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Als Sohn des Bürovorstehers Ferdinand Prill und dessen Ehefrau Martha,
geb. Semrau, wurde Felician Antonius Karl Prill am 9. Juni 1904 in
Konitz geboren. Sein Abiturientenexamen bestand er nach der Versailler
Grenzziehung, die seine Vaterstadt von Deutschland abgetrennt hatte,
1922 in Zoppot. Daran schloß sich ein Studium der Rechte und der
Staatswissenschaften in Jena, Würzburg und Köln an. Noch vor der großen
juristischen Staatsprüfung 1929 wurde er im Jahre 1928 zum Doktor beider
Rechte an der Universität Jena promoviert. Nach Danzig geht Prill als
Gerichtsassessor, wo er schließlich mit 27 Jahren Chef der
Kreisverwaltung des Kreises Danziger Höhe wird und dieses Amt bis 1933
ausübt. Es folgt eine mehrjährige Tätigkeit als Referent und
Regierungsrat bei der Finanzverwaltung Danzig, bis er 1940 in der
gleichen Eigenschaft zur Finanzverwaltung Magdeburg versetzt wird. Aber
schon ein Jahr später wird auch Prill Soldat (Luftwaffe). Das Leben
eines Kriegsgefangenen lernt er bei den Amerikanern und Franzosen
kennen, die ihn aber schon 1946 nach Magdeburg entlassen. Dort wird er
Oberregierungsrat und Vorsteher der Vereinigten Finanzämter. Doch der
Finanzfachmann verläßt die Sowjetzone und wird schließlich im Jahre 1948
Generalreferent für das gesamte Besoldungswesen in der Verwaltung für
Finanzen des vereinigten Wirtschaftsgebiets und nach Gründung der
Bundesrepublik Deutschland im Bundesministerium der Finanzen in Bonn.
Seine Beförderung zum Regierungsdirektor erfolgt 1949 und ein Jahr
später zum Ministerialrat. Prill nimmt 1951 in Paris als Mitglied der
deutschen Delegation des Interimsausschusses an den Verhandlungen zur
Schaffung einer europäischen Verteidigungsgemeinschaft teil. Dort lernt
er die europäische Ebene kennen, und dabei wird er von der Notwendigkeit
überzeugt, ein Vereinigtes Europa zu schaffen. In der Nähe Konrad
Adenauers, in seinem Beraterstab, wird er zum glaubwürdigen Europäer.
Das schließlich negative Ergebnis der EVG-Verhandlungen bestärkt ihn nur
in seiner Überzeugung. Daher ist es nicht verwunderlich, daß Felician
Prill bald darauf unter Beförderung zum Ministerialdirigenten in das
Auswärtige Amt überwechselt. Seine ganze Statur, seine sensible und
vornehme Art prädestinieren ihn als Diplomaten. 1956 geht er für vier
Jahre als deutscher Botschafter nach Dublin (Irland). Von 1960 bis 1967
ist er Ständiger Vertreter der Bundesrepublik Deutschland beim Europarat
in Straßburg. Der Artikel l der Satzung der Institution lautet: „Eine
engere Vereinigung seiner Mitglieder zum Schutz und zur Förderung der
Ideale und Prinzipien, die ihr gemeinsames Erbe sind, und zum Besten des
wirtschaftlichen und sozialen Fortschritts.“ Das ist auch Prills Maxime.
Anschließend vertritt er noch einmal bis 1969 die Bundesrepublik
Deutschland als Botschafter in Irland. Kurz nach der Versetzung in den
Ruhestand läßt er sich in den Bundesvorstand der Landsmannschaft
Westpreußen wählen und übernimmt 1972 das Amt des Bundessprechers bis
1978. Mit dem Weltbild des aus Thorn stammenden Nicolaus Copernicus eng
verbunden, gehörte er dem Kuratorium der Gesellschaft zur Vorbereitung
des Nicolaus-Copernicus-Jahres 1973 e.V an.
Botschafter Dr. Prill war ein sozial denkender und aus christlicher
Überzeugung sozial handelnder Mensch gewesen. Mit seiner Heimat
Westpreußen fühlte er sich stets eng verbunden, für die er auch als
Diplomat eintrat. Felician Prill hat sich wirklich um Deutschland
verdient gemacht, was durch die Verleihung des Großen Verdienstkreuzes
mit Stern des Bundesverdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
gewürdigt wurde. Neben anderen Auszeichnungen war der Botschafter
Inhaber des Großkreuzes mit Stern und Schulterband des Souveränen
Malteser Ritterordens und der Dunoso Cortés Medaille der Spanischen
Regierung.
Hans-Jürgen Schuch
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