Er besuchte das
Gymnasium in Pettau; in Graz promovierte er zum Doktor in den
Rechten. Den Ersten Weltkrieg verbrachte er als Offizier in einem
bosnischen Regiment. Durch die Gründung Jugoslawiens wurde seine
Heimat von Österreich getrennt. Dr. Neuner ging in die Batschka,
wurde in Palanka Bezirksrichter. Er schloß sich der Sammelbewegung
der deutschen Volksgruppe an und wurde 1923 in das Belgrader
Parlament gewählt. Er pflegte die Beziehungen zu Serben, Rumänen und
Ungarn. In der parlamentslosen Zeit – 1929-1931 – wurde er infolge
eines Willküraktes inhaftiert, doch erwiesen sich die Anschuldigung
gegen ihn als unhaltbar. Als Ende 1944 die Rote Armee und die
Partisanen das Banat besetzten, setzten sich hochstehende Serben für
Neuner ein, der inzwischen Oberlandesgerichtspräsident geworden war.
Trotzdem wurde er festgenommen und mußte durch mehrere Lager gehen.
1948 traf er bei seiner Familie in Graz ein. Er gehört zu den ersten
Kronzeugen für die Vorgänge im Banat nach dem Kriege.
Bibl.:
Südostdeutsche Vierteljahresblätter, München 3/1961 und 3/1964 S.
181 ff.
(1974)