Hans Mokka
ist seit
vielen
Jahren zur
sichtbaren
Verkörperung
des Genius
loci in
einer Stadt
geworden,
die sich
selbst
„Klein-Wien“
nannte. In
mehreren
Sprachen zu
Hause, an
sehr vielen
der
deutschsprachigen
Kulturveranstaltungen
in
Temeschburg
beteiligt,
ist Hans
Mokka
bestrebt,
Toleranz und
Beständigkeit,
Selbstgewißheit
und
Unbekümmertheit
in einer
alles andere
als heilen
Umgebung
vorzuleben.
Er versucht
zu bewahren,
was meist
schon längst
nur noch in
der
Erinnerung
lebt.
In der
Rosengasse
der
Josephstadt
in
Temeschburg
wuchs Hans
Mokka unter
Kleinhäuslern,
Tagelöhnern
und
Facharbeitern
auf. Die
Stadtsagen
und
Volkserzählungen,
welche Hans
Mokka
sammelt oder
erfindet,
haben ihren
Sitz in den
Wunschträumen
dieser
Vorstadtwelt.
Handwerk muß
goldenen
Boden haben:
So wird
verständlich,
warum der
gute Schüler
mit vierzehn
Jahren die
Schulbank
mit einer
Lehrstelle
als
Buchdrucker
vertauschen
mußte. In
den späten
dreißiger
Jahren hatte
es der
Strebsame
zum
technischen
Leiter der
Schwäbischen
Verlags A.
G. gebracht.
Und der
Lehrling
hatte im
Arbeiterheim
einen
Literaturzirkel
für
Jungbuchdrucker
gegründet.
Namen wie
Mokka,
Taufinger,
Hollitsch
waren
dessenungeachtet
in den
dreißiger
Jahren in
Temeschburg
unbekannt.
Der Musiker
bildete sich
in der
schmalen
Freizeit
heran. Zunächst
nahm Hans
Mokka
Unterricht
beim
Geigenvirtuosen
Tomm.
Gesangsstudien
kamen hinzu,
und in
ersten
Liebhaberaufführungen
ließ der
junge
Bariton von
sich hören.
Diese Opern-
und
Operetteneinstudierungen
waren wohl
der Anlaß,
Hans Mokka
nach
Kriegsbeginn
einem
Fronttheater
zuzuteilen.
Europa war
der
Schauplatz,
bis ein
russisches
Kriegsgefangenenlager
die Künstler
aufnahm.
1947 kehrte
der
Temeschburger
nach
Rumänien
zurück. Nach
einem halben
Jahr
Untersuchungshaft
wurde Hans
Mokka
Mitglied des
Opernchors,
dann Solist.
Vor allem in
Mozartopern
und in
Delibes „Lakme“
setzte er
Akzente.
1957
erfolgte die
Übernahme in
das
neugegründete
Deutsche
Staatstheater.
Mokkas
Auftritte
als
Schauspieler
fielen nicht
auf. Dafür
seine
Liederabende
(z.B.
Aufführung
von
Schuberts
„Winterreise“,
ein
Hugo-Wolf-Abend,
Brahms „Vier
ernste
Gesänge“),
sein
Mitwirken an
den
Kantaten-
und
Oratorienaufführungen
in
Hermannstadt
und
Kronstadt.
Und sein
Auftritt in
der
deutschen
Aufführung
des
„Fidelio“ in
Kronstadt im
Jahre 1959.
Mitbeteiligt
war an allen
Auftritten
Hans Mokkas
Gattin, die
Pianistin
und
Dichterin
Irene Mokka
(geb.
Albert).
Nach ihrem
frühen Tod
(1973) wirkt
Hans Mokka
vor allem an
musikalischen
Veranstaltungen
in
Temesburger
Kirchen und
an
volkstümlichen
Kulturereignissen
mit.
Schriftstellerisch
hat sich
Hans Mokka
als einer
der wenigen
echten
Arbeiterdichter
dichter
geäußert:
zunächst in
ungarischen,
dann
deutschen
Versen. 1938
und 1939
erschienen
seine ersten
Gedichtbändchen
als
Privatdrucke.
Nach 1948
ist er
Mitarbeiter
der
„Temesvarer
Zeitung“ und
der meisten
deutschsprachigen
Periodika
Rumänien (in
den
sechziger
Jahren auch
Veröffentlichungen
in
Deutschland
und
Österreich).
Besonderen
Erfolg
erzielten
die
Jugendbücher
„Die
Hahnenfeder“
(1967), „Das
Traumboot“
(191 und die
Sammlung
ungarischer
Kurzprosa
(1981).
Erinnerungen
aus dem
alten
Temeschburg
werden hier
lebendig. In
höherem Maße
gilt das für
die Sammlung
von
Stadtsagen:
„Traumhansl
u
Traumlieschen“.
Illusionäre
Zwischenaufenthalte
wollen auch
die Gedichte
schaffen,
die
bilderreich
und
entwicklungsfremd
ausharren.
Stoffülle,
humorige
Stimmlage,
konkret
nachprüfbare
Kulissen
gehören ins
Bild dieser
Versuche,
für welche
die Form
kein
Hauptanliegen
ist.
Bewahren und
Weitergeben
ist dabei
die Devise.
Werke: Hans Mokka: Die Hahnenfeder, 1967; Das Traumboot, 1971; Traumhansl und
Traumlieschen,
1985; Innere
Landschaft,
1986.
Lit.: W. Kosch: Lexikon d. dt. Lit., Bd. X, 1985; M. Popa: Wörterbuch
d. rumän.
Schriftsteller
(rumän.),
1977;
Kürschners
dt. Lit.
Kalender,
1978.
Horst Fassel
(1987)