Er gilt als
der „Vater
des
Volkswagens“.
Er
entwickelte
den
elektrischen
Radnabenmotor,
den
Allradantrieb
und die
Drehstabfederung.
Er führte
das heute
allgemein
angewandte
Mittelmotor-Prinzip
bei
Rennwagen
zum Erfolg.
Ganze
Modellreihen
von
Sportwagen
und eine
weltweit
bekannte
Automobilfirma
tragen noch
heute seinen
Namen:
Ferdinand
Porsche.
Porsche
wurde am 3.
September
1875 in
Maffersdorf,
einem Ort
nahe
Reichenberg
in Böhmen,
geboren. Im
väterlichen
Betrieb
erlernte er
das
Spenglerhandwerk
und trat mit
achtzehn
Jahren als
Praktikant
bei der
Vereinigten
Electricitäts
Aktiengesellschaft
(vorm. Bela
Egger & Co.)
in Wien ein.
In nur vier
Jahren
arbeitete er
sich dort
zum
Versuchsleiter
empor – ein
Sprungbrett
für die
weitere
Karriere:
Porsche
wechselte
zur k. u. k.
Hofwagenfabrik
Jacob Lohner
& Co., wo er
sich mit
leistungsfähigen,
von
elektrischen
Radnabenmotoren
angetriebenen
Fahrzeugen
bald einen
Namen
machte. Auch
privat
etablierte
sich
Porsche:
1903
heiratete er
Aloisia
Johanna Kaes,
1904 kam
Tochter
Louise zur
Welt, 1909
wurde Sohn
Ferdinand
Anton Ernst
(„Ferry“)
geboren.
1906 bot die
Österreichische
Daimler-Motoren-Gesellschaft
m.b.H. (kurz
„Austro-Daimler“)
in Wiener
Neustadt
Porsche den
Posten eines
Technischen
Direktors
an. Als
Chefkonstrukteur
entwarf
Porsche in
den
folgenden
Jahren
zahlreiche
Fahrzeuge,
deren
Leistungsfähigkeit
er als
Rennfahrer
auch selbst
unter Beweis
stellte.
Aber er
entwickelte
zudem
militärisches
Gerät wie
Zugwagen für
Geschütze.
Während des
Ersten
Weltkriegs
trugen
Porsches
Konstruktionen
ganz
erheblich
zur
Motorisierung
der k. u. k.
Armee bei.
So
konstruierte
er
beispielsweise
den „Landwehr-Train“,
der beim
Lastentransport
auf kurvigen
Gebirgsstraßen
wie auch auf
Schienen zum
Einsatz
kommen
konnte.
Porsche
setzte
hierbei auf
ein
„gemischtes
System“ von
Verbrennungsmotor,
Generator
und
zahlreichen
Elektromotoren,
die alle
Räder des
lindwurmartigen
Gefährts
antrieben.
Für seine
Ingenieurleistungen
erhielt
Porsche hohe
militärische
Auszeichnungen
und wurde
von der TH
Wien zum
Ehrendoktor
ernannt.
1923 boten
ihm die
Daimler-Motoren-Werke
den Posten
als
Technischer
Direktor und
Vorstandsmitglied
an. Porsche
zog nach
Stuttgart.
Zu seinen
wohl
bekanntesten
Schöpfungen
dieser Zeit
gehören
unter
anderem die
bald
legendären
Kompressor-Sportwagen
K, S, SS und
SSK, die
Siegerfahrzeuge
in
zahlreichen
Rennen.
Trotz dieser
Erfolge
mußte
Porsche, der
bei der
Lösung
technischer
Probleme
leicht die
Kosten aus
den Augen
verlor, bald
nach der
Fusion von
Daimler mit
Benz & Cie.
aus dem
Unternehmen
ausscheiden.
In Stuttgart
wünschte man
sich einen
„weniger
genialen“,
aber
sparsameren
und „den
Einwirkungen
seiner
Kollegen
zugänglicheren“
Konstrukteur.
1929 ging
Porsche zur
österreichischen
Automobilfirma
Steyr-Werke
AG, wo er
auf Grund
der
schlechten
wirtschaftlichen
Situation
des
Unternehmens
nur ein
kurzes
Gastspiel
geben
konnte.
Anfang 1931
wagte er
daher den
Sprung in
die
Selbständigkeit
– mit einem
eigenen
Konstruktionsbüro
in
Stuttgart,
das schon
damals ein
Zentrum des
Automobilbaus
in
Deutschland
war. Das
lukrative
Angebot, in
der
Sowjetunion
Chefkonstrukteur
zu werden,
schlug er
hingegen
aus.
In den
folgenden
Jahren
entstand in
der Dr.-Ing.
h.c.
Ferdinand
Porsche
G.m.b.H.
Stuttgart-Zuffenhausen
eine
Vielzahl von
Ingenieurleistungen
für die
unterschiedlichsten
Auftraggeber
– insgesamt
soll es
Porsche im
Laufe seines
Lebens auf
365 Patente
gebracht
haben. Zu
seinen
herausragendsten
Konstruktionen
der
Dreißiger
Jahre
gehörten
beispielsweise
die
Grand-Prix-Rennwagen
von
Auto-Union
mit ihren
16-Zylinder-Mittelmotoren.
Aber Porsche
befaßte sich
auch mit der
Idee eines
Volkswagens
– zunächst
im Auftrag
von Zündapp,
dann von
NSU,
schließlich
im Auftrag
des
Reichsverbandes
der
Automobilindustrie
(RDA). Schon
bald lagen
die
Grundzüge
des späteren
„VW Käfer“
fest:
Leichtbau,
Stromlinienform,
luftgekühlter
Boxermotor
im Heck,
günstiger
Treibstoffverbrauch
und 100 km/h
schnell. Ein
Konzept, das
Anklang bei
den neuen
Machthabern
in
Deutschland
fand. Ende
1936 fuhren
die ersten
Prototypen,
Mitte 1938
wurde der
Grundstein
für das
VW-Werk in
Wolfsburg
gelegt. Von
dessen
Bändern
rollten seit
Kriegsanfang
allerdings
keine Wagen
für das
Volk,
sondern für
die
Wehrmacht –
beispielsweise
„Kübelwagen“
und
„Schwimmwagen“.
Die Fabrik
lieferte
auch Teile
für die
Flugbombe
„V1“.
Porsche
konstruierte
wieder für
das Militär:
Die
Panzertypen
„Panther“,
„Tiger“ und
ein
180-Tonnen-Koloß
mit dem
Tarnnamen
„Maus“
wurden unter
seiner
Leitung
entwickelt,
der
„Ferdinand“
trug gar
seinen
Namen. Noch
während des
Krieges
plante
Porsche auch
Ackerschlepper
für die
Landwirtschaft.
1944 wurde
sein Büro
wegen der
zunehmenden
Bombenangriffe
nach Gmünd
in Kärnten
verlagert.
Nach
Kriegsende
wurde
Porsche von
den
Franzosen
fast zwei
Jahre lang
inhaftiert.
Während
dieser Zeit
führte sein
Sohn Ferry
die Firma
weiter.
Unter dessen
Leitung
entstand in
Gmünd – die
Stuttgarter
Gebäude
waren noch
von den
Amerikanern
besetzt –
der Prototyp
eines
Heckmotor-Sportwagens
auf „Käfer“-Basis.
Er trug die
Konstruktions-Nummer
356.
In den
darauffolgenden
Jahren
erlebte die
nach
Stuttgart
zurückgekehrte
Firma einen
rasanten
Aufschwung.
Aus dem
reinen
Konstruktionsbüro
war längst
eine
Automobilfabrik
geworden.
Mitte der
60er Jahre
wurde der
Typ 356 von
der
mittlerweile
ebenso
legendären
Baureihe 911
abgelöst –
einem
Modell, das
in
weiterentwickelter
Form noch
heute gebaut
wird.
Ferdinand
Porsche hat
nur den
Anfang
dieser
Entwicklung
noch
miterlebt.
Von der
Haftzeit
gesundheitlich
angeschlagen,
starb er am
30. Januar
1951 in
Stuttgart,
wenige
Monate nach
Vollendung
seines 75.
Lebensjahres.
Ferdinand
Porsche war
ein im In-
und Ausland
hoch
angesehener
Konstrukteur,
ein
universeller
Ingenieur,
der intuitiv
erkannte, ob
eine
Konstruktion
„schön“ und
brauchbar
oder noch
mit Mängeln
behaftet
war, ein
gelegentlich
zu
Wutausbrüchen
neigender
Tüftler, der
sich nicht
davor
scheute,
höchstpersönlich
unter die
Fahrzeuge zu
kriechen,
wenn es
darum ging,
einem
verborgenen
Fehler auf
den Grund zu
gehen, ein
akribischer
Techniker,
dessen
ständige
Verbesserungswut
seine
Geldgeber
oft zur
Verzweiflung
brachte,
ihnen aber
letztlich
auch
zukunftsweisende
Konstruktionen
bescherte.
Es bleibt
die
Erinnerung
an einen
Sudetendeutschen,
der – im
Krieg wie im
Frieden –
auf
zahlreichen
Gebieten
beachtliche
Ingenieurleistungen
vollbrachte
und die
technische
Entwicklung
vorantrieb.
Lit.:
Klaus Parr:
Ferdinand
Porsche, in:
NDB 20, S.
638–640 (mit
ausführlicher
Bibliographie).
– 100 Jahre
Porsche im
Spiegel der
Zeitgeschichte.
Stuttgart o.
J. (1975). –
Herbert A.
Quint:
Porsche. Der
Weg eines
Zeitalters,
Stuttgart2
1951.
Bild:
Brockhaus-Enzyklopädie.
Karsten
Eichner