Nach dem Studium der
Klassischen
und
Deutschen
Philosophie
schlug Fritz
Milkau die
Laufbahn
eines
wissenschaftlichen
Bibliothekars
ein. Seine
Ausbildung
erhielt er
an den
Universitätsbibliotheken
in
Königsberg,
Berlin und
Bonn. Nach
einer
vorübergehenden
Tätigkeit im
Preußischen
Kultusministerium
leitete er
von 1902 bis
1907 die
Universitätsbibliothek
in
Greifswald
und
anschließend
bis 1921 die
Bibliothek
in Breslau.
Im Jahre
1921 wurde
er als
Nachfolger
von Adolf
von Harnack
als
Generaldirektor
an die
Preußische
Staatsbibliothek
in Berlin
berufen, wo
er bis 1925
wirkte. Nach
seiner
Pensionierung
wurde er zum
Honorarprofessor
für
Bibliothekswissenschaft
an der
Berliner
Universität
ernannt. Auf
sein
Betreiben
hin erfolgte
1928 an
dieser
Universität
die Gründung
eines
bibliothekswissenschaftlichen
Instituts,
das bis zu
seinem Tod
im Jahre
1934
bestand.
Mit dem Namen von Fritz
Milkau sind
neben seinen
Leistungen für
die von ihm
geleiteten
Bibliotheken
solche
verknüpft,
die für das
gesamte
Bibliothekswesen
Deutschlands
von
Bedeutung
waren und z.
T. noch
heute sind.
Hierzu
gehören die
Vorarbeiten
für den
Preußischen
Gesamtkatalog,
der etwa 2
Millionen
Zettel über
1.600.000
Werke
preußischer
Bibliotheken
umfaßte und
später zum
Deutschen
Gesamtkatalog
erweitert
wurde. Von
ihm
erschienen
in
gedruckter
Form nur die
Buchstaben A
und B (bis „Beethordnung“).
Das
Zettelmanuskript
des
Gesamtkataloges
wurde im
Zweiten
Weltkrieg
ausgelagert
und ging
verloren, so
daß dieses
großangelegte
Vorhaben ein
Torso
geblieben
ist. Um
einheitliche
Beschreibungen
der
Buchbestände
und ein
Ineinanderordnen
der
Katalogzettel
zu
ermöglichen,
erarbeitete
Milkau mit
anderen
Bibliothekaren
Anweisungen,
die als
„Instruktionen
für die
alphabetischen
Kataloge der
preußischen
Bibliotheken“
(1899, 2.
Ausgabe
1909) in die
Bibliotheksgeschichte
eingegangen
und erst in
jüngster
Zeit durch
die RAK
(Regeln für
die
Alphabetische
Katalogisierung)
abgelöst
worden sind.
Als
Generaldirektor
der
Preußischen
Staatsbibliothek
setzte er
sich dafür
ein, daß der
seit 1893
bestehende
Leihverkehr
zwischen den
elf
preußischen
wissenschaftlichen
Bibliotheken
im Jahre
1924 auf die
Gesamtheit
der
deutschen
Bibliotheken
ausgedehnt
wurde.
Ferner sind
seine
Bemühungen
für die
fachliche
Ausbildung
der
wissenschaftlichen
Bibliothekare
zu nennen.
Aus der
Arbeit des
Bibliothekswissenschaftlichen
Instituts
erwuchs der
Plan zu
einem
Handbuch der
Bibliothekswissenschaft,
von dem zu
Lebzeiten
Milkaus noch
zwei Bände
erschienen.
Nach den
Worten von
Wieland
Schmidt ist
das Handbuch
„die
Zusammenfassung
bibliothekarischen
Denkens
während mehr
als eines
Jahrhunderts“.
Nach 1945
hat es eine
zweite
Auflage
erfahren und
ist
weiterhin
ein
Standardwerk
der
Bibliothekswissenschaft.
Werke
(Auswahl):
Verzeichnis
der Bonner
Universitäts-Schriften
1818-1885.
1897;
Zentralkataloge
und
Titeldrucke.
1898; Die
Königliche
und
Universitätsbibliothek
Breslau.
1911.
Lit.:
Fritz Milkau
zum
Gedächtnis.
Ansprachen,
Vorträge und
Verzeichnis
seiner
Schriften.
Hrsg.:
Gustav Abb.
Leipzig
1934;
Staatsbibliothek
Preußischer
Kulturbesitz.
Festgabe zur
Eröffnung
des Neubaus
in Berlin.
Hrsg.:
Ekkehart
Vesper.
1978.
Harro Kieser