Christian
Friedrich
Scherenberg
war Sohn
eines
Kaufmanns
und sollte
denselben
Beruf
ergreifen.
Wegen seiner
Neigung zum
Theater floh
er 1818 von
Stettin nach
Berlin, wo
ihm Pius A.
Wolff,
Schauspieler
und Freund
Goethes,
eine
Anstellung
in einer
Magdeburger
Theatertruppe
verschaffte.
Nach seiner
Heirat
(1821) mußte
er mit
verschiedenen
Tätigkeiten
seinen
Unterhalt
verdienen.
Ostern 1838
verließ er
seine Frau
und ging mit
seinen
Kindern nach
Berlin, um
dort als
Schriftsteller
zu leben.
Im November
1840 wurde
Scherenberg
durch den
Schauspieler
Louis
Schneider,
den späteren
Vorleser
König
Friedrich
Wilhelm IV.
von Preußen
in die
Dichtergesellschaft
„Tunnel über
der Spree“
eingeführt.
In dieser
wurde er mit
dem späteren
Minister
Heinrich
(von)
Friedberg
(über diesen
siehe OGT
1995, S.
157-159)
bekannt, der
ihn
lebenslang
förderte.
Friedberg
sorgte für
Scherenbergs
dichterische
Anerkennung,
indem er
dessen
Gedichte
sammelte und
drucken ließ
(Berlin
1845, 4.,
vermehrte
Auflage
1869). Sie
erwarben
Scherenberg
die
Anerkennung
des
damaligen
Gouverneurs
von Berlin,
Generalfeldmarschall
von Müffling,
und des
Generals von
Nostitz. Das
bewog ihn,
sich dem
Krieg von
1815 als
Thema
zuzuwenden,
und so
entstand das
erste seiner
vaterländischen
Gedichte,
das er am 9.
November
1845 im
„Tunnel“
vorlas. Mit
den nun
folgenden
patriotischen
Dichtungen
wurde
Scherenberg
mit einem
Schlag
berühmt, da
sie der
Geisteshaltung
der
damaligen
Zeit
entgegenkamen
und durch
Vortragskünstler
weithin
bekanntgemacht
wurden. 1845
wurde
Scherenberg
Bibliothekarassistent
und 1850
Unterbibliothekar
im
Kriegsministerium;
1847 hatte
er zum
zweiten Mal
geheiratet.
1854 erhielt
er für drei
Jahre eine
königliche
Pension von
300 Talern.
Auf die
dichterische
Behandlung
der
Schlachten
der
Befreiungskriege
(Ligny,
Waterloo)
folgten
Leuthen
(1852),
Abukir
(1856) und
Hohenfriedberg
(1869); für
das letztere
Werk erhielt
er 1868 vom
Kronprinzen
Friedrich
wiederum
eine
Pension.
In seinen
letzten
Lebensjahren
arbeitete
Scherenberg
an einer
Dichtung
über den
Polarforscher
John
Franklin
(1786-1847),
die er aber
nicht
vollendete.
Durch die
politische
Entwicklung
nach 1860
verloren
Scherenbergs
Dichtungen
ihr
Publikum, so
daß er und
sein Werk
schon zu
Lebzeiten in
Vergessenheit
gerieten.
Lediglich
durch die
feinfühlige
Lebensbeschreibung
Theodor
Fontanes
Christian
Friedrich
Scherenberg
und der
literarische
Verein von
1840 bis
1869
(1885) lebt
sein Name
noch fort.
Lit.:
Allgemeine
deutsche
Biographie,
Bd. 31,
1890, S.
98-99
(Robert
Boxberger).
– Roland
Berbig, in:
Literaturlexikon,
Bd. 10,
1991,
S. 194.
Harro Kieser