Überblickt
man die
breite
literaturwissenschaftliche
Schaffenspalette
von
Professor
Dr. Helmut
Motekat von
seiner
akademischen
Tätigkeit an
der
Universität
München, von
seinen
zahlreichen
Gastprofessuren
und
Gastvorlesungen
im Ausland
und von
seinen
wissenschaftlichen
Publikationen
her, so läßt
sich ein
weiter Kreis
von
Deutschland
über Europa
hinaus
ziehen: Über
dreißig
Jahre
Professoren-Tätigkeit
an der
Münchner
Universität,
Gastprofessuren,
Gastvortragsreisen
und
Gastvorlesungen
in Europa,
Nord-
und
Südamerika
und
Neuseeland,
literaturwissenschaftliche
Veröffentlichungen
im
internationalen
Bereich.
Diese
beruflichen,
aber auch
persönlichen
weltweiten
Beziehungen
von Helmut
Motekat
zeigen ihn
gleichermaßen
als Europäer
wie als
Weltbürger.
Wesentlich
für seine
Persönlichkeit
ist aber
auch neben
seinem
weltweiten
Schaffensbereich
das
literaturwissenschaftliche
und
persönliche
Bekenntnis
zu eben
diesem Land
Europas, das
ihn von
seiner
Geburt und
seiner
Jugend her
geprägt hat:
Helmut
Motekat ist
neben- und
miteinander
Europäer,
Weltbürger
und
Ostpreuße.
Helmut
Motekat
wurde am 6.
Oktober 1919
in Gilgetal
in
Ostpreußen
geboren.
Nach der
Volksschulzeit
in Neusorge,
der Höheren
Schule in
Kaukehmen,
beide im
Kreis
Niederung,
bestand er
1938 das
Abitur an
der
Staatlichen
Oberrealschule/Realgymnasium
in Tilsit.
Aus dem
daran
anschließenden
Wehrdienst
wurde er
nach
schwerer
Verwundung
im Jahr 1940
entlassen.
An der
Albertus-Universität
zu
Königsberg/Fr,
studierte er
bis zur
Flucht nach
Göttingen im
Jahr 1945
die Fächer
Germanistik,
Anglistik,
Geschichte,
Volkskunde
und
Philosophie.
Die in
Königsberg
bereits
fertiggestellte
Dissertation
über „Das
geistige
Antlitz
Königsbergs
in der
Biedermeierzeit“,
die beim
zweiten
vernichtenden
Bombenangriff
auf
Königsberg
am 28.8.1944
verbrannt
war, konnte
rekonstruiert
und das
akademische
Studium 1946
mit der
Promotion in
Göttingen
abgeschlossen
werden.
Trotz aller
Erschwernisse
der
Nachkriegszeit
in
Deutschland
konnte
Helmut
Motekat sein
Berufsziel
einer
akademischen
Laufbahn
konsequent
realisieren:
Nach zwei
Jahren
Tätigkeit
als „Lektor
für deutsche
Sprache und
Literatur“
am „College
of the
Rhine-Army“
in
Göttingen,
weiteren
zwei Jahren
als
wissenschaftlicher
Assistent am
Seminar für
Deutsche
Philologie
der
Universität
München
habilitierte
sich Helmut
Motekat in
München im
Fach Neuere
deutsche
Literaturgeschichte,
wurde
gleichzeitig
zum
Privatdozenten
ernannt, und
wenige Jahre
später
erhielt er
den Ruf als
Professor
für Neuere
deutsche
Literaturgeschichte
in München
(1957). Nun
schloß sich
neben der
Tätigkeit in
Lehre und
Forschung in
München
durchgehend
eine
intensive
akademische
Auslandstätigkeit
an: Im Jahr
1958
erfolgte
eine erste
Einladung in
die
Vereinigten
Staaten mit
einer
Teilnahme am
II.
Internationalen
Kongreß für
Vergleichende
Literaturgeschichte
an der
University
of North
Carolina in
Chapel Hill,
N.C., nahm
Helmut
Motekat eine
Reihe von
Gastvorlesungen
wahr:
„Deutsche
Woche“ der
vier
schottischen
Universitäten
(1959), als
„Carl
Schurz-Professor“
an 19
Universitäten
der USA
(1960),
„Grand
Canada
Lecture
Tour“ zu
allen
kanadischen
Universitäten
(1963), in
Argentinien,
Chile,
Brasilien
und
Venezuela
(1969) nach
der
Teilnahme am
Internationalen
lateinamerikanischen
Germanistenkongreß
in Cordoba,
Argentinien,
an
polnischen
Universitäten
(1974), an 6
Universitäten
Neuseelands
(1980) mit
gleichzeitiger
Verleihung
des Titels
„German
National
Fellow“.
Als
Gastprofessor
wirkte
Helmut
Motekat an
der Texas
State
University
in Austin,
Texas
(1960), an
der Tulane
University
of New
Orleans,
Louisiana
(1963/64),
beide Male
mit einer
Berufung als
Full
Professor,
an der
University
of Toronto
(1965/66)
und im Jahr
1972 an der
Universidade
de São
Paulo.
Weltweite
Verbindungen
dokumentieren
auch die
wissenschaftlichen
Publikationen:
6
Buchveröffentlichungen,
2
wissenschaftliche
Ausgaben,
über 50
Veröffentlichungen
in
Sammelwerken,
Jahrbüchern
und
wissenschaftlichen
Zeitschriften.
Neben dem
„Brockhaus-Bild-Wörterbuch
Deutsch/Englisch“,
neben
Beiträgen in
englischsprachigen,
italienischen,
finnischen
und
argentinischen
Fachzeitschriften
beschäftigen
sich aber
auch viele
Veröffentlichungen
Helmut
Motekats mit
dem ost- und
westpreußischen
Literatur-
und
Kulturleben,
allen voran
die beiden
umfangreichen
Buchveröffentlichungen
der
„Ostpreußischen
Literaturgeschichte“
(1977) und
„Meiner
Heimat
Gesicht.
Facetten
ostpreußischen
Geistes“
(1982).
Diese
Bindung an
die
Literatur
Ost- und
Westpreußens
findet bei
Helmut
Motekat auch
ihre
Entsprechung
in
kulturhistorischer
und
kulturpolitischer
Tätigkeit
für dieses
Land: Vom
Jahr 1947 an
als
Mitbegründer
des
„Göttinger
Arbeitskreises
ostdeutscher
Wissenschaft“
bis zur
aktuellen
Tätigkeit ab
dem Jahr
1985 als
Wissenschaftlicher
Beirat und
Leiter des
Forschungsprojekts
„Ostdeutsche
Literatur“
der
„Kulturstiftung
der
deutschen
Vertriebenen“,
Bonn.
Neben Helmut
Motekats
regionalem
und
internationalem
literaturwissenschaftlichem
Engagement
zeigt sich
somit auch
heute ein
kultureller
und
politischer
Einsatz für
die Belange
Ost- und
Westpreußens.
Mitglied in
Akademien
und
wissenschaftlichen
Einrichtungen:
Historische
Kommission
für ost- und
westpreußische
Landesforschung
(Vorstandsmitglied);
Johann
Gottfried
Herder-Forschungsrat,
Marburg;
Humboldt-Gesellschaft
für
Wissenschaft,
Kunst und
Bildung
e.V.,
Mannheim
(seit 1985
leitendes
Mitglied);
Altpreußische
Gesellschaft
für
Wissenschaft,
Kunst und
Literatur,
München;
Göttinger
Arbeitskreis
ostdeutscher
Wissenschaft,
Göttingen
(Mitglied
des
wissenschaftlichen
Beirats).
Auszeichnungen:
Träger der
Jean
Paul-Medaille;
Träger des
Bundesverdienstkreuzes;
Träger des
ostdeutschen
Kulturpreises
für
Wissenschaft
(1982).
Festschriften:
„Vergleichen
und
Verändern“.
Hg. v.
Albrecht
Goetzke und
Günther
Pflaum,
München 1969
(zum 50.
Geburtstag);
„Romantik
und
Moderne“.
Hg. v. Erich
Huber-Thoma
und Ghemela
Adler,
Frankfurt/M.
1986 (zum
65.
Geburtstag).
Erich
Huber-Thoma
(1989)