„Der wackere
Pastor
Schultz, der
beste
philosophische
Kopf, den
Ich in
unserer
Gegend
kenne, hat
die Absicht
des
Lehrbegrifs
gut
eingesehen
...“ Mit
dieser
Bemerkung
leitet Kant
in seinem
berühmten
Brief vom
21.2.1772 an
seinen
Schüler
Marcus Herz,
inzwischen
niedergelassener
Arzt in
Berlin,
einige
Reflexionen
ein, die
sich auf die
Rezension
beziehen,
die Johann
Schultz über
Kants
Dissertation
von 1770
verfaßt hat.
So
übersandte
Kant auch am
3. August
1781 ein
Dedikationsexemplar
der Kritik
der reinen
Vernunft an
Schultz mit
den Worten:
„Ew.
HochEhrw.
bewiesen
einmal in
einer
Rezension,
womit sie
meine
Inauguraldissertation
beehreten,
daß Ihre
Scharfsinnigkeit
unter allen,
die über
diese
Schrift
geurteilt
haben, die
Trockenheit
dieser
Materie am
besten
durchdrungen
und meinen
Sinn am
genauesten
zu treffen
gewußt
hatte.“
In der Tat
waren unter
den
ungewöhnlich
wirksamen
Verehrern
der
Kantischen
Philosophie
die
Herausgeber
der
Jenaischen
Allgemeinen
Literatur-Zeitung,
die Jenenser
Professoren
Christian
Gottfried
Schütz und
Gottlieb
Hufeland,
die
geschäftigsten,
Karl
Leonhard
Reinhold in
Weimar und
Jena, der
die „Briefe
über die
Kantische
Philosophie“
für den
Teutschen
Merkur
seines
Schwiegervaters
Christoph
Martin
Wieland
geschrieben
hat, der
beredsamste
und Johann
Schultz, der
Königlich
Preußische
Hofprediger
(seit 1776)
und seit
1787 auch
Professor
der
Mathematik
an der
Albertina,
der
scharfsinnigste.
Schultz war
durch die
Wolffsche
Schule
gründlich
philosophisch
gebildet und
im
abstrakten
Denken
vielfältig
geübt. Eine
enge
Kommunikation
fand
zwischen
Schultz und
Kant vor
allem bei
Gelegenheit
der
verunglückten
Garve-Federschen
Rezension in
den
Göttingischen
Gelehrten
Anzeigen von
1782 statt,
die für Kant
eine
wichtige
Mitveranlassung
für seine „Prolegomena“
von 1783 und
für Schultz
der Anlaß
gewesen war,
trotz der
Prolegomena
von Kant
auch
seinerseits
„Erläuterungen
...“ zu
Kants Kritik
der reinen
Vernunft
(1784)
herauszugeben,
denen später
noch eine
zweibändige
„Prüfung
...“ der
kantischen
Vernunftkritik
folgte (1789
und 1792).
Schultz
wurde
dadurch zu
einem von
Kant selbst
hochgeschätzten
Interpreten
seiner
Kritik der
reinen
Vernunft,
dem er
später auch
zur eigenen
Entlastung
Diskussionen
mit begabten
jungen
Schriftstellern
(wie Johann
Gottlieb
Fichte und
Jacob
Sigismund
Beck), die
sich mit
Erläuterungen
der
kantischen
Philosophie
einen Namen
machen
wollten,
überließ.
Schultz hat
Kant bis
nach dessen
Tod die
Treue
gehalten,
auch seine
nachgelassenen
Schriften,
die heute
als opus
postumum in
der
Akademie-Ausgabe
gedruckt
sind,
durchgesehen,
und zwar zur
Aufbewahrung,
nicht aber
zum Druck
empfohlen.
Aber der
gescheite
Anhänger und
Mitstreiter
Kants in
Sachen der
kritischen
Philosophie
stimmte doch
keineswegs
durchgehend
mit Kant
überein. In
seinen
Rezensionen,
die er über
philosophische
Veröffentlichungen,
die sich mit
Kants
Philosophie
auseinandersetzten,
für die
Jenaische
Allgemeine
Literaturzeitung
verfaßt hat,
gibt er den
Argumenten
von Autoren
wie dem
Jenenser
Professor
Ulrich und
dem
hannoverschen
Staatsbeamten
August
Wilhelm
Rehberg mehr
Gewicht, als
Kant für
gerechtfertigt
hielt. Den
kategorischen
Imperativ
hat er mit
Rehberg
lediglich
als eine
wertvolle
Modifikation
des
Wolffschen
Vollkommenheitsprinzips
einer
konsequenten
Vernünftigkeit
angesehen.
Werke:
Betrachtungen
über den
leeren Raum.
Königsberg
1758. –
Erläuterungen
über des
Herrn
Professor
Kant Critik
der reinen
Vernunft.
Königsberg
1784,2.
Aufl. 1791.
– Prüfung
der
kantischen
Critik der
reinen
Vernunft, 2
Bde.
Königsberg
1789 und 92.
–
Anfangsgründe
der reinen
Mechanik,
die zugleich
die
Anfangsgründe
der reinen
Naturwissenschaft
sind.
Königsberg
1804. –
Darstellung
der
vollkommenen
Evidenz und
Schärfe
seiner
Theorie der
Parallelen.
Königsberg
1786. –
Versuch
einer
genauen
Theorie des
Unendlichen.
Königsberg
1788.
Lit.:
W. Dilthey,
Kants
Auffassung
über Kästner
und sein
Anteil an
einer
Rezension
von Johann
Schultz in
der Jenaer
Lit.-Zeitung,
in: Archiv
für
Geschichte
der
Philosophie,
3 (1890). –
E.G. Schulz,
Rehbergs
Opposition
gegen Kants
Ethik. Eine
Untersuchung
ihrer
Grundlagen,
ihrer
Berücksichtigung
durch Kant
und ihrer
Wirkungen
auf
Reinhold,
Schiller und
Fichte.
Köln, Wien
1975.
Eberhard G.
Schulz