Zwar ist
Friedwald
Moeller in
Kiel
geboren,
aber Sproß
einer alten
ostpreußischen
Familie.
Sein Vater
Louis
Moeller war
dort in den
Jahren des
raschen
Aufstiegs
des
kaiserlichen
Kriegshafens
Stadtrat,
nachdem er
1888-1891
das
Bürgermeisteramt
von Elbing
innehatte.
Am 9.8.1914
trat er in
Insterburg
als
Fahnenjunker
in das
Feldartillerie-Regiment
Nr. 37 (2.
Litauisches)
ein. 1915
wurde er als
Beobachter
zur
Fliegertruppe
versetzt und
war zuletzt
beim
Grenzschutz
in
Ostpreußen.
Im März 1920
schied er
als
Oberleutnant
aus der
Reichswehr
aus. 1924
heiratete er
in Berlin
die
ebenfalls in
Kiel
geborene
Tochter des
kaiserlichen
Vizeadmirals
Heinrich
Saß, Olga.
Von ihr
hatte er
zwei
Töchter,
Ingrid und
Gabriele.
1923 erwarb
Moeller das
Gut
Finkenhof im
ostpreußischen
Kreis
Friedland.
Seit 1930
war er
Geschäftsführer
beim
Landwirtschaftsverband
Ostpreußen
in Wehlau.
1934
reaktiviert,
geriet er
1945 als
Oberst im
Stabe eines
Luftgaukommandos
in Wiesbaden
in
amerikanische
Gefangenschaft.
Nach seiner
Entlassung
setzte er
sich im
„Verband
deutscher
Soldaten“,
dann im
„Kyffhäuserbund“
an führender
Stelle für
die Belange
seiner
Kameraden
ein und war
gleichzeitig
im
hessischen
Ernährungsministerium
tätig, bis
er wegen der
Verschlechterung
seines
Gesundheitszustandes
diese
Aufgaben
niederlegen
mußte.
Bereits als
Kind
interessierte
sich
Friedwald
Moeller für
die Herkunft
seiner
Familie und
befragte in
den Ferien
die
ostpreußischen
Verwandten.
In den
zwanziger
Jahren
begann er
Archivstudien
und konnte
die Familie
Moeller bis
ins Jahr
1490
zurückverfolgen.
1932 ließ er
eine
umfangreiche
Familiengeschichte
drucken;
alleine die
Stammfolgen
der
einzelnen
Geschlechter
Moeller
umfaßten 45
Seiten. Er
beschränkte
sich aber
nicht nur
auf die
eigene
Familie. Aus
der
Auswertung
von
Kirchenbüchern,
Archivalien,
gedruckten
und
ungedruckten
Quellen
baute er mit
großem Fleiß
eine
umfangreiche
Sammlung mit
Notizen über
zahlreiche
Personen und
Familien
Altpreußens
auf. Im
Gegensatz zu
den
Unterlagen
vieler
anderer
Familienforscher
konnte er
diese
Sammlung
nicht nur
durch die
Kriegszeit
retten,
sondern
trotz seines
schweren
Leidens nach
dem Krieg
erweitern
und bei
zahlreichen
Anfragen mit
Auskünften
weiterhelfen.
Sein Nachlaß
von 150000
Eintragungen
auf
Karteikarten
und 56
Bänden
genealogischen
Materials
befindet
sich jetzt
als
Depositum im
Geheimen
Staatsarchiv
in
Berlin-Dahlem
und ist
neben der
Kartei von
Hans-Wolfgang
Quassowski
die
umfangreichste
Sammlung zur
ost- und
westpreußischen
Familien-und
Personenforschung.
Darüber
hinaus
entstehen
bis heute
aus dem
Moellerschen
Nachlaß
Publikationen,
so in zwei
Teilen 1985
und 1986
über 1000
Seiten
personenkundliche
Auszüge aus
den
Königsberger
Amtsblättern.
Sein
besonderes
Interesse
galt den
Pfarrern.
Über ihre
Amtsdaten
und
Biographien
gab es
lediglich
zwei selten
gewordene
ältere
Arbeiten von
Arnoldt
(1777) und
von Rhesa
(1834) sowie
ein
Manuskript
Quandts aus
dem 18.
Jahrhundert.
Ihre
Erforschung
wurde vom
1925
gegründeten
„Verein für
Familienforschung
in Ost- und
Westpreußen“
angeregt; ab
1927 wurden
in loser
Folge Funde
zur
Pfarrergeschichte
veröffentlicht.
1941 wurde
das Projekt
eines
„Predigerbuches“
anhand des
damals noch
reichhaltig
vorhandenen
Materials
von Kurt
Weder in
Angriff
genommen.
Weder selbst
starb 1943,
das
gesammelte
Material
ging 1945
bei seinem
Nachfolger,
Superintendent
Zachau in
Wehlau,
verloren.
Friedwald
Moeller
übernahm den
Wiederanfang
dieser
Arbeit und
widmete ihr
sein letztes
Lebensjahrzehnt.
Aus seinem
Nachlaß
wurde 1968
das
„Altpreußische
evangelische
Pfarrerbuch“
veröffentlicht,
eine
Auflistung
der
Stellenbesetzungen
in Ost- und
Westpreußen
von der
Reformation
bis 1945.
Auch wenn
noch so
manche
Ergänzung,
insbesondere
aus
Archivmaterial,
möglich
wäre, bildet
es ein
wertvolles
Hilfsmittel
zur
Personen-
wie auch zur
Kirchengeschichte
Ost- und
Westpreußens.
Darüber
hinaus
hinterließ
er über
11000
Biographien
ostpreußischer
Pfarrer. Mit
einigen
Ergänzungen
und
Überarbeitungen
ist davon
bislang
lediglich
eine erste
Lieferung
(Abegg-Brenner)
gedruckt
worden,
nachdem auch
Moellers
Nachfolger
in diesem
Projekt,
Walther
Müller-Dultz,
über der
Arbeit
verstarb.
Mit der
Bearbeitung
der von
Moeller
zusammmengetragenen
Pfarrerbiographien
befaßte sich
danach Dr.
Reinhold
Heling in
Hamburg,
Vorsitzender
des „Vereins
für
Familienforschung
in Ost- und
Westpreußen“.
Lit.:
Walther Müller-Dultz:
Friedwald
Moeller, in:
Altpr.
Biographie
Bd. 3, S.
1024; ders.:
Friedwald
Moeller zum
Gedächtnis,
in: Altpr.
Geschlechterkunde
NF 12. Jg.
(1964), S.
21 f.;
Walter
Moeller:
Friedrich
(sic!)
Moeller +,
in: Archiv
für
Sippenforschung
30. (1964),
S. 423 f. –
Friedwald
Moeller:
Beiträge zur
Genealogie
des
Geschlechtes
Moeller,
Wehlau 1932;
Friedwald
und Walter
Moeller:
Beiträge...,
in:
Baltische
Ahnen- und
Stammtafeln
9. (1965),
S. 1-8;
dies.:
Beiträge...,
in: Altpr.
Geschlechterkunde,
Familienarchiv
21. (1967),
S. 155-200.
– Hans
Koeppen: Der
Nachlaß
Moeller im
Staatlichen
Archivlager
Göttingen,
in:
Preußenland
4. (1966),
S. 33-37;
Thomas Hanck:
Der Nachlaß
Moeller,
erscheint in
Altpr.
Geschlechterkunde
NF 37. Jg.
(1989). –
Friedwald
Moeller:
Altpr. ev.
Pfarrerbuch
von der
Reformation
bis zur
Vertreibung,
Hamburg
1968;
Walther
Müller-Dultz:
Altpr. ...
biographischer
Teil, Erste
Lieferung,
Hamburg
1977;
Reinhold
Heling:
Altpr. ...
Eine
Beschreibung
des
Vorhabens,
in: Altpr.
Geschlechterkunde
NF 26. Jg.
(1978), S.
285-292.
Martin
Armgart
(1989)