Als Leopold
Wolfgang
Rochowanski
im Jahre
1912 unter
dem Titel
Hämetgsang
eine
Sammlung von
Mundartgedichten
und
–erzählungen
herausgab –
wohl die
erste
sudetenschlesische
Anthologie
–, dürfte er
keinen
Augenblick
gezögert
haben, Josef
Lowag in
diese
Publikation
einzubeziehen.
In der Tat
erfreute
sich dieser
volkstümliche
Schriftsteller
schon damals
großer
Beliebtheit,
genoß
Ansehen auch
unter den
Fachleuten
und gilt
nunmehr
ebenso wie
Viktor
Heeger als
einer der
Repräsentanten
des
sudetenschlesischen
Schrifttums
– mit
starker
Betonung des
Mundartlichen.
Josef Lowag
wurde als
Sohn des
Zeugschmiedes
und
Drahtziehers
Josef Lowag
und seiner
Ehefrau
Rosalia
geboren.
Nachdem die
Eltern “Haus
und Hof”
verkauft
hatten,
ließen sie
sich in der
Siedlung
Wolfseifen
der Gemeinde
Buchbergsthal
nieder. Nach
dem Besuch
der
Volksschule
in
Buchbergsthal
begann Josef
Lowag als
Dreizehnjähriger
seine
berufliche
Ausbildung
in einem
Eisenwerk.
In einer
betriebseigenen
Bergbau- und
Hüttenschule
und in
eifrigem
Selbststudium
erwarb er
solide
montanistische
Kenntnisse,
so daß er
später
erfolgreich
selbständig
arbeiten
konnte und
außerdem
zahlreiche
Abhandlungen
als
Montangeologe
veröffentlichte,
die in den
einschlägigen
Fachzeitschriften
Österreichs
und des
Deutschen
Reiches
erschienen
(zwischen
1884 und
1906). Im
Jahr 1870
kauften
Lowags
Eltern das
Haus Nr. 183
in der
Koloniegasse
zu
Würbenthal,
in dem sie
mit ihren
fünf Kindern
eine neue
Heimstatt
fanden.
Am 6.
November
1876
heiratete
Josef Lowag
die aus
Rückers im
Glatzer
Ländchen
stammende
Albertina
Hatscher,
die
allerdings
bei den
Großeltern
in Einsiedel
aufgewachsen
war. Die Ehe
war jedoch
von
tragischen
Ereignissen
überschattet.
Eine Tochter
starb
bereits im
Kindesalter.
Der ältere
Sohn,
Bildhauer
und Maler,
erlag nach
kurzer
Krankheit
27jährig
1904 einer
Darminfektion.
Bald nach
dessen Tod
erkrankte
Josef Lowag,
der Vater,
selbst
lebensgefährlich
an Typhus.
Er wurde
aufopferungsvoll
von seiner
Tochter
Anselma
(Selma)
gepflegt,
durfte auch
genesen,
doch das
19jährige
Mädchen
hatte sich
infiziert
und fiel der
Krankheit
zum Opfer.
Josef Lowag
scheint sich
von diesen
und anderen
Schicksalsschlägen
nicht mehr
ganz erholt
zu haben,
zumal man
ihm seine
literarische
Anerkennung
neidete und
seine
montanistischen
Unternehmungen
wirtschaftliche
Rückschläge
mit sich
brachten.
Hinzu kam
der Kummer
mit seinem
Sohn Alois
Franz Lowag
(1879-1968),
der durch
allerlei
Mißhelligkeiten
die
familiäre
Eintracht
störte (und
ihn als
einziges
seiner
Kinder
überleben
sollte).
In den
Herzen
seiner Leser
wie unter
den
Auspizien
der
Literarhistoriker
hat sich
Josef Lowag
einen festen
Platz
gesichert.
Als Erzähler
hinterließ
er ein
verhältnismäßig
umfassendes
Lebenswerk,
das ihn als
heimatverbundenen
Sohn des
Altvaterlandes
ausweist. Er
sammelte
Heimatsagen,
ließ bei
ihrer
Wiedergabe
jedoch nicht
selten
seiner
Phantasie
freien Lauf,
verfaßte
heimatgeschichtliche
Darstellungen,
schrieb
Erzählungen
aus dem
harten
Daseinskampf
seiner
Mitmenschen,
trieb
volkskundliche
Studien und
setzte sich
für die
Erhaltung
des
Volkstums
ein; er
schilderte
die
Schönheit
seiner
geliebten
Heimat und
förderte den
aufkeimenden
Tourismus.
Die Titel
seiner
Bücher
lassen
meistens auf
den für sein
Schaffen
charakteristischen
Inhalt
schließen.
Nötigenfalls
nehme man
den
Untertitel
zu Hilfe.
Als Beispiel
seien
genannt:
Geschichten
vom Förster
Benedix,
mundartliche
Humoresken
aus dem
Jägerleben
des
Altvatergebirges,
die
zweifellos
die
Spitzenposition
unter den
Publikationen
Josef Lowags
einnehmen
und mit
denen sich
der
Verfasser
einreiht in
die Riege
der
literarischen
Vertreter
der
einzelnen
deutschen
Landschaften
zwischen dem
Schwarzwald
und der
Ostsee,
zwischen
Friesland
und dem
Ostsudetenland,
das
ebenfalls
einst eine
deutsche
Landschaft
war.
Werke:
Führer für
Würbenthal
und Umgebung
(1888). –
Der Klausner
von
Engelsberg
(Begebenheiten
aus der Zeit
des
Dreißigjährigen
Krieges,
1889). –
Altvatersagen
(1890, 6.
Auflage
1965). –
Schlesische
Volks- und
Bergmannssagen
(1903). –
Illustrierter
Führer durch
das
Sudetengebirge,
dessen
Kurorte,
Heilanstalten
und
Sommerfrischen
(1903, 3.
Auflage
1909). –
Sagen und
Geschichten
aus dem
Altvatergebirge
(1904). –
Aus der
Heimat
(Mundarterzählungen,
1907, 4.
Auflage
1961). –
Eichenlaub
und
Tannenreis
(Erzählungen
aus der
Quadenzeit,
1908). –
Geschichtla
vom Förster
Benedix
(1910, 4.
Auflage
1962:
Geschichten
vom Förster
Benedix). –
Schuld und
Sühne
(Roman,
1920).
Lit.:
Arno Lubos:
Geschichte
der
Literatur
Schlesiens,
II. Band,
München
1967. –
Josef Walter
König:
Heimat im
Widerschein,
Heidenheim
an der Brenz
1978, mit
der
Abhandlung:
Das
literarische
Schaffen der
Lowags. –
Freudenthal
und seine
Kreisgemeinden,
Esslingen
1990.
Josef Walter
König