Karl
Morgenstern
wurde als
Sohn eines
Arztes
geboren, der
als
Verfasser
haushaltsökonomischer
und
pädagogischer
Schriften
hervorgetreten
war. Er
besuchte von
1783 bis
1788 die
Domschule
seiner
Heimatstadt.
In dieser
Zeit
entstand
schon ein
philosophischer
Aufsatz
„Über die
Menge des
Lebens im
Weltall.
Eine
Rhapsodie“
(in:
Eberhards
„Philosophisches
Magazin“
III, 4,
1791). 1788
begann er
ein Studium
der
Philosophie
und
Philologie
in Halle;
1794
promovierte
er und ließ
sich im
Anschluß
daran
habilitieren
mit Studien
über Platon,
die er (um
eine dritte
vermehrt)
unter dem
Titel „De
Platonis
Republica
Commentationes
tres“
veröffentlichte
(Halle
1794/95).
Seinen
Hallischen
Lehrern
Johann
August
Eberhard
(1739–1809)
und
Friedrich
August Wolf
(1759–1824)
dankte er in
der Widmung.
1797 wurde
er zum
außerordentlichen
Professor in
Halle
ernannt und
schon ein
Jahr später
als
Professor
der
Beredsamkeit
an das
„Gymnasium
Academicum“
in Danzig
berufen.
1802
wechselte er
an die
wiederbegründete
Universität
Dorpat.
Diese war
1632
entstanden
und nach
wechselvollen
Geschicken
1710
untergegangen.
Das
Versprechen
Peters des
Großen, die
livländische
Universität
zu erhalten,
wurde erst
durch die
Stiftungsurkunde
Alexanders
I. vom 12.
Dezember
1801
erfüllt. Die
Universität
wurde nun zu
einer
Pflanzstätte
deutscher
Wissenschaft
und stand in
regem
Verkehr mit
den
Universitäten
Deutschlands.
Um den
Aufbau
dieser
Einrichtung
machte er
sich als
Mitglied der
Universitätskommission,
Oberbibliothekar,
Direktor des
allgemeinen
Lehrinstituts
und Betreuer
des
Kunstmuseums
verdient.
Morgenstern
hielt
Vorlesungen
über
Philologie,
Ästhetik,
Literatur
und Kunst.
1833 wurde
er
emeritiert.
Von seinen
kleineren
philologischen
Abhandlungen
in
lateinischer
Sprache
seien die
Platon-Kommentare
genannt.
Besonders
hervorzuheben
sind seine
Beiträge zu
Goethes
„Wilhelm
Meisters
Lehrjahre“
(1796) als
frühes
Beispiel für
die
wissenschaftliche
Beschäftigung
mit den
Dichtungen
Goethes,
ferner zu
Winckelmann
(1805),
Klopstock
(1807,
1814),
Klinger
(1814), zum
literarischen
Kanon (1808)
und zum
Wesen und
zur
Geschichte
des
Bildungsromans
(1820,
1824). Als
Mitarbeiter
mehrerer
Zeitschriften
(z.B. „Neuer
Teutscher
Merkur“,
„Neue
Bibliothek
der schönen
Wissenschaften“,
„Deutsches
Magazin“)
sowie als
Herausgeber
der
„Dorpatischen
Beyträge für
Freunde der
Philosophie,
Literatur
und Kunst“
(1813–1816,
1821) trat
Morgenstern
in
Verbindung
mit
führenden
zeitgenössischen
Literaten
und
Gelehrten
wie Karl
August
Böttiger,
Johann Falk,
Goethe,
Johannes von
Müller,
Schiller,
Wieland und
nahm
Stellung zu
den
literarischen
Entwicklungen
zwischen
1794 und
1832. Seine
zahlreichen
Besprechungen
von Werken
von
Christian
Garve,
Theodor
Gottlieb von
Hippel,
Salomon
Geßner
Lichtenberg,
Schiller,
Friedrich
Leopold zu
Stolberg,
Johann
Heinrich Voß
sowie seine
sonstigen
kleineren
Arbeiten
sind eine
wichtige,
noch nicht
erschöpfend
ausgewertete
Quelle für
die
literarische
Rezeption
und
Kanonbildung
im
deutschsprachigen
baltischen
Raum.
Lit.:
ADB.
–
St. Füssel:
„Ich versage
mir jetzt
das
Vergnügen,
Ihr Verleger
zu sein.“
Der
Briefwechsel
zwischen
Georg
Joachim
Göschen und
Karl Simon
Morgenstern,
in: Von
Göschen bis
Rowohlt.
Beiträge zur
Geschichte
des
deutschen
Verlagswesens.
Hg. von M.
Estermann
und M.
Knoche,
Wiesbaden
1990, S. 1–32.
–
J.A.
McCarthy:
Morgenstern,
in:
Literaturlexikon.
Hg. von
Walther
Killy. Bd 8,
Gütersloh
1990, S. 211–212.
Werke:
Johannes
Müller, oder
Plan im
Leben, nebst
Plan im
Lesen und
von den
Gränzen
weiblicher
Bildung.
Drei Reden,
Leipzig
1808. –
Auszüge aus
den
Tagebüchern
und Papieren
eines
Reisenden,
Dorpat/Leipzig
1811–1813. –
Grundriß
einer
Einleitung
zur
Ästhetik,
Dorpat 1815.
– Töne vom
Lebenspfade,
Dorpat 1818.
Bild:
Jahrbuch des
baltischen
Deutschtums
30 (1983).
Harro Kieser