Er zählte
ganz gewiß
nicht zu den
lautstarken
literarischen
Repräsentanten
seiner
sudetenschlesischen
Heimat, der
Lyriker,
Erzähler und
Literaturprofessor
Dr. Franz
Karl Mohr,
bestimmt
aber zu den
getreuesten
Sängern der
Landschaft
rings um den
Altvater.
Mit
Tausenden
und aber
Tausenden
von
Landsleuten
teilte er
das
Schicksal
der
USA-Auswanderer,
die im
Spannungsfeld
der
Sehnsucht
nach der
Heimat ihr
Leben
meisterten.
Mit den
Angehörigen
daheim hielt
er engen
Kontakt, und
sooft er es
einrichten
konnte,
besuchte er
die Stätten
seiner
Kindheit und
Jugend. So
erklärt sich
der geistige
Inhalt der
meisten
Dichtungen
als Ergebnis
seiner
Besuche in
der Heimat,
durch die
Problematik
aus
seelischer
Bindung und
räumlicher
Trennung.
Franz Karl
Mohr war der
sechste Sohn
des
Ehepaares
Ferdinand
Mohr und der
Anna Maria,
geb.
Florian.
Über die
Volksschule
in seiner
Heimatgemeinde
und die
Bürgerschule
in
Freiwaldau
(1 Jahr)
gelangte er
an das
Staatsgymnasium
in Weidenau
und das
Realobergymnasium
in Baden bei
Wien, wo er
1907
maturierte.
An der
Universität
in Wien
studierte er
Rechtswissenschaften
und
promovierte
1912 zum Dr.
jur. Seine
berufliche
Tätigkeit an
einem
Notariat in
Jägerndorf
wurde durch
eine
dreijährige
Militärzeit
während des
Ersten
Weltkriegs
unterbrochen
(Militärgericht
Krakau).
Inzwischen
hatte er
sich
endgültig
entschieden,
einen
pädagogischen
Beruf zu
ergreifen
und als
Lehrer tätig
zu sein, was
seinen
Neigungen
mehr
entsprach
als die
Jurisprudenz.
Zielstrebig
verfolgte er
in der Neuen
Welt, wo er
bei seinem
ältesten
Bruder
Aufnahme
gefunden
hatte
(1921), sein
Vorhaben,
und das mit
Erfolg!
Bereits 1922
unterrichtete
er als
Dozent für
Deutsch am
Elmhurst
College in
der Nähe von
Chicago,
1925 lehrte
er – nach
einem
Zusatzstudium
an der
University
of Chicago –
als Magister
of Germanics
in Urbana an
der
Staatsuniversität
von Illinois
und von 1926
bis 1953 an
der
Staatsuniversität
von Virginia
in
Charlottesville,
zuletzt als
Professor.
Insgesamt 7
Reisen
führten ihn
in diesem
Zeitraum
nach Europa
und die
deutsche
Heimat. Seit
1948 war er
Mitglied der
„Virginia
Poetry
Society“.
Werke: Das
Lied vom
schlesischen
Landsturmmann
(1915); Aus
der
Jugendzeit
und anderes
in
schlesischer
Mundart
(1921);
Lenaus Faust
(1925);
Fernes
Leuchten
(Gedichte,
1931);
Seneca
(Trauerspiel,
1935);
Heimat und
Fremde
(Gedichte,
1937); Hente
traamt mer
(Mundartdichtungen,
1938);
Weihnachtslegende
(1946);
Strandgut
des Lebens
(Gedichte,
1948);
Schlesische
Heimatklänge
(Poesie und
Prosa,
1956).
Lit.:
Franz Karl
Mohr,
„Hälfte des
Lebens“, in:
Der Wächter,
38. Jg.,
Heft 1/2, S.
l ff.; Wien,
1957. –
Josef Walter
König, Das
Schrifttum
des
Ostsudentenlandes;
Wolfratshausen,
1964.
Josef Walter
König