August
Müller wurde
als Sohn
eines
Direktors
einer
Zuckerfabrik
geboren. Er
studierte
von 1864 bis
1868
Klassische
Philologie
und
Semitistik
an den
Universitäten
in Halle und
Leipzig, wo
er Schüler
von Heinrich
Leberecht
Fleischer
war. 1868
wurde er in
Halle mit
einer
kritischen
Ausgabe der
Mu’allaqa
des
Imruulqais
promoviert.
Danach war
er
Gymnasiallehrer
in Neuruppin
und am
Waisenhaus
der
Franckeschen
Stiftungen
in Halle, wo
er sich 1870
an der
dortigen
Friedrichs-Universität
mit einer
Abhandlung
über die
hebräischen
Akzente
habilitierte.
Nach seiner
Ernennung
zum
außerordentlichen
Professor
ebenda
(1874)
folgte er
1882 einem
Ruf nach
Königsberg,
kehrte
jedoch 1890
nach Halle
zurück, wo
ihm noch
zwei Jahre
zu wirken
vergönnt
waren.
Müllers
wissenschaftliche
Arbeiten
zeichnen
sich durch
die
Anwendung
von Methoden
der
Textkritik,
wie sie für
die
Klassische
Philologie
entwickelt
worden
waren, auf
die
vorislamische
Dichtung
aus. Daneben
war eines
seiner
Forschungsgebiete
das
Fortleben
antiker
Traditionen
im Islam (Die
griechischen
Philosophen
in der
arabischen
Überlieferung,
1873). Mit
seiner
Edition von
Ibn abicUaibiás
Ärztebiographien
(2 Bde.,
1882-1884)
erschloß er
eine
wichtige
Quelle für
die
Geschichte
der Medizin
im Islam.
Die
Herausgabe
des Textes
Geschichte
der Weisen,
die
wertvolle
Auszüge aus
griechischen
Quellen
beinhaltet,
wurde nach
seinem Tod
von Julius
Lippert
vollendet
(1903).
Weite
Verbreitung
fand Müllers
Bearbeitung
der
Arabischen
Grammatik
von Carl
Paul Caspari
(4. Aufl.
1876, 5.
Aufl. 1887).
Er selbst
schrieb eine
Hebräische
Schulgrammatik
(1878) und
eine
Türkische
Grammatik
(1889). Für
die von
Wilhelm
Oncken
herausgegebene
Allgemeine
Geschichte
in
Einzeldarstellungen
schrieb er
sein für ein
größeres
Publikum
bestimmtes
Werk Der
Islam im
Morgen- und
Abendland
(2 Bde.,
1885-1887).
Der Wert
dieser
Veröffentlichung
liegt in der
ausgiebigen
Benutzung
von
Primärquellen
und in der
frischen
Darstellungsweise.
Lit.:
Johann Fück:
Die
arabischen
Studien in
Europa bis
in den
Anfang des
20.
Jahrhunderts,
1955, S.
236-239. –
Neue
Deutsche
Biographie,
Bd. 18,
1997, S. 334
[Hartmut
Bobzin].
Harro
Kieser