Fürst Franz
Joseph II.
von und zu
Liechtenstein
wuchs im
Renaissanceschloß
Groß
Ullersdorf
in
Nordmähren
auf, erhielt
seine
Schulbildung
in Wien und
absolvierte
dort ein
Studium der
Forstwirtschaft.
Ab 1929
verwaltete
er die in
Ostschlesien
und in
Mähren
gelegenen
ausgedehnten
fürstlichen
Ländereien.
Seit 1938
Regierender
Fürst,
verlegte er
seinen
Wohnsitz in
das
Fürstentum
Liechtenstein,
das er durch
Umsicht und
Sachverstand
zu
bewundernswerter
Blüte
führte. Es
gelang ihm,
das
Fürstentum
aus
Verwicklungen
in den
Zweiten
Weltkrieg
herauszuhalten.
Sein
karitatives
Wirken
während der
Kriegsjahre
kam u.a.
auch der
sudetendeutschen
Bevölkerung
zugute, mit
der er von
Jugend her
verbunden
ist. 1945
verlor das
Haus
Liechtenstein
seine
böhmisch-männlichen
Hauptbesitzungen.
In seiner
maßvollen
politischen
Einstellung,
seinem
Rechtsbewußtsein
und seiner
europäischen
Gesinnung
gründet des
Fürsten
Aufgeschlossenheit
für die
Anliegen der
Vertriebenen.
Der Fürst
war
Jahrzehnte
hindurch
Ehrengast
der
„Sudetendeutschen
Tage“, der
Treffen der
Südmährer
und vieler
weiterer
Veranstaltungen
der
Vertriebenen.
Er bekundete
dadurch
immer wieder
die
Verbundenheit
mit den
Vertriebenen
sowie sein
Verständnis
und
Interesse
für deren
Belange.
Sein
besonderes
Anliegen war
dabei die
Förderung
des
Publikationswesens
der
Sudetendeutschen
Landsmannschaft.
1962
übernahm er
die
Schirmherrschaft
über die
vertriebenen
Deutschen
aus Troppau.
Fürst Franz
Joseph II.
hat darüber
hinaus
während
seiner
langjährigen
Regierungszeit
im Sinne
christlicher
Nächstenliebe
und im
Geiste
echter
Humanität
zahlreichen
Menschen
aller Völker
Mittel- und
Osteuropas
geholfen,
indem er
ihnen in
Liechtenstein
ein erstes
Asyl geboten
und diesen
Asylschutz
gegen die
Auslieferungsbegehren
mächtiger
Staaten
mutig
verteidigt
hat. Aus
diesem
Grunde hat
die V.
Generalversammlung
der
„Association
Europénne
pour Pétude
du Problème
des Refugies“
(AER) im
Jahre 1955
in Helsinki
den Fürsten
gebeten, das
Protektorat
über die I.
Generalversammlung
der zur AWR
(Association
for the
Study of the
World
Refugee
Problem)
erweiterten
AER, die
1956 in
Vaduz
stattfand,
zu
übernehmen.
In
Verbindung
damit sollte
der
internationalen
Erforschung
des
Weltflüchtlingsproblems
in
Liechtenstein
eine
dauernde
Heimstätte
geschaffen
werden.
Seitdem hat
er die
Schirmherrschaft
über die AWR
inne; er
gründete für
ihre
finanzielle
Absicherung
die „Fürst
Franz Joseph
von
Liechtenstein-Stiftung“,
die zehn
Jahre lang
bestand (bis
1973) und
mit jährlich
DM 20000
dotiert war.
Auch heute
noch fördert
er die AWR
nachdrücklich
durch sein
Eintreten
für die
deutschen
Vertriebenen,
denen er in
der AWR
immer schon
sein
besonderes
Interesse
zugewendet
hat. Während
der Zeit des
Zweiten
Weltkrieges
hat sich der
Fürst für
die Rechte
des
tschechischen
Volkes
unerschrocken
eingesetzt.
Gleichermaßen
tritt er
heute für
die
uneingeschränkten
Rechte der
deutschen
Vertriebenen
ein und
wirkt so für
die
Durchsetzung
und
Anerkennung
des Heimat-
und
Selbstbestimmungsrechtes
für die
Deutschen
wie aller
Völker
Mittel- und
Osteuropas.
Den Einsatz
des Fürsten
für die
Belange der
deutschen
Heimatvertriebenen
dankte ihm
die
Sudetendeutsche
Landsmannschaft
1956 durch
die
Verleihung
des
Ehrenbriefes
der
Sudetendeutschen
Landsmannschaft
und 1963
durch die
Verleihung
des
Europäischen
Karlspreises.
In Würdigung
seiner
Verdienste
verlieh das
Präsidium
des Bundes
der
Vertriebenen
am 6.9.1985
in Berlin
dem Fürsten
von und zu
Liechtenstein
Franz Joseph
II. die
Plakette für
„Verdienste
um den
deutschen
Osten und
das
Selbstbestimmungsrecht“.
Hugo Rasmus