Texte
selbst
schrieb. Auf
diese Weise
entstand der
zweite
Gedichtband
„Meine
Kameraden“.
Der
journalistisch
befähigte
Artillerist
wurde auch
als
Vortragsredner
eingesetzt,
und auf der
Insel Borkum
wurde ihm
die Leitung
der Borkumer
Kriegszeitung
übertragen,
in der die
Kunst und
nicht die
Kanonen den
Inhalt
ausmachten.
Der Abschied
von der
Armee
erfolgte
1920 als
Major.
Wieder in
Danzig,
gründete
Carl Lange
die
Ostdeutschen
Monatshefte
für Kunst-
und
Geistesleben,
deren
Hauptschriftsteller
er bis zu
der
verfügten
Einstellung
der
Schriftenreihe
1939 blieb.
Ihm lag die
kulturelle
und geistige
Betreuung
des vom
Reich
abgetrennten
Danzigs und
des
deutschen
Ostens am
Herzen. Er
wurde
Mitarbeiter
der Zoppoter
Waldoper,
begründete
den
Marienburg-Bund
und
beteiligte
sich an
anderen
künstlerischen
Unternehmungen.
Die
Buchreihe
„Deutscher
Geist“ und
„Geist von
Potsdam“
gründete er,
wurde
Mitherausgeber
der
Schlieffen-Bücherei,
gab eine
volkstümliche
Danziger
Zeitschrift
heraus und
schuf die
Kalender
„Danziger
Bote“,
„Preußenkalender“
und
„Deutscher
Schrifttumskalender“.
Oliva,
Zoppot,
Danzig und
der deutsche
Osten waren
die Themen
anderer
Schriften
und
Dichtungen.
Im Jahre
1950 wurde
der nach dem
Ostharz
Vertriebene
verhaftet
und wegen
„Gefährdung
der
Sicherheit
der DDR“
angeklagt.
Seine eigene
Verteidigungsrede
in der
Hauptverhandlung
war so frei,
offen, ernst
und
überzeugend
– sie endete
wie so oft
bei ihm mit
einem
eigenen
Gedicht –
und führte
zu seinem
Freispruch.
Die damals
mit einem
Nagel in die
Zellenwand
gekratzten
und
auswendig
gelernten
Gedichte
erschienen
1955 in
seinem Band
„Kerkergedichte“.
Bald nach
der
Freilassung
floh er nach
Westdeutschland,
nach Bremen,
in die
Heimatstadt
seiner Frau.
Es gelang
ihm, die
Ostdeutschen
Monatshefte
1955 wieder
zu
begründen.
Sie
erschienen
über seinen
Tod hinaus
bis 1962.
Diese
Ostdeutschen
Monatshefte
vor 1939 und
ab 1955
waren sein
eigentliches
Lebenswerk,
an dem er
mehr hing
als an
seinem
schriftstellerischen
Werk. Sie
waren zu
keiner Zeit
eine
politische
Zeitschrift,
sondern
stets eine
kulturelle,
historische
wie
künstlerisch
besonders
wertvolle
Publikationsreihe,
die unter
ostdeutsch
sowohl die
Ostprovinzen
als auch das
durch den
Versailler
Frieden
abgetrennte
ostdeutsche
Land
verstand,
die dortige
angestammte
Bevölkerung
zum Inhalt
hatte, wie
auch die
deutschen
Siedlungsgebiete
im Osten, im
Baltikum, in
Rußland und
in
Südosteuropa.
In seinen
Heften
wurden
sowohl
Probleme
angesprochen
als auch
Künstler und
Wissenschaftler
vorgestellt,
außerdem
manch einem
aufstrebenden
Talent der
Weg
bereitet.
Carl Lange
war
Mitbegründer
des
Kogge-Dichterkreises.
In den
wenigen
Jahren in
Westdeutschland
hielt er
viele
Vorträge
sowohl in
landsmannschaftlichen
Veranstaltungen
als auch im
Rundfunk und
auf anderen
Tagungen,
schrieb
zahlreiche
Aufsätze und
Gedichte.
Ende 1958
erhielt Carl
Lange das
Bundesverdienstkreuz
I. Klasse
und wenige
Wochen vor
seinem
plötzlichen
Tod den
damals
erstmalig
verliehenen
Westpreußischen
Kulturpreis
der
Landsmannschaft
Westpreußen,
der er seit
seiner
Flucht aus
dem Ostharz
besonders
eng
verbunden
war.
Werke:
Verse
(Gedichte,
1912);
Meinen
Kameraden
(Gedichte,
1915); Strom
aus der
Tiefe
(Gedichte,
1919); Der
Kronprinz
und sein
wahres
Gesicht
(1921);
Auswahlband
der Borkumer
Kriegszeitung
(1921);
Harzbuch
(1924); Die
Zoppoter
Waldoper
(1925);
Deutscher
Geist im
Osten
(1926); Ruf
aus der
Stille
(Gedichte
und Sprüche,
1933); Das
leuchtende
Schlachtrelief
von
Tannenberg
(1934); Der
Kronprinz
(1934);
Generalfeldmarschall
von
Mackensen
(1935);
Kampf und
Stille
(Gedichte,
1936);
Mackensen,
der
Marschall
Vorwärts des
Weltkrieges
(1937);
Bilder und
Gestalten
aus eigenem
Erleben
(1939); Die
Befreiung
Danzigs
(1940);
Gedanken und
Gedichte aus
dem Kerker (o.J.);
Herz sei
ruhig.
Trostgedichte
der Zeit (o.J.);
Ostdeutsche
Monatshefte.
Lit.:
Carl Lange:
„Mein Weg
zur
Dichtung“,
in:
Westpreußen-Jahrbuch,
Bd. 10,
1960.
Hans-Bernhard
Meyer: „Gruß
an Carl
Lange“.
Reinhard
Adam in:
„Altpreußische
Bibliographie“,
Bd. III,
1975. DER
WESTPREUSSE
Nr. 2/55,
Nr. 29/58,
Nr. 30/58,
Nr. 1/59,
Nr. 17/59,
Nr. 22/59,
Nr. 33/ 59.
Eigene
Erinnerungen
an Gespräche
mit C. L.
Hans-Jürgen
Schuch