Die Herkunft
Pezels blieb
lange Zeit
unbestimmt.
Walter in
seinem
musikalischen
Lexikon von
1732 und
Zedler in
seinem
Universallexikon
von 1741
wissen
darüber
nichts zu
berichten.
In den
Nachschlagewerken
des 19.
Jahrhunderts
werden nebst
Österreich
auch Prag
oder Bautzen
vermutet.
Seit den
Untersuchungen
zur
Leipziger
Musikgeschichte
durch den in
Breslau
geborenen
Arnold
Schering
gilt Glatz,
das damals
zu Böhmen
gehörte, als
Geburtsort,
obwohl
gelegentlich
selbst in
neuerer
Literatur
andere
Angaben zu
finden sind.
Wolfgang
Caspar
Prentz
erwähnt, daß
Pezel eine
gute
humanistische
Ausbildung
erhalten,
„wohl
studiret“
habe. Es ist
allerdings
bisher nicht
gelungen
nachzuweisen,
wo er diese
Ausbildung
erhalten
hat. Er war
ein
ausgezeichneter
und sehr
intelligenter
Stadtpfeifer
bzw.
Turmmusiker.
In Zedlers
Lexikon wird
aufgrund der
Angaben von
Lipenius aus
dem Jahre
1682
berichtet,
daß er
lateinisch
abgefaßte
Abhandlungen
über die
Musik
geschrieben
habe, über
deren
Verbleib
allerdings
nichts
festgestellt
werden
konnte.
Dokumentarische
Belege über
ihn gibt es
erst ab 1664
für die
Aufnahme
seiner
Tätigkeit
als Geiger
in der
Leipziger
Ratsmusik,
später als
Stadtpfeifer.
Seine
Bewerbung um
das
Thomas-Kantorat
1676 schlägt
fehl, er sei
„hiebevor
ein
Catholicus
[gewesen
und] auch
alhier
Stadtpfeiffer“.
1680 erhält
er die
Stelle des
Stadtmusikus
in Bautzen,
wo er bis zu
seinem Tode
eine ebenso
rege
Wirksamkeit
wie zuvor in
Leipzig
entwickelt.
Pezel ist
mit vielen
handschriftlichen
und
gedruckten
Werken eine
führende
Musikerpersönlichkeit
in jenen
Jahrzehnten
zwischen ca.
1670 und
1690. Mit
seinen
Instrumental-Kompositionen,
die
vornehmlich
in Leipzig
und
vereinzelt
in Frankfurt
am Main
gedruckt
werden, ist
er in allen
Nationen
beachtet
worden. Die
Drucke
enthalten
Suiten und
Sonaten für
verschiedene
Instrumentalbesetzungen,
vor allem
seine
beliebten
Stücke für
Bläserensembles.
Als
kirchlicher
Vokalkomponist
ist Pezel
weniger
bekannt, und
von diesen
Werken steht
auch im
Neudruck
nichts zur
Verfügung.
Dagegen sind
seine
Sonaten und
Stücke für
Cornetti und
Trombonen
(Trompeten
und
Posaunen)
durch die
Renaissance
der
Bläsermusik,
durch die
musikalische
Jugendbewegung,
durch
kirchliche
Gruppen und
durch die
sich vor
allem in den
USA
verbreitenden
Brass-Ensembles
seit den
letzten 5
Jahrzehnten
sehr
beliebt, so
daß es zu
einer
folgerichtigen
Wiederbelebung
seiner
Bläserkompositionen
gekommen
ist.
Spezialstudien
über Pezel
und einzelne
Werkgruppen
sowie
Spartierungen
seiner Werke
sind in
Deutschland
und in den
USA
veröffentlicht
worden.
Dadurch ist
jetzt Pezel
in
verschiedenen
und breiten
Kreisen ein
Begriff. In
der
Musikgeschichte
gelten er
und seine
Werke als
überragende
Beispiele
für die in
der zweiten
Hälfte des
17.
Jahrhundert
betriebenen
und
begehrten
Turm- und
Stadtpfeifermusiken.
Werke:
Turmmusiken
und Suiten,
hrg. von
Arnold
Schering,
Breitkopf &
Härtel
Leipzig,
Nachdruck
Breitkopf &
Härtel,
Wiesbaden
und
Akademische
Druck- und
Verlagsanstalt,
Graz 1959
(Denkmäler
deutscher
Tonkunst Bd.
63).
Lit.:
Rudolf Eller:
[Artikel]
Pezelius,
in: Die
Musik in
Geschichte
und
Gegenwart,
Bd. 10
Bärenreiter,
Kassel u.a.
1962, Spalte
1158-1162. –
Arnold
Schering,
Musikgeschichte
Leipzig 2.
Bd.: von
1650-1723,
Fr. Kistner
& C.F.W.
Siegel,
Leipzig
1926. –
James Albert
Wattenberger,
The
Turmmusik of
Johann Pezel,
Diss.,
Northwestern
Umversity
(Evanston,
Illinois),
USA 1957. –
Arthur
L(oring)
Murphy, The
Bicima
variorum
instrumentorum
of Johann
Christoph
Pezel,
Diss.,
Florida
State
Umversity,
USA 1959, 2
Bde. (Der
zweite Band
enthält
Spartierungen
dieser
Kompositionen).
– Anneliese
Downs, The
Tower Music
of a
Seventeenth-Century
Stadtpfeifer:
Johann
Pezel's Hora
decima and
Fünffstimmigte
blasende
Music, in:
Brass
Quarterly,
VII Bd.
1963, S.
3-33.
Hubert
Unverricht