Aus
dem deutschen Geschlecht der Tschermak von Seysenegg aus Mähren sind
mehrere bedeutende Naturwissenschaftler hervorgegangen, u. a. der
Physiologe Armin (1870-1952) und der Botaniker Erich (1871-1962),
beide Söhne des Mineralogen Gustav Tschermak v. Seysenegg, der aus
Littau bei Olmütz stammte und als einer der Begründer der
neuzeitlichen Mineralogie galt. Bekannt wurde er durch seine
Untersuchungen über die Systematik wichtiger Mineralgruppen,
insbesondere der Feldspate. Weitere Forschungsgebiete waren die
Meteorite und die Zwillingsbildungen in der Gesteinskunde. Als
Professor an der Wiener Universität gewann er bedeutenden Einfluß
auf die nachfolgende Gelehrtengeneration. Zu seinen publizistischen
Leistungen zählen die 1871 erfolgte Gründung der Zeitschrift
„Mineralogische (ab 1878: und petrographische) Mitteilungen“, das
grundlegende „Lehrbuch der Mineralogie“, 1883, mehrere Auflagen,
1923 neubearbeitet von F. Becke, der 1928 eine Würdigung des
Wissenschaftlers in der genannten Zeitschrift veröffentlichte.
(1977)