Als Sohn des
Rektors der
evangelischen
Schule in
Czernowitz
geboren,
besuchte er
dort
Volksschule
und
Gymnasium
und
studierte an
der
Czernowitzer
Universität
Mathematik
und Physik.
1926
promovierte
er mit einer
Arbeit über
Gasentladung
bei Prof.
Dr. E.
Badarau. Ein
Jahresstipendium
der
Rockfeller-Stiftung
– auf
Empfehlung
von Prof.
Dr. L. Loeb
von der
Universität
Berkeley –
führte ihn
für ein Jahr
zu Prof. Dr.
Gerlach in
Tübingen.
Die dortige
Molekularstrahlen-Forschung
und die
anschließende
Habilitation
an der
Universität
Czernowitz,
machte ihn
in
internationalen
Fachkreisen
bekannt.
1932
verbrachte
H. Mayer auf
Grund eines
zweiten
Rockfeller-Stipendiums
zwecks
Erforschung
der Physik
dünner
Schichten
bei Prof.
Dr. Tyndall
in
Bristol/England.
Neben seiner
Tätigkeit
als
Physik-Professor
der
Universität
Czernowitz
befaßte sich
H. Mayer mit
den
völkischen
Problemen
der
Buchlanddeutschen.
Mit einer
Gruppe
seiner
deutschen
Studenten
wurden eine
Volkszählung
durchgeführt
und mehrere
Dorfmonographien
erarbeitet.
Diese
Unterlagen
waren eine
wichtige
Hilfe bei
der
Durchführung
der
„Umsiedlung“
der
Deutschen
aus der
Bukowina
nach dem
Einmarsch
russischer
Truppen im
Juni 1940.
Als
stellvertretender
Leiter der
deutschen
Umsiedlungskommission
in
Czernowitz
war er
maßgeblich
an dieser
bereits im
Herbst 1939
zwischen
Hitler und
Stalin
vereinbarten
Umsiedlung
der
Deutschen
beteiligt.
Insgesamt
verließen
ca. 90 000
Menschen die
angestammte
Heimat, denn
die
Deutschen
aus der
rumänisch
verbliebenen
Südbukowina
entschieden
sich
ebenfalls
für die
Umsiedlung
ins Deutsche
Reich. Seine
berufliche
Tätigkeit
begann
zunächst als
Dozent an
der
Technischen
Hochschule
in Breslau.
1941 folgte
die Berufung
als
Ordinarius
der Physik
an der
Universität
Posen, wo er
seine
Forschungen
über die
Physik der
dünnen
Schichten
fortsetzen
konnte. Im
Januar 1945
gelang die
Flucht aus
Posen vor
den
anrückenden
Sowjet-Truppen,
wobei alle
wissenschaftlichen
Unterlagen
verloren
gingen. Nach
dem
Kriegsende,
das er als
Leutnant der
Wehrmacht in
amerikanischer
Gefangenschaft
erlebte,
wurde
Herbert
Mayer Dozent
und kurz
danach
außerordentlicher
Professor an
der
Universität
München.
1950
erschien der
erste Band
seiner
weltweit
beachteten
„Physik der
dünnen
Schichten“.
Darauf
folgte im
gleichen
Jahr die
Berufung als
ordentlicher
Professor
der Physik
an der
„Technischen
Hochschule
für Bergbau
und
Hüttenwesen“
in
Clausthal-Zellerfeld.
Das
Erscheinen
des zweiten
Bandes der
„Physik der
dünnen
Schichten“
löste eine
umfangreiche
Vortragstätigkeit
im In- und
Ausland aus.
Als Leiter
eines neu
erbauten
Physikalischen
Instituts
zog er
Studenten
aus der
ganzen Welt
an, deren
Doktorarbeiten
er auch nach
seiner
Emeritierung
1968
jahrelang
betreute.
Als Krönung
und
Anerkennung
seiner
wissenschaftlichen
Tätigkeit
wurde
Herbert
Mayer am
1.11.1985
zum
Ehrensenator
der
Technischen
Universität
Clausthal-Zellerfeld
ernannt.
Mit seiner
zweiten
Ehefrau Else
(ebenfalls
aus
Czernowitz
stammend)
bezog er ein
Eigenheim in
Winterbach
und wurde
sehr bald
ein
hochgeschätztes
Mitglied
dieser
schwäbischen
Gemeinde.
Mit einem
Kreis
buchenländischer
Freunde
gründete
Herbert
Mayer die
„Raimund
Friedrich
Kaindl
Gesellschaft“
1974 in
Stuttgart
und widmete
sich
intensiv der
buchenlanddeutschen
Familienforschung.
In der
Schriftenreihe
„Kaindl-Archiv“
veröffentlichte
er
geschichtliche
Dokumentationen
und betreute
mit anderen
Mitarbeitern
zahlreiche
Genealogien.
Als
Präsident
dieser nach
dem letzten
deutschen
Rektor der
Universität
benannten
Gesellschaft
hat er von
1974-1983
ihre
Geschicke
erfolgreich
geleitet.
Von der
Landsmannschaft
der
Buchenlanddeutschen
wurde
Herbert
Mayer mit
ihrer
höchsten
Auszeichnung
– der
goldenen
Ehrennadel –
bereits am
23. Oktober
1960 geehrt.
Trotz seines
hohen Alters
widmet er
sich
weiterhin
der
buchenländischen
Familienforschung.
Lit.:
Wissenschaftliche
Veröffentlichungen
auf dem
Gebiet der
Physik und
Volkskunde
(vollständiges
Verzeichnis
in
Kaindl-Archiv
IV, 1985:
„Die
buchenlanddeutsche
Sippe
Mayer“,
Ergebnisse
der
Familienforschung)
insgesamt
108 Bücher,
Broschüren,
Artikel und
80 gedruckte
Vorträge bei
Symposien
und anderen
Veranstaltungen
im In- und
Ausland in
deutscher,
rumänischer,
englischer
und
französischer
Sprache.
Irma
Bornemann