In der
Theatergeschichte
Königsbergs
und Danzigs
nahm
Caroline
Schuch einen
herausragenden
Platz ein,
auch wenn
sie zu
Unrecht in
der
Fachliteratur
kaum erwähnt
wird. Die
vermutlich
aus
Schlesien
stammende
Schauspielerin,
über deren
Jugend
nichts
bekannt ist,
war
wahrscheinlich
eine
geborene
Zarger, in
erster Ehe
mit einem
Steinberg,
in zweiter
mit dem
Schauspieler
Franz Schuch
d. J.
(1741-71)
verheiratet.
Mit ihm
stand sie in
Berlin auf
der Bühne.
1764 trat
er, erst
dreiundzwanzigjährig,
nach dem
Tode seines
Vaters,
Franz Schuch
d.Ä., in
dessen
Rechte,
übernahm das
1755
erteilte
Generalprivileg
für die
preußischen
Länder und
die Leitung
der
Schuch'schen
Schauspielergesellschaft.
Dem robusten
und
wirtschaftlich
tüchtigen
Prinzipal
gelang es in
kurzer Zeit,
die
übernommene
Schauspielgesellschaft
finanziell
wieder in
die Höhe zu
bringen, so
daß ihm das
Verdienst
zukam,
1765/66 in
Berlin einen
Theaterbau
in der
Behrenstraße
zu
errichten,
wo später
das berühmte
Metropol-Theater
stand.
Dieses Haus
teilte er
sich mit
Carl
Theophil
Döbbelin,
Prinzipal
einer
eigenen
Truppe.
Aufführungen
in einem
eigenen
ständigen
Theater
waren s.Z.
eine
Ausnahme.
Schuch
schaffte, da
der Verfall
der Burleske
in jener
Zeit nicht
mehr
aufzuhalten
war, unterstützt
von Döbbelin,
den
Hans-Wurst
ab und löschte
damit die
letzten
Spuren der
Stegreifkomödie
in
Norddeutschland
aus. Von
Berlin aus
unternahm er
wochenlang
auswärtige
Gastspiele,
so z.B. 1765
in Danzig.
Auf diese
Weise kam er
auch nach
Königsberg,
wo er ein
theaterfreudiges
Publikum
vorfand und
große
Einnahmen
verzeichnen
konnte. Da
hier ein
stehendes
Theater
vorhanden
war, blieb
er mit
seiner
Truppe am
Ort und
bespielte
auch
regelmäßig
Danzig.
Dieses
Theater
hatte Konrad
Ernst
Ackermann,
der sich mit
seiner
Wandertruppe
1753 in
Königsberg
aufhielt,
begonnen. Er
erhielt
dafür das
Preußische
Privileg,
den Bauplatz
vom König
geschenkt
und mußte
den Bau mit
eigenen
Mitteln ohne
Subvention
errichten.
Im folgenden
Jahr spielte
er in
Warschau und
Schlesien,
kehrte über
Danzig 1755
zurück und
nahm sein
eigenes
Schauspielhaus
in Betrieb.
Es war das
erste
Privattheater
Deutschlands.
Mit Parkett
und zwei
Rängen faßte
es 800
Sitze. Ende
1756 verließ
er
Königsberg
aus Furcht
vor
Kriegseinwirkungen
(Beginn des
Siebenjährigen
Krieges).
Das in Königsberg
beliebte
Singspiel,
eine heitere
Handlung mit
eingestreuten
Liedern,
entwickelten
Franz und
Caroline
Schuch
weiter und
bezogen auch
das Ballett
mit ein,
welches
jedoch nur
kurze Zeit
zur Blüte
gelangte.
Nach dem
Tode ihres
Mannes
übernahm
Caroline die
Leitung des
Theaters und
der
Schauspieltruppe
(1771-1787),
die in hohem
Ansehen
stand.
Caroline,
die selbst
eine gute
und
geschätzte
Schauspielerin
war, gelang
es,
bedeutende
Schauspieler
für ihre
Truppe zu
gewinnen.
Im Winter
spielte sie
im eigenen
Schauspielhaus
in Königsberg
und im
Herbst meist
in Danzig.
Im Sommer
gab sie
auswärtige
Gastspiele
in den
größeren
Städten
Ostpreußens
und auf
Wunsch des
Herzogs
Peter von
Kurland in
Libau und
Mitau. Außer
gängigen
Stücken von
Shakespeare,
Lessing,
Goethe und
Schiller
spielte sie
französische
Stücke und
pflegte das
Singspiel.
Bekannte
Textdichter
aus
Königsberg
(Ludwig von
Baczko) und
Danzig
(Friedrich
Ernst Jester)
lieferten
ihr die
Übersetzungen
französischer
Stücke und
eigene
Textbücher.
Ihre Kinder
folgten ihr
ins Bühnenfach:
Karl
Steinberg
(1757-1811),
ihr Sohn aus
erster Ehe,
übernahm
nach dem Tod
der Mutter
die
Königsberger
Theaterleitung.
Ihre beiden
Töchter
heirateten
zwei Brüder
Bachmann.
Als das
Theater 1802
einem Brand
zum Opfer
fiel, teilte
sich die
Truppe in
eine ost-
und eine
west
preußische.
Friederike
und ihr Mann
gingen nach
Danzig und
begründeten
die
westpreußische
Schauspielgesellschaft
mit Sitz in
Danzig. Sie
gab auch
auswärtige
Gastspiele.
Mit dieser
Teilung der
Schauspieltruppe
fand die von
Franz und
Caroline
Schuch
gepflegte
Theatergemeinschaft
Königsberg-Danzig
ihr Ende.
Der
musikalisch
begabte Jean
Bachmann
führte in
Preußen die
Mozartopern
ein.
Caroline
Schuch und
ihr Mann
gehörten in
der 2.
Hälfte des
19.
Jahrhunderts
zu den
führenden
Kräften des
deutschen
Theaters,
und
Königsberg
wurde durch
sie zu einer
der
herausgehobenen
deutschen
Theater
Städte.
Lit.:
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Lebensbilder
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Hugo Rasmus