Um das Verständnis des
slawischen
Menschen
bemüht sich
der aus dem
oberschlesischen
Grenzland
stammende,
1916
geborene
Wolfgang
Schwarz,
allerdings
mit sehr
popularphilosophischen
und
weitschweifigen
(bis ins
Gedankengut
eines
Radhakrishnan
reichenden)
Intentionen.
Östliche
Wesenseinheit
soll unter
dem
Vorzeichen
des „Stirb
und Werde!“
eines
Firdusi-Goethe
begriffen
und (etwa in
der Art der
„Per aspera
ad
astra“-Hoffnung
des Robert
Hohlbaum und
Emil Hadina)
zeitgeschichtlichen
Auslegungen
nutzbar
gemacht
werden. Sein
bereits in
der NS-Zeit
begonnenes
Ost-Engagement
intensivierte
Schwarz
infolge
seiner
Rußlanderlebnisse
im Kriege
und während
der
Gefangenschaft.
Umfassende
Schilderungen
(als Führer
einer
deutschen
Kosakentruppe
war er zum
Tode
verurteilt
worden) gab
er in den
Romanen „Des
Ostwinds
eisiger
Psalm“
(1955),
„Kreuzweg
der
Karawanen“
(1963) und
im
Schauspiel „Lubljanka-Ballade“
(1956). Ein
zweites
Schauspiel,
„Der arme
Odysseus“
(1959),
behandelt
das
tragische
Ende eines
in seine
Heimat
zurückkehrenden
Russen. Die
Erzählung
„Die
unsichtbare
Brücke“
(1958)
gemahnt
allegorisch
an die
Völkerverständigung.
Zudem gab
Schwarz neue
russische
Lyrik („Die
zerbrochene
Leier des
Ostens“,
1956) und
Briefe
russischer
Menschen
(„Dies Land
ist weit“,
1959)
heraus. Die
Beispiele
deutsch-russischer
Versöhnung
fügen sich
in den
Glauben ein,
„daß es
trotz allem
sinnvoll
war, trotz
der
Katastrophe
und der
nunmehr
undurchschaubaren
Zukunft ein
Akt
vorausdenkenden
Geistes,
jenen
Einklang zu
schaffen,
der zwischen
den
Deutschen
und Russen
untergründig
besteht“.
Aus Tarnowitz stammend,
wurde
Wolfgang
Schwarz in
Oberschlesien
zu den
„bekanntesten
Lyrikern des
neuen
Deutschland“
gezählt;
jetzt wird
er in die
„erste Reihe
der
deutschen
Dichter der
Gegenwart“
gestellt.
Nach Studium
der
Germanistik
und
Philosophie
in Berlin,
München,
Neapel und
Breslau war
er Dramaturg
beim
Schlesischen
Rundfunk.
Aus
neunjähriger
Gefangenschaft
zurückgekehrt,
wurde er in
Landau/Pfalz
(als Lehrer
an der
Pädagogischen
Akademie)
ansässig. Er
ist rege in
ostdeutschen
Kreisen
tätig.
Arno Lubos (1974)
Quelle:
Arno Lubos:
Geschichte
der
Literatur
Schlesiens,
III. Band,
Bergstadtverl.
Wilh. Gottl.
Korn,
München
(jetzt
Sigmaringen)
1974, S.
371-373,
gekürzt.
Das Bild dieses
vielseitigen
Schriftstellers
(10
Theaterstücke,
30 Bücher:
Romane,
Erzählungen,
Gedichte,
Hörspiele)
wäre
unvollständig,
verwiese man
nicht auf
seine
Verdienste
um die
Pflege
ostdeutscher
Kultur.
Schwarz war
1953-1962
Kulturreferent
des Bundes
der
Vertriebenen
in Landau,
1962-1968
Mitglied des
Kulturkreises
der
Oberschlesischen
Landsmannschaft,
1968-1978
Redaktionsmitglied
in der
Kulturpolitischen
Korrespondenz
des
Ostdeutschen
Kulturrates.
Auch ist er
Mitglied des
Mitteldeutschen
Kulturrates
und des
Kulturwerkes
Schlesien.
Seit 1976
ist er
wiederholt
gewählter
Vorsitzender
der
Fachgruppe
Schrifttum
der
Künstlergilde
Esslingen
(Neckar) und
seit 1972
Mitglied des
Arbeitskreises
für die
Kultur der
Vertriebenen
in der
Hauptgeschäftsstelle
der SPD
Bonn. Er ist
ferner
Mitarbeiter
des Hauses
des
deutschen
Ostens und
Mitbegründer
des Theaters
„Die blaue
Maus“, einer
Bühne, die
sich
besonders
der Pflege
des
Kulturgutes
des
deutschen
Ostens
annahm.
Er arbeitet z. Z. an einer
Romantrilogie
über
Breslau.
Schwarz
wurde mit
folgenden
Literaturpreisen
geehrt:
Oberschlesischer
Literaturpreis
(zus. mit
Martin
Raschke)
1944;
Schillerpreis
1953,
Goethering
1954,
Friedlandpreis
der
Heimkehrer
1960,
Pfalzpreis
für
Literatur,
Ehrengabe
des
Thomas-Mann-Preises
1961,
Rompreis
(Stipendium
für Villa
Massimo)
1962,
Ehrengabe
des
Andreas-Gryphius-Preises
1963,
Erzählerpreis
des
Ostdeutschen
Kulturrates
1966,
Hermann-Sinsheimer-Preis
für
Literatur
und
Publizistik
1983.
E. E. Keil
(1986)