Der dreißigste
Hochmeister des Deutschen Ritterordens stammte von einer nicht
mehr vorhandenen Burg am Asperg, Richtenberg genannt. Die Familie
trug den Namen Röffelin (Reiflein). Nach Beendigung des 13jährigen
Krieges, den der Orden gegen Polen und die aufständischen Städte
geführt hatte, versah er das Amt des Großkomturs, war damit
Stellvertreter des Hochmeisters und wurde nach dessen Tod, am 30.
September 1470, als Hochmeister bestätigt. In
seiner siebenjährigen
Amtszeit gelang es ihm, durch äußerste Sparsamkeit die Finanzen des
Ordens in Ordnung zu bringen und die Ordenszucht zu heben. Auch die
rückständigen Forderungen der Söldner konnte er erfüllen. Die
Landeserträge wurden vermehrt und der Handel der ordenstreuen Städte
Königsberg und Elbing gegenüber dem mächtigen abgefallenen Danzig
gefördert. Im ermländischen Bischofsstreit bewahrte der Hochmeister
Haltung und setzte die Wahl des deutschen Kandidaten Nikolaus v.
Tüngen durch. Den samländischen Bischof Nikolaus v. Kuba, der sich
zahlreicher Übergriffe gegen Kirchenzucht und Kirchengut schuldig
gemacht hatte, ließ er festsetzen. Als der Bischof im Gefängnis
starb, kam es zu Unruhen. Während diesen starb Reffle, der alles nur
Mögliche getan hatte, um die Lenkung des Ordenslandes nach dem 2.
Thorner Frieden 1466 wieder in festen Griff zu bekommen.
Bibl.:
Krollmann, Polit. Geschichte des Deutschen Ordens.
(1977)