Walter
Schultze war
der Sohn
eines
Gymnasiallehrers.
Er studierte
Geschichte,
Germanistik
und
Philosophie
in Berlin
und in
Halle, wo er
1883 mit
einer Arbeit
zur
Geschichte
der
Klosterreform
im10.
Jahrhundert
den
Doktorgrad
erwarb. Er
trat 1886
als Signator
in den
Dienst der
Universitätsbibliothek
Halle, wurde
schließlich
Oberbibliothekar
und
wechselte
1906 an die
Königliche
Bibliothek
(später
Preußische
Staatsbibliothek)
in Berlin,
wo er 1922
zum
Abteilungsdirektor
ernannt
wurde. 1927
trat er in
den
Ruhestand.
Schultze hat
in der Zeit
des Ersten
Weltkrieges
in der
Staatsbibliothek
eine
Kriegssammlung
aufgebaut.
Schon im
August 1914
ließ er
einen ersten
Aufruf an
verschiedene
Institutionen
verschicken,
in dem die
Zusendung
von
Extrablättern,
Flugblättern,
Bilderbögen,
Liedern,
Plakaten und
Karikaturen
erbeten
wurde. Dazu
kamen
literarische
Erzeugnisse
wie
Schützengraben-,
Armee- und
Gefangenenzeitungen.
Es galt das
Prinzip,
alle nur
erreichbaren
Kriegspublikationen
zu besorgen,
also auch
solche der
gegnerischen
Seite, wobei
zahlreiche
Schwierigkeiten
bei der
Beschaffung
ergaben.
Nach dem
Tode seines
Berliner
Kollegen
Paul
Schwenke
wurde er
1922
Redakteur
des
„Zentralblattes
für
Bibliothekswesen"
(bis 1936),
dem
maßgeblichen
Fachorgan
der
deutschen
Bibliothekare.
Walther
Schultze
verfaßte
eine Reihe
von
historischen
Arbeiten,
darunter
eine
„Deutsche
Geschichte
von der
Urzeit bis
zu den
Karolingern"
(2 Bände,
1894—96),
eine
Untersuchung
über die
Thronkandidatur
der
Hohenzollern
(1902), und
gab die
Reden von R.
von
Beningsen (2
Bände,
1912-22) und
Johannes von
Miquel (4
Bände,
1911-14)
heraus.
Schultze war
ein
begeisterter
Bergsteiger,
was ihn dazu
brachte,
alpinistische
Literatur zu
sammeln und
über Themen
aus diesem
Gebiet zu
schreiben.
Lit.:
Deutsche
Staatsbibliothek
1661-1961.
II:
Bibliographie.
Leipzig
(1961), S.
53 und 83. –
Losch, Ph.:
Walther
Schultze +,
in:
Zentralblatt
für
Bibliothekswesen
(Leipzig) 56
(1939), S.
409-414. –
Habermehl,
A., R.
Klemmt, F.
Siefkes:
Lexikon
deutscher
wissenschaftlicher
Bibliothekare
1925-1980.
Frankfurt a.
M. (1985),
S. 317.
Harro Kieser