Theo
Mackebens
Vater
Johannes
Mackeben war
Garnison-Verwaltungsdirektor.
Der Sohn
erhielt früh
Geigen- und
Klavierunterricht,
und als
Dreizehnjähriger
trat er
bereits als
Pianist auf.
Nach dem
Abitur am
Kaiserin-Augusta-
(heute
Görres-)
Gymnasium in
Koblenz
studierte er
am Kölner
Konservatorium.
1917/18 kam
er als
Militärmusiker
nach
Warschau, wo
er
Kompositionsschüler
von Jules de
Wertheim
wurde und
vom dem
Liszt-Schüler
Joseph Weisz
Klavierunterricht
erhielt.
1920 bis
1922 war er
Duopartner
des
Geigenvirtuosen
Leopold
Przemislaw.
Konzerttourneen
führten ihn
bis
Holländisch-Indien.
Dann lebte
er in
Berlin, wo
er im ”Kaffe
Größenwahn”
und in der
Gymnastikstunde
des
Rundfunks
Klavier
spielte, für
Berliner
Theater
Schauspielmusiken
schrieb und
für den
Rundfunk
komponierte.
Er wurde
Dirigent an
der
Volksbühne,
wo er 1928
die
Uraufführung
der
Dreigroschenoper
von
Weill/Brecht
leitete.
Bekannt
wurde
Mackeben mit
dem Lied
”Komm auf
die
Schaukel,
Luise”
(1931). Ein
großer
Erfolg wurde
1931 die
Operette
Die Dubarry
im
Admiralspalast,
”die auf
Millöckers
vergessener
Operette
Gräfin
Dubarry
beruhte,
deren Musik
er mit
anderen
Millöcker-Melodien
und solchen
eigener
Erfindung zu
einer
äußerst
wirksamen
Einheit
verband”
(Edmund
Nick). Seit
1930
arbeitete
Mackeben für
den Tonfilm,
und er wurde
mit 52
Filmmusiken
einer der
meistbeschäftigten
Komponisten
dieses
Genres. So
gehörte er
mit Werner
Bochmann,
Werner
Richard
Heymann und
Peter
Kreuder zu
den
berühmten
UFA-Komponisten.
Es seien
einige Filme
genannt:
Die Jagd
nach dem
Glück
(1930),
Liebelei
(1933),
Pygmalion
(1935),
Victoria
(1935),
Intermezzo
(1936),
Heimat
(1938),
Ohm Krüger
(1941) und
Der große
Zapfenstreich
(1952).
Viele seiner
Melodien
wurden zu
Evergreens,
wie ”Die
Nacht ist
nicht allein
zum Schlafen
da”, ”Du
hast Glück
bei den
Frau'n”,
”Nur nicht
aus Liebe
weinen” oder
”Frauen sind
keine
Engel”. 1939
wurde
Mackeben zur
Wehrmacht
eingezogen.
Nach dem
Krieg lebte
Mackeben
zunächst in
Bad Ischl,
dann wieder
in Berlin.
Für die
Berliner
Festwochen
1951 schrieb
er Musik zu
dem
Villon-Stück
Die
Geduld der
Armen,
in welchem
seine zweite
Frau, Loni
Heuser, in
einer
Hauptrolle
auftrat.
1952 folgte
die Musik zu
dem Film
Der große
Zapfenstreich,
und so
gelang es
ihm, wieder
an seine
erfolgreiche
Zeit vor dem
Krieg
anzuknüpfen.
Doch bereits
im folgenden
Jahr
verstarb
Theo
Mackeben an
einem
Herzinfarkt.
Es war ein
verlustreiches
Jahr für die
Unterhaltungsmusik,
in welchem
auch Eduard
Künneke und
Emmerich
Kálmán
starben.
Auf einen
Wesenszug
seines
Schaffens,
seine
Vielseitigkeit,
sei noch
eingegangen,
ohne deren
Erwähnung
eine
Würdigung
Theo
Mackebens
unvollständig
wäre. Er hat
sich immer
wieder über
den
Grenzbereich
der
Unterhaltungsmusik
hinaus
begeben, so
in den 20er
Jahren mit
seinem
Oratorium
Hiob für
den Berliner
Rundfunk,
mit der Oper
Rubens,
welcher die
Uraufführung
infolge der
ersten
Zerstörung
der Berliner
Staatsoper
durch Bomben
1941 versagt
blieb, und
mit der Oper
Manuela,
die während
des Kriegs
verbrannte.
Erfolgreich
waren die
Sinfonische
Ballade für
Violoncello
und
Orchester,
die 1946 in
der Berliner
Staatsoper
im
Admiralspalast
uraufgeführt
wurde, sowie
sein
Klavierkonzert
b-moll,
das seine
Uraufführung
im Oktober
1945 im
Mozarteum in
Salzburg
erlebte und
eines der
meistgespielten
Klavierkonzerte
deutscher
Provenienz
in der
Nachkriegszeit
wurde.
Mackebens
”Ausdrucksskala
reichte von
handfester
Schlagermusik
über
wohlgeformte,
alle Stile
beherrschende,
noble
Orchestermusik...
Wenn auch
der größte
Teil seiner
Arbeit an
die rasch
vergessene
Filmkunst
drangegeben
war, so war
doch vielen
Musiken ein
von ihrer
ursprünglichen
Bestimmung
losgelöstes
Weiterleben
beschieden”
(Edmund
Nick). So
ist jetzt
eine
CD-Einspielung
seiner
Filmmusiken
(Capriccio)
erhältlich.
Lit.:
MGG (Edmund
Nick). –
Riemann. –
The New
Grove. –
Werner
Mezger:
Schlager,
Tübingen
1975 S. 132.
– Bardon/Demmler/Pfarr:
Lexikon des
deutschen
Schlagers,
Ludwigsburg
1992, S.
235. –
Komponisten
der
Gegenwart im
Deutschen
Komponistenverband.
Hrsg. W. W.
Bruchhäuser
Berlin 1995
S. 818.
Bild:
Theo
Mackeben am
Flügel auf
einer
Berliner
Veranstaltung
(eine der
letzten
Aufnahmen
des
Künstlers).
Süddeutscher
Verlag
München.
Helmut
Scheunchen