Schmidts Vorfahren waren 1785 aus der Kurpfalz in den Batscher
Distrikt zwischen Donau und Theiß eingewandert. Das Gymnasium
absolvierte er in Werbaß, Neusatz und in Szarvas in Transtisien, kam
1895 ins Ofenpester Eötvös-Kollegium, wo die Elite der ungarischen
Geisteswelt erzogen wurde. 1899 promovierte er an der Ofenpester
Universität. Als Gymnasialprofessor wurde er an die Oberrealschule
in Preßburg berufen, setzte jedoch schon im nächsten Jahr seine
germanistischen Studien an verschiedenen deutschen Universitäten
fort. Von 1907 bis 1910 wirkte Schmidt als Professor der
Handelsakademie in Ofenpest, 1911 wurde er an die Klausenburger
Franz-Josephs-Universität berufen, die 1921 nach der Abtrennung
Siebenbürgens nach Segedin verlegt wurde. 1923 wählte ihn die
Ungarische Akademie der Wissenschaften zu ihrem korrespondierenden
Mitglied. Heinrich Schmidt setzte sich zum Lebensziel, die
donauschwäbische Mundartforschung zu begründen. Nebst
sprachwissenschaftlichen Untersuchungen befaßte er sich mit
volkskundlichen Studien. Der Ausgang des Zweiten Weltkrieges hat
seine Pläne zunichte gemacht.
(1977)