Als Sohn des
Superintendenten
Arthur Rhode
geboren,
hatte der spätere
Historiker
Gotthold
Rhode seine
erste
Begegnung
mit der
Geschichte
durch seinen
Vater, der
nicht nur
ein
angesehener
Theologe,
sondern auch
ein
respektierter
Geschichtsforscher
war. Nach
dem Besuch
des
Schiller-Gymnasiums
in Posen
studierte
Gotthold
Rhode an den
Universitäten
Jena,
München,
Königsberg
und Breslau
Geschichte,
Geographie
und
Slawistik.
1939
promovierte
er an der
Universität
Breslau mit
der Arbeit
„Brandenburg-Preußen
und die
Protestanten
in Polen
1640-1740.
Ein
Jahrhundert
preußischer
Schutzpolitik
für eine
unterdrückte
Minderheit“.
Die Arbeit
erschien
1941 als
Band 17 der
Reihe
„Deutschland
und der
Osten“. Im
Anschluß an
die
Promotion
wirkte Rhode
als Referent
am
Osteuropa-Institut
in Breslau
bis zu
seiner
Einberufung
als Soldat
nach
Ausbruch des
2.
Weltkriegs.
Nach
Kriegsdienst
und
Gefangenschaft
war Rhode
von 1946 bis
zum Abschluß
seiner
Habilitation
im Jahre
1952
Assistent am
Historischen
Seminar der
Universität
Hamburg, wo
er bei
seinem
Breslauer
Lehrer
Hermann
Aubin, der
nach dem
Zusammenbruch
1945 an der
Hamburger
Universität
eine neue
Wirkungsstätte
gefunden
hatte,
arbeitete.
Dissertation
und
Habilitationsschrift,
die betitelt
ist „Die
Ostgrenze
Polens.
Politische
Entwicklung,
kulturelle
Bedeutung
und geistige
Auswirkung“,
lassen
bereits „die
Breite
seiner Sicht
und die
Fähigkeit“
deutlich
werden,
„einen
multinationalen
und
multi-konfessionellen
Raum in der
Komplexität
seiner
vielfältigen
Beziehungen
und
Interessen
zu erfassen
und das
Problem der
Grenze nicht
nur als
teilendes,
sondern auch
als ein
verbindendes
Element zu
sehen“ (G.W.
Strobel).
Von 1952 bis
1957
arbeitete
Rhode als
Referent am
Gottfried
Herder-Institut
in Marburg;
gleichzeitig
wirkte er
als
Privatdozent
an der
dortigen
Universität.
Im Jahre
1957 wurde
er an die
Johannes
Gutenberg-Universität
in Mainz
berufen, wo
er bis zu
seiner
Emeritierung
1984 als
akademischer
Lehrer und
Forscher
wirkte.
Darüber
hinaus war
und ist
Gotthold
Rhode in
zahlreichen
wissenschaftlichen
Gremien und
Institutionen
vertreten.
So wirkt er
als
Vorsitzender
der
Historischen
Kommission
für Posen,
als
Präsident
der
Studiengesellschaft
für Fragen
mittel- und
osteuropäischer
Partnerschaft,
als Mitglied
der
deutsch-polnischen
und der
deutsch-rumänischen
Kommission
für
Schulbuchrevision
sowie als
Präsident
des Johann
Gottfried
Herder-Forschungsrates.
Gotthold
Rhodes
zahlreiche
Publikationen
lassen
erkennen, daß
sein
wissenschaftliches
Interesse
nicht nur
dem
polnischen
Raum und
seiner
Geschichte
gilt,
sondern auch
Fragen der
böhmischen,
tschechischen,
slowakischen
und
rumänischen
Geschichte,
darüber
hinaus
den
Problemen
der
ostmittel-
und osteuropäischen
Wechselziehungen,
schließlich,
aber nicht
zuletzt,
sozialhistorischen
Fragestellungen.
Anerkennung
fand Rhodes
vielfältiges
Wirken durch
die
Verleihung
der
Ehrenmitgliedschaft
der Polish
Society for
Arts and
Sciences
Abroad, des
Preises für
Verdienste
um den
deutschen
Osten und
das
Selbstbestimmungsrecht
des Bundes
der
Vertriebenen
und des
Georg-Dehio-Preises
als auch
durch die
anläßlich
seines 65.
Geburtstages
gewidmeten
beiden
Festschriften.
Das
Mitarbeiterverzeichnis
läßt Rhodes
nationale
und
nationale
Wertschätzung,
das
Schriftenverzeichnis
in der
Zeitschrift
„Ostmitteleuropa“
Umfang und
Vielseitigkeit
seiner
Forschungen
deutlich
werden.
Werke: Brandenburg-Preußen u.d.
Protestanten
in Polen
1640-1740
41; Völker
auf d. Wege.
Verschieb.
d. Bevölker.
in
Ostdtschld.
u. Osteuropa
seit 1971
52;
Ostgrenze
Polens I 55;
Kleine
Geschichte
Polens 65,
Nachbarschaft
u.
Gegnerschaft
im osteurop.
Raum, 2.
Aufl. 67:
Lindenfelser
Gespräche,
m. J.
Hauptmann
73. Zahl.
Beitr. i.
fachwiss.
Werken; u.a.
in:
Gesch.bewußtsein
i.
Ostmitteleuropa
61;
Weltgesch.
d. Gegenw. 1
62; Teil. u.
Wiederverein.
63; Berlin
a. the
Future o.
Eastern
Europe. 63;
Miscell.
Moguntina
64; Probl.
d. böhm.
Gesch. 64;
Die dt.
Ostgebiete
z. Zt. d.
Weimarer
Republ. 66;
Die
Deutschen u.
ihre östl.
Nachbarn 67;
Hdb. d.
europ.
Gesch., VI
68;
Polen/Litauen,
Ungarn u.
Böhmen im
15.-17.
Jh. (Hdb. d.
europ. Gesch.
3) 71; The
Protectorate
of Bohemia
and Moravia
(A History
of the
Czechoslo-k
Republic
1918-48) 73;
Die poln.
Adelsrepublik
um d. Mitte
d. 18. Jh's
(Die Erste
Poln. Teil.
1772) 74;
Der Berliner
Kongr. u.
Südosteuropa
(D. Berliner
Kongr.) 78.
–
B rockhaus
Enzykl.;
Encycl.
Brit.
Zahlr.
Aufs. 39-74,
bes. in: Zs
f.
Ostforsch.,
Vjheft f.
Zeitgesch.,
Osteuropa,
Jb. f. h.
Osteuropa;
Dt.-poln.
Schulbuch-Konferenzen
(Dt. Studien
46) 74; Drei
poln.
Historiker –
drei
Persönlichkeiten
d. Zeitgesch.
(Jb. f.
Gesch.
Osteuropas
24) 76;
Gesch.bild
u.
Gesch.bewußtsein
in Osteuropa
(Saeculum
28) 77.
Konrad Fuchs