Die Familie
wird 1247 in
Bremen erwähnt,
1262 sind
die
Oldenburgs
in
Mecklenburg,
und sein
Großvater
war
Flügeladjutant
Friedrichs
des Großen,
dann wurde
er
Gutsbesitzer.
Sohn, Vater
und Enkel
wurden es
auch. Im
Jahre 1862
kaufte der
im Kreis Pr.
Eylau/Ostpr.
ansässige
Vater für
Sohn Elard
das Gut
Januschau im
Kr.
Rosenberg/Westpr.,
das der Sohn
nach
Schulbesuch
in
Königsberg
Pr.,
Wernigerode,
Brandenburg
und Halle
sowie nach
achtjähriger
Soldatenzeit
1883
übernahm.
9000 Mark
hatte er
dafür
jährlich an
den Vater zu
zahlen. Ein
Jahr später
heiratete er
die Gräfin
Agnes von
Kanitz. Sie
hatten 3
Töchter und
18 Enkel.
Bald schon
kaufte der
gut
wirtschaftende
Gutsherr
zwei weitere
Güter im
Kreis
Rosenberg
und
vergrößert
seinen
Besitz auf
11800
Morgen, zu
denen noch
zwei Güter
außerhalb
Westpreußens
mit 4740
Morgen kamen
und
schließlich
Gut Biegen
Kr. Lebus.
Elard von
Oldenburg
war Mitglied
des
Kreistages,
hatte im
Provinziallandtag
und im
Provinzialausschuß
einen Sitz
und war 25
Jahre
Kuratoriumsvorsitzender
der
Rosenberger
Kreissparkasse.
Der Bund der
Landwirte in
Westpreußen
und auch die
Landwirtschaftskammer
Westpreußen
wählten ihn
zum
Vorsitzenden.
Viele andere
Ämter kamen
auf ihn zu.
Er erfüllte
sie mit viel
Geschick,
was durch
die
Ernennung
zum
Kammerherrn
gewürdigt
wurde. Seine
große
politische
Karriere
begann 1901.
Mit 46
Jahren wurde
er durch
eine
Nachwahl im
Wahlkreis
Elbing-Marienburg
in das
Preußische
Abgeordnetenhaus
(bis 1910)
gewählt, ein
Jahr später
als
deutsch-konservativer
Abgeordneter
in den
Reichstag.
Dort war er
bald
geachtet und
gefürchtet.
Oldenburg
hatte seinen
eigenen
Willen, und
er konnte
sich ihn
leisten,
denn er war
wirklich
unabhängig.
Rückblickend
stellte er
fest: „Zeit
meines
Lebens
spielte ich
selbst
innerhalb
der
Konservativen
eine gewisse
Außenseiterrolle.
Meine
Freunde
standen
Todesängste
aus, wenn
ich das Wort
ergriff,
denn sie
wußten, das
ich mir das
angeborene
Recht nicht
nehmen ließ,
frei von der
Leber weg zu
reden.“ Was
der
Kammerherr
am Abend
öffentlich
sagte, stand
in der Regel
am anderen
Tag in der
Zeitung. Ihm
wurde
Achtung und
auch
Vertrauen
entgegengebracht,
auch von der
Parteileitung,
die ihn
Verbindung
zum rechten
Flügel des
Zentrums
halten ließ.
Den
wiederholten
Bestrebungen,
die
Kommandogewalt
des Kaisers
über die
Armee
abzuschaffen,
setzte er
entgegen:
Kaiser und
König müsse
jeden Moment
zu einem
Leutnant
sagen
können:
„Nehmen Sie
zehn Mann
und
schließen
Sie den
Reichstag.“
Das löste
große
Empörung
aus, selbst
in einer
Theaterrevue
wurde er
verspottet
und bei der
letzten
Vorkriegswahl
1912 gegen
die
verbündete
liberale
Mitte aus
Elbing
nicht
wiedergewählt.
Bei Ausbruch
des Ersten
Weltkrieges
wurde der
fast
sechzigjährige
Rittmeister
der Landwehr
Verbindungsoffizier
der V. Armee
des
Kronprinzen
zum Großen
Hauptquartier.
Vergeblich
trug er dem
Reichskanzler
seine Pläne
für eine
andere
praktikable
Kriegsernährungswirtschaft
vor. Als
Major und
Regimentskommandeur
nahm er an
der
Abwehrschlacht
am Stochod
teil, dann
holte ihn
die Heimat
und übertrug
ihm wichtige
wirtschaftliche
und
landwirtschaftliche
Aufgaben.
Sein Einfluß
war auch
ohne
Staatsamt
groß.
In den
zwanziger
Jahren galt
seine
Aufmerksamkeit
den
landwirtschaftlichen
Sorgen, von
denen auch
seine
Betriebe
nicht frei
blieben. Die
Kreisstadt
Rosenberg
ernannte
Elard von
Oldenburg-Januschau
zu ihrem
Ehrenbürger.
Als er
1930-32 noch
einmal
Reichstagsabgeordneter
geworden
war, stritt
er mit
Wilhelm
Pieck über
die
Unwirtschaftlichkeit
der vom
späteren „DDR“-Präsidenten
geforderten
Kleinsiedlerstellen.
Er lud ihn
auf sein Gut
Januschau
ein und
erklärte
ihm, daß zu
einer vollen
Ackernahrung
20 bis 25 ha
notwendig
seien.
Oldenburg
verstand
viel von
Landwirtschaft,
und er
kannte
sowohl die
Sorgen der
Landwirte
als auch die
der
Landarbeiter.
Er war bei
beiden sehr
beliebt,
hatte aber
wegen seiner
Anhänglichkeit
zum nicht
mehr
regierenden
Königshaus
bedeutende
Gegner, wie
den
Rosenberger
Landrat
(192125) Dr.
Ferdinand
Friedensburg.
Beide
mochten sich
nicht. Der
spätere
Berliner
Politiker
Friedensburg
stellte bei
Oldenburg
einen
leidenschaftlichen
Haß gegen
die Republik
fest und
zählte ihn
zu den von
ihm nicht
geschätzten
deutschnationalen
Ratgebern
Hindenburgs
auf Neudeck,
ebenfalls
Kr.
Rosenberg,
den
Oldenburg
sehr
verehrte.
Der
Bevölkerung
im Kreise
Rosenberg
und auch
über die
Kreisgrenzen
hinaus blieb
der
volkstümliche
Kammerherr
als der Alte
Januschauer
in guter
Erinnerung.
Werke: Elard Oldenburg-Januschau: Erinnerungen, Leipzig 1936.
Lit.:
Ferdinand
Friedensburg:
Lebenserinnerungen,
Bd. I,
Frankfurt/M.
und Bonn
1969;
Alfred Müsse
u.a.: Der
Landkreis
Rosenberg,
Detmold
1963;
Altpreußische
Biographie,
Bd. II, S.
480f.,
Königsberg
i. Pr. 1942.
Hans-Jürgen
Schuch