Alexander Maria Schnabel
kann wohl
als der
Erfolgreichste
und Tätigste
der letzten
Komponistengeneration
einer im
Baltikum
ansässigen
deutschen
Musik
bezeichnet
werden.
Schon sehr
früh erhielt
er
Klavierunterricht,
und bereits
im Alter von
sieben
Jahren
machte er
seine ersten
Kompositionsversuche.
Nach Studien
bei dem
Rigaer
Klavierpädagogen
und
Komponisten
Alexander
Staeger trat
er 1907 in
die
„Kaiserliche
Musikschule“
ein, die er
mit dem
damals im
russischen
Reich
gebräuchlichen
Titel eines
„Freien
Künstlers“
1914
abschließen
konnte.
Bereits vor
dem Ersten
Weltkrieg
gelangten
Werke
Schnabels
zur
Aufführung,
so im Jahre
1908 seine
„Faustsymphonie“
mit der
Warschauer
Philharmonie
unter G.
Fitelberg.
Nach dem Ersten Weltkrieg,
der seine künstlerische
Tätigkeit
unterbrochen
hatte, war
er
Privatschüler
des
bedeutenden
lettischen
Komponisten
J. Wihtol.
1918 wurde
er
Klavierlehrer
an der
„Hochschule
für Musik“
und
Korrepetitor
an der
„Russischen
Oper“ in
Riga. 1922
erschien als
op. l seine
Klaviersonate
C-Dur, die
ihre
Uraufführung
im selben
Jahr bei der
„Musica
Italiana“ in
Turin
erlebte.
Seine
früheren
Kompositionen
hatte er
nicht in
sein
Werkverzeichnis
aufgenommen
und später
zum Teil
vernichtet.
Schnabel
blieb trotz
seiner
zunehmenden
Erfolge in
Deutschland
in seiner
Heimatstadt.
Namhafte Künstler
führten
seine Werke
auf –
Berlin,
Hamburg,
Dresden und
Breslau
werden als
Uraufführungsorte
genannt –
auch
erschien ein
großer Teil
seiner Werke
in Berlin
und Leipzig
im Druck. In
Riga
entwickelte
Schnabel
eine
vielfältige
Tätigkeit
als
Komponist,
Konzertpianist,
Musiklehrer
und als
Musikschriftsteiler
für Rigaer
und Berliner
Zeitungen.
Auch im
organisatorischen
Bereich war
er tätig. So
leitete er
die
Abonnementskonzerte
im
„Schwarzhäupter“,
war
Mitbegründer
des
„Deutsch-Baltischen
Musiklehrerverbandes“
und im
Vorstand des
„Professionellen
Musikerverbandes“.
Sein
Tanzdrama
„Der
Aufruhr“ op.
30 brachte
1929 die
Lettische
Nationaloper
heraus, die
zwischen den
Kriegen für
ihr Ballett
berühmt war,
da viele
ehemalige
Mitglieder
der St.
Petersburger
Compagnie in
Riga einen
neuen
Wirkungskreis
gefunden
hatten.
Nach der Umsiedlung im
Jahre 1939
wirkte
Schnabel in
Posen. Durch
die
Vernichtung
des
Breitkopf-Archives
in Leipzig
1943 gingen
sein veröffentlichtes
Werk und
zahlreiche
Manuskripte
verloren.
„Von meinen
Manuskripten
konnte ich
bei unserer
überstürzten
Flucht aus
Posen nur
wenige
mitnehmen.
Die Partitur
der
Symphonie,
an der ich
in Posen 5
Jahre
gearbeitet
habe, blieb
dort, der
Klavierauszug
ging auf
tragische
Weise auf
der Flucht
verloren.
Die letztere
Tatsache gab
den
Ausschlag
dafür, daß
ich seither
nicht mehr
schöpferisch
tätig war.
Schnabel, der ab 1947 zunächst
in
Regensburg,
später in
Hamburg mit
einem
Briefmarkenversand
sein Leben
fristete,
war es
versagt
geblieben,
im
Musikleben
des
Nachkriegsdeutschland
Fuß zu
fassen. Der
Verlust der
Heimat,
seines
kompositorischen
Lebenswerkes
und seines
Hauptwerkes
– der in
Posen
entstandenen
Symphonie –
sowie das
Abreißen
aller
vormaligen
Verbindungen
bedeutete
das Ende
eines
reichen
Wirkens.
Alexander
Maria
Schnabel
verstarb
1969 im
Hamburg und
fand seine
letzte
Ruhestätte
in
Oldenburg.
Sein Werkverzeichnis umfaßt
über 40
Opuszahlen
und einige
Werke ohne
Opuszahl,
vorwiegend
zyklische
Kompositionen
nahezu aller
Gattungen,
bis op. 25
vorwiegend
Lieder und
Klaviermusik,
danach mehr
Kammermusik
und
Orchesterwerke.
Schnabels
Werke, die
der
Spätromantik
verpflichtet
sind, weisen
sich durch
Farbenreichtum
impressionistischer
Prägung aus
und zeigen
eine
impulsive
Gestaltungskraft
von
meisterlichem
handwerklichen
Können. 1987
konnte die
Bibliothek
des
Institutes
für
Ostdeutsche
Musik
in Bergisch
Gladbach den
noch
vorhandenen
Teil seines
kompositorischen
Nachlasses
erwerben.
Lit.:
A. M.
Schnabel:
Kurzer
Lebenslauf (Typoskript).
– Riemann
Musik-Lexikon,
Mainz 1961.
– W.
Altmann:
Handbuch für
Klaviertriospieler,
Wolfenbüttel
1934. – H.
Simbriger,
Vom Erbe
deutscher
Musik aus
den
Ostgebieten,
Dülmen 1973.
– H. J.
Moser:
Musiklexikon,
Hamburg
1955. – H.
Scheunchen:
Deutsch-Baltische
Musikgeschichte.
Helmut
Scheunchen