Da der Vater
Friedrich
von Sallet,
ein
angesehener
Schriftsteller,
kurz nach
der Geburt
seines
Sohnes
Alfred
Friedrich
Konstantin
31jährig
verstarb,
übernahm die
Mutter
Caroline von
Burgsdorff
allein die
Erziehung,
von 1849 an
unterstützt
von ihrem
zweiten
Mann, dem
Danteforscher
und späteren
Görlitzer
Landtagsabgeordneten
Theodor Paur
aus Neisse.
Schon der
Schüler des
Magdalencums
zu Breslau
und später
des
Gymnasiums
in Görlitz,
wo er 1862
das Abitur
erhielt,
begann neben
Mineralien
und Muscheln
vor allem
Münzen zu
sammeln.
Während
seines
Studiums der
Archäologie
und
Geschichte
in Berlin,
wo A. Böckh
und Th.
Mommsen
seine
wichtigsten
Lehrer
waren,
arbeitete
Sallet
häufig im
dortigen
Münzkabinett.
Dessen
Direktor J.
Friedländer
erkannte
seine große
Begabung und
stellte
Sallet nach
der
Promotion
1865 als
"Hilfsarbeiter"
ein. 1870
wurde er zum
Direktionsassistenten,
1884 zum
Direktor
ernannt.
Wie seinem
Vorgänger
gelang es
von Sallet,
durch kluge
Ankäufe und
vor allem
durch
wissenschaftliche
Publikationen
dem Berliner
Münzkabinett
Weltgeltung
zu
verschaffen.
Dazu trug
die von ihm
auf Anregung
von Th.
Mommsen
gegründete
Zeitschrift
für
Numismatik
(1874-1935)
wesentlich
bei, deren
Herausgeber
und
kritischer
Autor er bis
zu seinem
Tode blieb.
Er sah die
Münzen
vornehmlich
als wichtige
historische
und
philologische
Dokumente
an, die es
entsprechend
auszuwerten
gelte.
Deshalb nahm
er sich
besonders
der bislang
vernachlässigten
Randgebiete
der antiken
Welt an (Beiträge
zur
Geschichte
und
Numismatik
des
Kimmerischen
Bosporus und
des Pontus,
1866; Die
Fürsten von
Palmyra,
1866; Die
Nachfolger
Alexanders
des Großen
in Baktrien
und Indien,
1879, mit
Nachträgen
in der
Zeitschrift
für
Numismatik
bis 1888;
bahnbrechend
für die
römische
Chronologie
Die Daten
der
alexandrinischen
Kaisermünzen,
1870). Nicht
minder zog
ihn die hohe
künstlerische
Gestaltung
der antiken
Münzen in
ihren Bann (Die
Künstlerinschriften
auf
griechischen
Münzen,
1871; Die
Münzen
Caesars mit
seinem Bilde,
1877). Von
hier aus war
der Weg zur
Interpretation
der Münzen
und
Medaillen
des
Mittelalters,
der
Renaissance
und der
neueren Zeit
nicht mehr
weit, wie
andere
Aufsätze
zeigen. Da
Sallet von
Amts wegen
seine eigene
Münzsammlung
auflösen
mußte, trug
er
Miniaturen,
Holzschnitte,
Gemälde,
Inkunabeln,
antike Vasen
und
Bronzestatuetten
zusammen,
besonders
aber Stiche
und
Holzschnitte
der
Dürerzeit (Untersuchungen
über
Albrecht
Dürer,
1874; Die
Medaillen
Albrecht
Dürers,
1875) und
Frühdrucke
der
Schriften
Luthers.
Nicht wenige
seiner
kunstgeschichtlichen
Aufsätze
gehen auf
dieses
Material
zurück.
Ebenso kam
er seinen
engeren
Amtspflichten
nach, nicht
nur durch
die
regelmäßigen
Erwerbsberichte
seines
Museums. Mit
Friedländer
hatte er
schon 1873
eine
Beschreibung
der
Ausstellung
des
Münzkabinetts
verfaßt, die
1877 in
erweiterter
Auflage
erschien und
eine
vorzügliche
Übersicht
über die
antike
Münzprägung
bot. In
einer
Neubearbeitung
von K.
Regling
erschien das
Buch 1909,
in 3.
Auflage
1929. Nach
dem Vorbild
von London
und Paris
wurden
1888/89 die
Inventurbände
Thrakien
und
Makedonien
veröffentlicht,
die die
Berliner
Bestände
weithin
bekannt
machten.
Mehrere
Studien über
die Münz-
und
Medaillengeschichte
Brandenburgs
erschienen
ebenfalls.
Die
Verbundenheit
mit der
Heimat
zeigte sich
in einigen
Beiträgen
zur Münz-
und
Kunstgeschichte
Schlesiens.
Ein Handbuch
Münzen
und
Medaillen
erschien
erst nach
Sallets Tod
1898.
Seine
vielfältigen
Leistungen
wurden unter
anderem
durch die
Ehrenmitgliedschaft
der
Numismatischen
Gesellschaften
zu Berlin,
Amsterdam,
London,
München und
Wien
anerkannt.
Von eher
zurückhaltender
Art, stark
christlich
geprägt und
humorvoll,
verfaßte
Sallet,
dichterisch
und
zeichnerisch
wie sein
Vater
begabt,
gerne
Epigramme
und Gedichte
für seine
Freunde, die
er oft
selbst
illustrierte.
Er erlag,
schon
oftmals
kränkelnd,
einer
Influenza.
Mit ihm
starb das in
Litauen
beheimatete
altadelige
Geschlecht
derer von
Sallet in
der
schlesischen
Linie aus.
Werke:
Vollständige
Bibliographie
von H.
Gaebler,
Journal
Internat.
d'archaeologie
et de
numismatique
(Athen) T,
1898, S.
197-204.
Lit.:
R. Schöne:
Zur
Erinnerung
an A. von
Sallet,
Jahrb. d.
Königl.
Preuß.
Kunstsammlungen
1898, S.
3ff. – Ders.:
Journal
Internat.
d'archaeologie
et de
numismatique
I, 1898, S.
189-196
(beide mit
Porträt). –
H. Gaebler,
Numismat.
Ztschr. 29,
1898, S.
365-370. –
H.
Dannenberg:
Zeitschr. f.
Numismat.
XXI, 1898,
S. 1-4. –
Ders.: Revue
Belge de
Numismatique
1898, S.
203-205. –
A. Solone,
Rivista Ital.
di Numismat.
1898, S.
131-132;
American
Numismat.
Proceed.
1898, S.
13-14;
Allgemeine
Deutsche
Biographie
LIII, 1907,
S. 689-692
(R. Weil).
Bild:
Schöne aaO.
Peter
Robert
Franke