Die Herkunft
der von Möller
weist der
Familienüberlieferung
zufolge in
die
Lüneburger
Heide. Nach
den
Befreiungskriegen,
an denen
Karl v.
Möllers
Großvater
als
Freiwilliger
teilgenommen
und in
Hermannstadt
(Siebenbürgen)
abgerüstet
hatte, war
die
Verbindung
über Wien
mit dem
Südosten des
Reiches
hergestellt.
In Wien
geboren und
als Offizier
ausgebildet,
zog K. v.
Möller im
Ersten
Weltkrieg
als Major an
die
galizische
Front und
wurde mit
dem
Leopoldsorden
ausgezeichnet.
Nach dem
Umsturz von
1918 nahm er
als Oberst
seinen
Abschied von
der Armee
und widmete
sich fortan
der
Volkstumspolitik,
die im
Südosten nun
erst recht
zur
Minderheitenpolitik
und zum
Kampf der
Deutschen um
ihre
politische
und
kulturelle
Gleichberechtigung
wurde.
Daneben
entfaltete
er eine rege
schriftstellerische
Tätigkeit,
die sich an
den großen
Romanen Adam
Müller-Guttenbrunns
(1852-1923)
orientierte
und die
geistige und
politische
Entwicklung
des
Südostdeutschtums,
insbesondere
aber der
Banater
Schwaben,
von der
Ansiedlung
bis zu ihrem
völkischen
Erwachen um
die Wende
zum 20.
Jahrhundert
zur Vorlage
hatte.
Vorübergehend
Bürgermeister
von
Temeschburg,
wurde K. v.
Möller für
die Zeit von
1919-1926 in
fünf Wahlen
als
Vertreter
der Banater
Schwaben
(Senator) in
das
rumänische
Oberhaus
gewählt. Als
Chefredakteur
der „Banater
Deutschen
Zeitung“
stellt er
sich
vorbehaltlos
in den
Dienst
„Banater
schwäbischen
Volksgemeinschaft“,
wird 1932
Gauobmann
und bleibt
später
Mitobmann
dieses
völkischen
Zusammenschlusses.
Ende 1933
wird K. v.
Möller als
Kulturamtsleiter
nach
Hermannstadt
berufen.
Was seine Tätigkeit
als
Schriftsteller
anbelangt,
so bekennt
sich K. v. Möller freimütig zu dem
Einfluß des
großen
Banater
Heimatdichters
Adam Müller-Guttenbrunn
auf sein
eigenes
schriftstellerisches
Schaffen und
der
Hinwendung
zu südostdeutschen
Themen.
Möllers
Romane
wurden
vielfach als
Kriegsromane
bezeichnet.
Seine
Darstellungen
gehen aber
weit
über die
Beschreibung
reinen
Kriegsgeschehens
hinaus und
versuchen
ein
konkretes
Bild der
jeweiligen
Ereignisse
aus der
Sicht ihrer
Zeit zu
geben. Seine
Sprache ist
kantig und
wuchtig, die
Handlung
klar, wenn
auch
zuweilen
durch die
Zahl der
Akteure
etwas
überfrachtet.
„Die
Werschetzer
Tat: Ein
Roman von
Bauern und
Reitern“,
1936 bei
Westermann
erschienen,
schildert
die wahrhaft
heldenmütige
Verteidigung
der
Stadt am
westlichsten
Hang der
Karpatenausläufer
(Banater Berge)
zur Zeit des
letzten großen
Türkeneinfalls
in das Banat
1788.
Im
Mittelpunkt
der Handlung
steht der
Bauer und
Grobschmied
Johann Jakob
Hennemann,
der nach dem
Abzug der
regulären
österreichischen
Truppen aus
nur 70
Deutschen
und fünf
Serbe eine
freiwillige
Heimwehr
aufstellte
und die
Stadt mit
Tapferkeit,
List und großer
Umsicht fünf
Wochen lang
gegen eine
tausendfach
stärkere
Belagerungstruppe
erfolgreich
verteidigte.
An Hand
eines
historisch
verbrieften
Geschehens
veranschaulicht
der Autor
das bäuerliche,
stets
bedrohte
Leben der
friedlichen
deutschen Siedler der ersten Generation inmitten eines bunten Völker-
und
Menschengemisches
aus Bauern,
Hirten,
Handwerkern
und
Soldaten, düsteren
und
zwielichtigen
Gestalten,
Serben,
Walachen und Zigeunern.
In „Grenzen
wandern: Ein
Banater
Roman“,
Zürich-Leipzig-Wein,
1937,
vermittelt
K. v. Möller
ein Lebens-
und
Sittenbild
der
Donauschwaben
von etwa der
Jahrhundertwende
über den
Ersten
Weltkrieg
und die
durch die
Pariser
Vorortverträge
naturwidrige
und überaus
schmerzhafte
Zerstückelung
des Banats
im Jahre
1920, mit
allen
Nachteilen
und
Beschwernissen
für die Bevölkerung,
insbesondere
für die
Deutschen,
die keine
Anlehnung an
ein großes
Staatsvolk
fanden. Das
Geschehen um
die
wandernden
Grenzen
spielt in
und um den
damals über
8000
Deutsche
(75%)
zählenden
Ort
Hatzfeld,
der nach
1918
verschiedene
Besatzungen
erlebte und
erst 1924 im
Tausch gegen
einen
Nachbarort
von
Jugoslawien
an Rumänien
fiel. Jeder
Besatzungswechsel
war von
schweren
Plünderungen
und
rücksichtslosen
„Bodenreformen“
zuungunsten
der
deutschen
Bevölkerung
begleitet.
In dem
ebenfalls
historischen
Roman „Die
Salpeterer:
Ein
Freiheitskampf
deutscher
Bauern“,
München
1938,
zeichnet
Möller den
Freiheitskampf
der
Hotzenwälder
Bauern im
Schwarzwald
geigen den
Fürstbischof
von St.
Blasien nach
und ihre
schließliche
Verbannung
in das
Banat.
Heimweh und
Trotz wegen
des
erlittetenen
Unrechts
läßt sie
erst nach
Generationen
zu echten
Banater
Bauern
werden.
Sowohl die
Vierteljahresschrift
„Banater
Deutsche
Kulturhefte“
(1927-1931)
als auch die
auf gleich
hohem Niveau
von
1933-1939
erschienenen
„Banater
Monatshefte“
brachten
regelmäßig
Beiträge
Möllers.
Werke: Die hundert Tage 1815;
Österreich
in den
Befreiungskriegen,
(o. J);
Schwaben,
(Drama,
1922); Wie
die
schwäbischen
Gemeinden
entstanden
sind,
(Geschichte,
2 Bändchen,
1923/24);
Michel, der
den
Sumpfteufel
austrieb,
(Erzählung,
1926); Die
Werschetzer
Tat, (Roman,
1936);
Grenzen
wandern,
(Roman,
1937); Die
Salpeterer,
(Roman,
1938); Der
Savoyer,
(Prinz-Eugen-Roman,
1939).
Lit.: Martha Petri, Das Schrifttum der Südostschwaben
in seiner
Entwicklung
von ihren
Anfängen bis
zur
Gegenwart,
Berlin 1940;
dies.,
Donauschwäbisches
Dichterbuch,
Wien-Leipzig,
1939; Karl
Kurt Klein,
Literaturgeschichte
des
Deutschtums
im Ausland,
Hildesheim
1979, S.
402-404;
Franz
Lennartz,
Deutsche
Schriftsteller
des 20.
Jahrhunderts
im Spiegel
der Kritik,
Band 2,
Stuttgart
1984, S.
1224-1226.
Heinrich
Freihoffer