Oda Schaefer
wurde am 21.
Dezember
1900 in
Berlin-Wilmersdorf
als Tochter
des
baltischen
Dichters und
Schriftstellers
Eberhard
Kraus
(1857-1918)
und seiner
aus Riga
gebürtigen
Ehefrau
Alice, geb.
Baertels,
geboren. Die
baltische
Heimat ihrer
Eltern hat
sie nur ein
einziges Mal
gesehen: Es
war im
Sommer und
Herbst 1914,
als sie mit
ihrer Mutter
Riga und
Estland
besuchte und
der
Kriegsausbruch
ihr erst im
November
1914 die
Rückkehr
nach
Deutschland
ermöglichte.
Oda Schaefer
ist in
Königsberg
i. Pr.
aufgewachsen
(1902-1906),
besuchte in
Berlin das
Lyceum, eine
private
Kunstgewerbeschule
und war seit
1926 in
Liegnitz
journalistisch
tätig, wo
ihr Bruder,
der
Schriftsteller
Dr. Wolfgang
Kraus,
Hauptschriftleiter
des
„Liegnitzer
Tageblatts“
war.
Seit ihrer
Jugend schon
schrieb Oda
Schaefer
Gedichte;
ihre ersten
Gedichte und
Novellen
wurden in
schlesischen
Zeitungen
und
Zeitschriften
veröffentlicht.
Im Jahre
1931 kehrte
sie nach
Berlin
zurück, wo
sie für
verschiedene
Zeitungen
gearbeitet
und
Hörspiele
und
Hörfolgen
geschrieben
hat. 1936
veröffentlichte
sie unter
dem Titel
„Stilles
Tagebuch
eines
baltischen
Fräuleins“
das Tagebuch
ihrer
Großmutter
Sally von
Kügelgen
(einer
Nichte des
durch seine
„Erinnerungen
eines Alten
Mannes“
bekannt
gewordenen
Schriftstellers
und Malers
Wilhelm von
Kügelgen).
Der erste
Band ihrer
eigenen
Gedichte,
„Die
Windharfe“,
erschien
1939, der
zweite unter
dem Titel
„Irdisches
Geleit“ im
Jahre 1946.
Es folgten
(1947) zwei
Bändchen:
Kleine Prosa
„Unvergleichliche
Rose“ und
die
Monatsgedichte
„Kranz des
Jahres“. Oda
Schaefer war
in erster
Ehe (seit
1923) mit
dem Zeichner
Professor
Albert
Schaefer-Ast
verheiratet
und führt
seitdem den
Schriftstellernamen
Oda
Schaefer.
Ihr einziger
Sohn, Peter
Schaefer
(1924), ist
seit 1944 in
Rußland
vermißt. In
zweiter Ehe
war sie
(seit 1934)
mit dem
schlesischen
Schriftsteller
Horst lange
verheiratet,
mit dem sie
seit 1945 in
Bayern, erst
in
Mittenwald,
später in
München
lebte, wo
sie auch
heute ihren
Wohnsitz
hat.
Oda Schaefer
ist der
Natur sehr
verbunden,
„den
Elementen
verschwistert“,
wie sie
selbst es
nennt,
besonders
der
Schilflandschaft
der
havelländischen
Seen.
Freiwillig
bindet sie
sich „an die
Erde und
ihre
Gesetze,
indem sie
deren
Schwere
geistig zu
durchdringen
sucht. Viele
ihrer
Gedichte
sind als
Hilfe für
jene
Menschen
gedacht, die
im Geschehen
unserer Tage
keinen Sinn
mehr zu
erkennen
vermögen. In
Essays und
Prosastücken
nimmt sie
Stellung
gegen die
Übel der
Zeit, gegen
Verantwortungslosigkeit
und Neid,
gegen
Verflachung
und
Leichtfertigkeit.
Sie
betrachtet
sich als
echte
Tochter
ihres
Vaters, der
ein
unverbesserlicher
Romantiker
gewesen sei.
In jeder
schweren
Situation
hat sie
sogleich
begonnen,
neu
anzufangen;
sie hat
zweimal,
selber arm,
arme
Künstler
geheiratet
und mit
Freude etwas
aufzubauen
versucht.
Diese
Eigenschaft
erscheint
ihr als
typisch
baltisch:
durch die
Schläge des
Schicksals
standfest zu
werden, ohne
zu
verbittern.
„Vielleicht
ist es das
alte
ritterliche
Erbe dieses
Landes“,
sagt sie im
Blick auf
ihre
baltische
Heimat.
„Das, was
ich
menschlich
geworden
bin, und
das, was ich
künstlerisch
geleistet
habe, ist
aus dieser
Quelle
gespeist
worden.“ Zu
den weiteren
Werken Oda
Schaefers
gehören der
Gedichtband
„Grasmelodie“,
die
Erzählungen
„Die
Kastanienknospe“,
„Und fragst
Du mich, was
mit der
Liebe sei“,
die
Hörspiele
„Das
flandrische
Eisfest“,
„Die Magd
von Brieg“,
„Gösta
Beding“, und
„Die
Libellenbucht“.
Sie gab die
Anthologie
„Unter dem
sapphischen
Mond.
Deutsche
Frauenlyrik
seit 1900“
heraus. Ihre
Lebenserinnerungen
erschienen
unter dem
Titel „Auch
wenn Du
träumst,
gehen die
Uhren“.
Es hat Oda
Schaefer an
Auszeichnungen
für ihr
dichterisches
Werk nicht
gefehlt. Sie
erhielt den
Lyrikpreis
der Akademie
der
Wissenschaften
und der
Dichtung
(Mainz),
eine
Ehrengabe
der Bayer.
Akademie der
Schönen
Künste
(1952),
einen Preis
der Stiftung
zur
Förderung
des
Schrifttums
(1955),
einen
Förderpreis
für
Literatur
der Stadt
München
(1959), eine
Ehrengabe
des
Andreas-Gryphius-Preises
der
Künstlergilde
e.V.,
Esslingen,
die Goldene
Medaille
„München
leuchtet“
und das
Verdienstkreuz
1. Kl. des
Verdienstordens
der
Bundesrepublik
Deutschland.
Oda Schaefer
ist ord.
Mitglied der
Deutschen
Akademie für
Sprache und
Dichtung
(Darmstadt).
Lit.:
Kürschner;
Briefe an
Erik Thomson
(Archiv E.
Th.,
Lüneburg).
F. Lennartz:
Deutsche
Schriftsteller
der
Gegenwart,
Stuttgart
1978.
Erik Thomson
(1985)