Friedrich Schleiermacher
wurde als
Sohn eines
preußischen
Feldpredigers
geboren.
Beide Eltern
entstammen
einem
Pfarrergeschlecht.
Die
religiöse
Grundhaltung,
die liberale
Geistigkeit
der
Reformierten
und das
Preußentum
seines
Vaters
blieben in
ihm stets
erhalten.
Als erstaunlich frühreifer
Knabe
besuchte er
die Schute
in Pleß, und
schon 1783
kam er an
das
Pädagogium
der
Brüdergemeinde
in Niesky.
Hier
entdeckte
er, daß er
wieder ein
„Herrnhuter“
geworden
war, nur von
einer
höheren
Ordnung. Er
las sich,
halb
autodidaktisch,
mit seinen
Freunden
durch die
antike
Dichtung,
die
eigentlich
im
Widerspruch
zur
Gesinnung
der
Brüdergemeinde
stand. 1785
wurde er
nach Barby
in das
Seminar der
Brüdergemeinde
versetzt,
das sich dem
Predigt- und
Schulamt
widmete. Die
enge
religiöse
Schulung
konnte ihn
nicht
befriedigen,
und so
beschaffte
er sich die
neue
Literatur.
Endlich
ertrug er
seine
unwahrhafte
Existenz
nicht mehr
und nahm das
freie
Studium der
Theologie,
Philosophie
und der
alten
Sprachen in
Halle auf.
Nach
bestandenem
Examen
(1790) und
dreijähriger
Hauslehrertätigkeit
beim Grafen
von Dohmen
in
Schlobitten
ging
Schleiermacher
an das
Berliner
Seminar
Gedikes und
wird
zugleich
Erzieher in
einem
Waisenhaus.
1796 erfolgte die zweite
Wende in
seinem
Leben. Als
Prediger an
der Charté
in Berlin
fand er
Eingang in
den Kreis um
Henriette
Herz, 1797
entwickelte
sich
zwischen F.
Schlegel und
Schleiermacher
eine tiefe
produktive
Freundschaft.
Schlegel
regte ihn
zum
Schreiben
an, und 1799
erschien das
Werk, das
seinen Namen
unvergessen
machen
sollte:
„Die Reden
über die
Religion an
die
Gebildeten
unter ihren
Verächtern“.
Das anonyme
Buch hatte
auf die
Jugend große
Wirkung,
selbst Hegel
war
beeindruckt,
doch die
ältere
Generation
warf
Schleiermacher
Pantheismus
vor. Sein
Lebensideal,
die bildende
Ethik,
verkündet er
in den
„Monologen“
(1800).
Seine
Freunde
empfanden
sofort die
Entdeckung
der
Individualität
in der Ethik
als
epochemachend,
und
Schleiermacher
war sich
seiner
prophetischen
Sendung auch
voll bewußt.
Die Kritik
seines
Vorgesetzten
beantwortete
er tapfer in
einem seiner
großen
Briefe, die
für sein
Wesen so
charakteristisch
sind. Doch
die
Versetzung
als
Hofprediger
nach Stolp
in
Ostpommern
blieb nicht
aus. In den
folgenden
und
unglücklichsten
Jahren
seines
Lebens
(Krankheit,
Klima,
Einsamkeit,
Diaspora)
arbeitete er
hart an den
„Grundlinien
einer Kritik
einer
bisherigen
Sittenlehre“.
Hier begann
er auch mit
der
Übersetzung
Platons. Der
erste Band,
dessen
Einleitung
bahnbrechend
für die
Platonforschung
war,
erschien
1804.
Vollendet
wurde die
Übersetzung
1828 mit
dem „Staat“
als letztem
der fünf
Bände. Eine
wiederum
anonyme
Schrift
„Zwei
unvorgreifliche
Gutachten in
Sachen des
protestantischen
Kirchenwesens
zunächst in
Beziehung
auf den
preußischen
Staat“
machte auf
ihn
aufmerksam,
und es
folgte ein
Ruf nach
Halle als
Hofprediger
und
Professor
für
Theologie.
Wegen der
Verwirrungen
des Krieges
übersiedelte
er 1807 nach
Berlin. 1808
heiratete er
Henriette
von Willich,
die 2 Kinder
mit in die
Ehe brachte.
Ruhe,
Gelassenheit
und der
Wille nach
Wirkung in
der Welt
überkamen
ihn jetzt.
Seine
Predigten an
der
Dreifaltigkeitskirche
in Berlin
erfüllten
die Menschen
mit neuem
Mut.
Wesentlich
war er an
der Gründung
der
Universität
Berlin
beteiligt,
und seine
„Gelegentlichen
Gedanken
über
Universitäten
in Deutschem
Sinn“ haben
heute noch
Gültigkeit.
Es folgten
Tätigkeiten
als
Professor
der
Theologie in
Berlin,
Direktor der
Wissenschaftlichen
Deputation
in Berlin,
Mitglied der
Sektion für
den
öffentlichen
Unterricht,
Votum zum
Examen pro
Facultate
decendi –
zum
Abiturientenreglement
und zum
Entwurf
eines
allgemeinen
Lehrplans
für die
höheren
Gelehrten-Schulen
und als
Referent für
das
Seminarwesen
der Kurmark.
Während der
Jahre
1813-1826
hielt er
Vorlesungen
über
Erziehungslehre,
kommentierte
Süverns
„Gesamtinstruktion“
und verfaßte
Werke zur
christlichen
Kindererziehung.
Schleiermacher
war wie
Goethe,
Fichte,
Hegel und
Pestalozzi
zum
Sozialpädagogen
geworden.
Mit den 1819
einsetzenden
„Demagogenverfolgungen“
waren auch
in seine
Kirche
Spione
gekommen. In
einem Brief
an den König
verteidigte
er sich zwar
mit Freimut,
doch litt er
bis zum
Lebensende
an diesen
Verhältnissen.
Am 12.2.1834
stirbt
Schleiermacher.
Sein Ansehen
als
Reformator
der
Theologie
stand fest,
und keine
theologische
Richtung, ob
ablehnend
oder
aufnehmend,
kommt bis
heute an ihm
vorbei.
Hermine
Röttel