Julius Sachs
erblickte
als siebtes
Kind des
Graveurs und
Kupferstechers
Christian
Gottlieb
Sachs und
dessen
Ehefrau
Maria
Theresia,
geb.
Hofbauer,
das Licht
der Welt.
Der
Großvater
väterlicherseits
war
Forstmann,
die Eltern
der Mutter,
die bei Linz
(Donau)
lebten,
verdienten
als Bauern
ihren
Lebensunterhalt.
Julius
Sachs, der
seine
Kindheit in
Breslau
verbrachte,
war
evangelischer
Konfession.
Bereits als
Kind lernte
er den
berühmten
Physiologen
Johann
Evangelista
Purkinje
kennen, mit
dem seine
Familie
Kontakt
pflegte. In
den Jahren
1839 und
1840 lebte
Julius Sachs
vorübergehend
in Namslau
und Böhmwitz
bei Breslau.
Nach
Absolvieren
der
Volksschule
trat er 1845
in das
Elisabeth-Gymnasium
zu Breslau
über, das er
bis 1850
besuchte.
1848 erlitt
der Vater
einen
Schlaganfall,
an dessen
Folgen er
verstarb.
Ein Jahr
später wurde
die Mutter,
die fünf
ihrer
insgesamt
neun Kinder
überlebte,
von der
Cholera
dahingerafft.
Am 14.
Februar 1851
übersiedelte
Julius Sachs
nach Prag.
Der
väterliche
Freund
Purkinje,
der 1850
dorthin
berufen
worden war,
nahm den
18jährigen
Vollwaisen
in seinem
Haus auf.
1851 bestand
dieser in
Prag die
Maturitätsprüfung.
In den
Jahren 1851
bis 1856
studierte
Julius Sachs
– ebenfalls
in Prag –
verschiedene
naturwissenschaftliche
Fächer.
Seine
akademischen
Lehrer waren
unter
anderem
Willkomm
(Mathematik,
Physik),
Purkinje
(Physiologie),
Kosteletzky
(Botanik),
Rochleder
(Chemie) und
Robert
Zimmermann
(Philosophie).
1853
erschien die
erste
Publikation
des damals
21jährigen,
die den
Titel Der
Flußkrebs
trägt. 1856
erfolgte
seine
Promotion,
für die er –
was damals
noch möglich
war – keine
Dissertation
hatte
vorlegen
müssen.
Jedoch
konnte er
bereits etwa
20
zoologische
und
botanische
Publikationen
vorweisen.
Im selben
Jahr trennte
sich Sachs
von seinem
Mentor und
Lehrer
Purkinje.
1857
habilitierte
sich der
junge
Gelehrte im
Fach
‘Pflanzenphysiologie’
an der
Universität
Prag. Er war
nun der
erste
Dozent, den
es je auf
diesem
Gebiet
gegeben hat.
Von 1857 bis
1859 wirkte
Sachs als
Privatdozent
in Prag.
1859 wurde
er zum
physiologischen
Mitarbeiter
der
Forstakademie
in Tharandt
bei Dresden
ernannt.
Zwischen
1860 und
1861 war er
für kurze
Zeit Leiter
der
landwirtschaftlichen
Abteilung
des
Polytechnikums
in Chemnitz.
1861 erhielt
er eine
Dozentur für
Botanik und
Naturgeschichte
an der
Landwirtschaftlichen
Akademie
Bonn-Poppelsdorf.
Ebenfalls
1861
heiratete
Julius Sachs
Johanna
Claudius.
Dieser Ehe
entsprangen
zwei Töchter
(Elisabeth
und Maria)
und ein Sohn
(Richard).
1865
erschien
Sachs’
Handbuch der
Experimentalphysiologie
der Pflanzen,
zwei Jahre
später wurde
er als
Professor
ans
Botanische
Institut der
Universität
Freiburg
berufen.
Ebenfalls
1867 lehnte
er einen Ruf
nach Dorpat
ab. 1868 kam
dann sein
Lehrbuch der
Botanik
heraus. Im
selben Jahr
wurde er als
Nachfolger
Joseph
August
Schenks zum
Professor am
Botanischen
Institut der
Universität
Würzburg
ernannt. In
seiner
Würzburger
Zeit lehnte
Sachs Rufe
nach Jena,
Heidelberg,
Wien und
Berlin ab.
Er wurde
persönlich
geadelt, zum
Hof- und
Geheimrat
ernannt und
erhielt zwei
Ehrendoktortitel
(Bonn,
Bologna).
1869 bis
1879 hatte
er das Amt
eines
Senatsmitglieds
inne,
1871/72 das
des Rektors
der
Universität
Würzburg.
1875
erschien
seine
Geschichte
der Botanik
vom 16.
Jahrhundert
bis 1860,
1882 kamen
seine
Vorlesungen
über
Pflanzenphysiologie
heraus (2.
Aufl. 1887),
1892 und
1893 die
Gesammelten
Abhandlungen
über
Pflanzenphysiologie.
1896
veröffentlichte
Sachs den
letzten
Titel seiner
über 160
Publikationen,
die
Physiologischen
Notizen,
IX:
Phylogenetische
Aphorismen
und Über
innere
Gestaltungsursachen
oder
Automorphosen.
1888 wurde
Julius Sachs
auf Grund
seiner
epochemachenden
Leistungen
der
Bayerische
Maximiliansorden
verliehen.
Seine letzte
Ruhe fand er
auf dem
Städtischen
Friedhof zu
Würzburg.
Der
Botaniker
Sachs
beschäftigte
sich äußerst
gewinnbringend
insbesondere
mit der
Keimungsphysiologie,
der
Wasserkultur
und
Nährsalzversorgung,
dem Einfluß
der
Temperatur,
ferner mit
der
Assimilation,
dem
Stoffumsatz
und der
Stoffwanderung,
mit den
Faktoren
‘hell’ und
‘dunkel’,
dem Wesen
und der
Anordnung
der Zellen,
der
Blütenbildung,
ferner mit
Wurzelstudien
und der
Reizphysiologie
sowie der
Transpiration,
der Anatomie
und der
Phylogenie.
Ihm gelang
der
Nachweis,
daß die
Stärke in
den Pflanzen
in den
grünen
Chlorophyllkörnern
synthetisiert
wird. Ferner
entwickelte
er die
sogenannte
‘Sachssche
Blatthälftenmethode’
sowie ein
Gerät
(‘Sachssches
Auxanometer’)
zur Messung
des
Pflanzenwachstums.
Sachs schuf
eine
Blasenzählmethode
zur
Bestimmung
der
photosynthetischen
Sauerstoffentwicklung,
analysierte
die
geotropischen
Vorgänge der
Pflanzen mit
Hilfe des
Klinostaten
und
untersuchte
die
Krümmungsbewegungen
der
Pflanzen.
Julius
Sachs’
Arbeiten
regten die
botanische
Forschung
überaus
stark an und
schufen die
Grundlage
der modernen
Pflanzenphysiologie.
Lit.: E.
Wunschmann:
Julius von
Sachs, in:
Allg. Dt.
Biogr.,
hrsg. durch
die hist.
Comm. bei d.
Königl. Akad.
d. Wiss.,
LIII,
Leipzig
1907, S.
682–685. –
H. Kniep:
Sachs,
Julius, in:
A. v.
Chroust:
Lebensläufe
aus Franken
2 (1922), S.
372–385. –
Ernst G.
Pringsheim:
Julius
Sachs, der
Begründer
der neueren
Pflanzenphysiologie
1832–1897,
Jena 1932. –
M. Bopp:
Julius von
Sachs, in:
Dict. of
Scient.
Biogr.,
hrsg. von
Charles
Coulston
Gillispie,
XII, New
York 1975,
S. 58–60. –
H. Gimmler
(Hrsg.):
Julius
Sachs,
Würzburger
Botaniker
und
Pflanzenphysiologe
1832–1897.
Katalog zu
einer
Ausstellung,
Würzburg
1982. – H.
Gimmler
(Hrsg.):
Julius Sachs
und die
Pflanzenphysiologie
heute. Fschr.
z. 150. Geb.
d. Würzb.
Botanikers
u.
Pflanzenphysiologen,
Würzburg
1984 (= Ber.
Physik.-Med.
Ges. zu
Würzb.,
Sonderbd.)
Werner E.
Gerabek