Der Sohn
eines
Fleischers
studierte
nach dem
Schulbesuch
in Bunzlau
und Breslau
(Maria-Magdalenen-Sch.)
am
akademischen
Gymnasium im
Schönaicheum
zu Beuthen
a.d. Oder
und an den
Universitäten
Heidelberg
und Leiden
(Niederlande)
Rhetorik,
Dichtkunst
und Jura.
Bereits in
der Jugend
verfaßte er
Gelegenheitsgedichte,
die
vornehmlich
der
Aufbesserung
des schmalen
Geldbeutels
dienten.
1617
erschien
sein gegen
die
Mißachtung
der
deutschen
Sprache
gerichtetes
Werk „Aristarchus“
und 1624,
nach
Aufenthalten
in Dänemark,
Schlesien
und
Siebenbürgen,
sein in
Breslau
veröffentlichtes,
den „HErren
Bürgermeistern
und
Rathsverwandten
der Stadt
Buntzlau“
gewidmetes
vielgerühmtes
„Buch von
der
teutschen
Poeterey“,
das der
deutschsprachigen
Dichtung den
Weg zu der
ihr
gebührenden
Wertschätzung
bereitete.
Opitz
verkannte
nicht die –
bisher
einseitig
betonte –
Bedeutung
der
griechischen
und
römischen
Poesie,
sondern war
ein Freund
der Antike –
er wünschte
und
erstrebte
aber, daß
man in
deutschen
Landen dem
Beispiel
anderer
Völker
folgen
solle, bei
denen das
Dichten in
der
Muttersprache
einen hohen
Rang besaß.
Die „Buhlereyen“
mit
Fremdwörtern
sollten
aufhören.
Opitz
beschränkte
sich in
seinem
grundlegenden
Werk nicht
auf klar
durchdachte
theoretische
Ausführungen
und auf die
Aufstellung
von Regeln
für das
Dichten,
sondern
reicherte
diese durch
viele
Beispiele,
auch aus
eigenen
Schöpfungen,
an. Als
weitere
Schriften
von Opitz
seien
genannt: die
erstmalig
1624 im
elsässischen
Straßburg
erschienenen
„Teutschen
Poemata“,
sein das
Landleben in
Siebenbürgen
und die Ruhe
des Gemütes
preisendes
Lehrgedicht
„Zlatna“
(1623), die
vom
Riesengebirge
und dem
Berggeist
Rübezahl
kündende
Schäfergeschichte
von der
Nymphe
Hercinie
(1629/30)
und das
geistliche
Drama
„Judith“
(1635).
Neben diesen
und anderen
Werken,
unter denen
sich in
Übereinstimmung
mit dem
Geschmack
der
Zeitgenossen
und aus
Sorge um den
Lebensunterhalt
geschriebene
lateinische
und deutsche
Gelegenheitsgedichte
befinden,
stehen
Übersetzungen
griechischer,
lateinischer,
italienischer,
französischer
und
niederländischer
Dichtungen.
Der Blick
des
Schlesiers
war durchaus
nicht auf
seine engere
Heimat, auch
nicht auf
sein
deutsches
Vaterland,
beschränkt,
sondern auch
auf andere
Länder
gerichtet;
er war ja
ein
Weitgereister,
ein
Vielumhergetriebener,
durch
eigenen
Willen, auf
der Suche
nach
beruflicher
Existenz und
durch die
Widrigkeiten
des
30jährigen
Krieges, in
dessen
Schatten
fast sein
ganzes
Dichterleben
stand.
Schließlich
trat Opitz
in den
Dienst des
aktiv
gegenreformatorischen
Burggrafen
Karl
Hannibal von
Dohna,
Kammerpräsident
in
Schlesien,
nach dessen
Flucht in
den Dienst
der
protestantischen
Piastenherzöge
von Liegnitz
und wich
dann vor den
erfolgreichen
Kaiserlichen
nach Polen
aus, wo er
Hofgeschichtsschreiber
wurde. In
Danzig erlag
er der Pest.
Es ist
erstaunlich,
was der
Fleischerssohn
in seinen
nur 41
Lebensjahren
alles
geschaffen
und erreicht
hat. Kaiser
Ferdinand
II. ehrte
ihn mit der
Dichterkrönung
(poeta
laureatus)
und erhob
den
30jährigen
als „Martin
Opitz von
Boberfeld“
in den
Adelsstand,
die
Zeitgenossen
priesen ihn
als Vater
der
deutschen
Dichtkunst,
würdigten
und lobten
ihn nach
seinem Tod.
So reimte
der
schlesische
Barockdichter
Friedrich
von Logau:
„Im Latein
sind viel
Poeten,
immer aber
ein Virgil,
Deutsche
haben einen
Opitz,
Tichter
sonsten eben
viel.“ Es
war
eingetreten,
was der
junge Opitz
prophezeit
hatte. „Mein
Lob und Name
wird
erklingen
weit und
breit.“
Später
setzte zum
Teil scharfe
Kritik am
Leben und
literarischen
Schaffen des
Bunzlauers
ein. Man
kritisierte
u. a. seine
religiös-politische
Wendigkeit
und
verübelte
dem
Protestanten
den Dienst
beim
Protestantenfeind
Dohna; aber:
Opitz befand
sich im
Einklang mit
der bei
vielen
Humanisten
anzutreffenden
Scheu vor
religiösen
Festlegungen
und dem
Hineinsteigen
in die
Tagespolitik.
Sicherlich
besaß er
nicht das
dichterische
Format eines
Francesco
Petraca.
Kann man ihm
das
verübeln? Er
war „ein
glänzender
Übersetzer“
eine große
Formbegabung,
ein klarer
Kopf, der
besser als
alle anderen
erkannte, wo
für die
deutsche
Dichtung
etwas zu
holen war.
Dazu hatte
er Ehrgeiz,
Sprachbegabung
und
Weitblick …
Überall wies
er Wege, und
alle haben
an ihn
angeknüpft,
von Fleming
bis
Gottsched.“
(Erich Trunz)
Die deutsche
Dichtkunst,
besonders
des Barock,
die in
Schlesien
ihre
schönsten
Blüten
entfaltetet
jat. dankt
ihm viel.
Vermag
ein aus
seiner Feder
stammender
Text wie der
folgende aus
„Trostgedichte
in
Widerwärtigkeit
des Krieges“
nicht auch
heutigen
Menschen
Wesentliches
zu sagen und
Gutes zu
bewirken?
Der Alten
graues Haar,
der jungen
Leute Weynen,
Das Klagen,
Ach und Weh
der Grossen
und der
Kleinen,
Das Schreyen
in gemein
von Reich
und Arm
geführt
Hat diese
Bestien im
min(de)sten
nicht
gerührt.
Hier halff
kein Adel
nicht, hier
wird kein
Stand
geachtet,
Sie mussten
alle fort,
sie wurden
hingeschlachtet,
Wie wann ein
grimmer
Wolff, der
in den
Schafstall
reisst,
Ohn allen
Unterscheyd
die Lämmer
nider
beisst.
Lit.:
Marion
Szyrocki,
Martin
Opitz,
Berlin 1956.
– Josef
Bernhard
Birrer, Die
Beurteilung
von Martin
Opitz in der
deutschen
Literaturgeschichte,
Willisau o.
J. (Phil.
Diss.,
Freiburg/Schw.
1939). –
Emil
Ermatinger,
Martin
Opitz, in:
Schlesische
Lebensbilder
3, 2. Aufl.,
Sigmaringen
1985, S. 1-10.
–
Hans-Ludwig
Abmeier,
Martin
Opitz,
in:
Große
Deutsche aus
Schlesien,
hg. von
Herbert
Hupka, 3.
Aufl.,
München,
Wien
1983,
S. 28-33.
Hans-Ludwig
Abmeier