Der
Vertreter des deutsch-römischen Klassizismus Anton Raphael Mengs
begann als Schüler seines Vaters Ismael, mit dem er im Jahre 1741
nach Rom ging. Er wurde 1746 Hofmaler Augusts III. in Dresden und
1754 Direktor der Accademia di S. Lucca in Rom. In den Jahren
1761-1769 und 1774 war er für Karl III. von Spanien in Madrid tätig.
Mengs galt als berühmtester deutscher Maler seiner Zeit. Er gehörte
in seinem Stil in den Frühwerken dem Spätbarock an. Auf seinen
Klassizismus wirkten u. a. die Anschauungen Winckelmanns ein, mit
dem er befreundet war. Die Antike, Raffael und Correggio waren die
Vorbilder seiner Kunst, mit der er den reinen Klassizismus der
folgenden Generation begründet hat. Mengs schuf große Freskenwerke,
kirchliche, historische und mythologische Bilder und zahlreiche
Bildnisse. Das berühmteste seiner Fresken ist „Der Parnaß“ (Apoll im
Kreise der Musen), ein Deckengemälde in der Villa Albani in Rom
(1761). Er schuf ferner Deckengemälde in S. Eusebio, Rom (175 7), im
Schloß zu Madrid, Altarbilder (Josephs Traum“ in Dresden, „Geburt
Christi“ in Madrid), ferner Selbstbildnisse und die Bildnisse von
Papst Clemens XIII. (l758), Winckelmann (um 1760) und der Sängerin
Mingotti. Er verfaßte „Gedanken über die Schönheit und über den
Geschmack in der Malerei“ (1762). Seine „Sämtlichen Schriften“
wurden 1780 in 2 Bänden von d'Azara herausgegeben.
(1979)