Das
Unglücklichsein
über den
Verlust der
Heimat wird
nicht
zuletzt mit
dazu
beigetragen
haben, dass
Walter
Stanietz
nach 1945
mit keinem
größeren
Werk mehr so
hervorgetreten
ist, wie man
es seinen
bisherigen
Erfolgen
gemäß von
ihm
erwartete.
Das schon
über tausend
Seiten
umfassende
Romanmanuskript
Einsam
geht die
Straße,
worin sich
schlesisches
Schicksal
von den
zwanziger
Jahren bis
zum
Kriegsende
widerspiegelte,
legte er
kritisch
beiseite.
Mit
Oberschlesien,
dem Land
seiner
Kindheit, wo
er am 31.
August 1907
in der
aufstrebenden
Industriestadt
Kattowitz
geboren
wurde,
fühlte er
sich auch
dann noch
verbunden,
als die
Eltern
während
seiner
Schulzeit
nach
Landeshut in
Niederschlesien
umgezogen
waren. Dem
immer
unruhigen
Walter
Stanietz
behagte der
nicht gerade
vom Erfolg
begleitete
Gymnasialbesuch
dort ebenso
wenig, wie
die auf
Veranlassung
des Vaters
aufgenommene
kaufmännische
Tätigkeit in
Glogau.
Manche
Begegnungen,
wie die mit
dem
Grüssauer
Benediktinerprior
Prof. Dr.
Justinus,
mit Gerhart
Hauptmann,
Eindrücke
einer
Wanderbühne
und seine
Fahrten nach
Italien
mögen für
seinen
weiteren
Werdegang
bestimmend
gewesen
sein. Durch
die gute
Aufnahme
seines
ersten
dramatischen
Versuchs
Die Grunderts,
welche 1935
in Bochum
uraufgeführt
wurden und
die Annahme
des Dramas
an 28
weiteren
Bühnen,
wurde ihm
seine
Berufung
bewusst und
so ließ sein
nächstes
Bühnenwerk,
Der
Bauernkanzler,
welches
Geschehnisse
des
Bauernkrieges
zum Thema
hat, nicht
lange auf
sich warten.
Im Jahre
1936 wurde
es zu
gleicher
Zeit an den
Bühnen
in Münster,
Königsberg
und Breslau
uraufgeführt.
Anfangs in
Prerow an
der Ostsee
wohnend und
dann in
Berlin sich
aufhaltend,
kehrte
Walter
Stanietz
heim nach
Schlesien,
wo er in
einem
eigenen Haus
in
Steinseiffen
in der Nähe
von
Krummhübel
im
Riesengebirge
die für sein
Schaffen
maßgebliche
Bleibe fand.
Hier schrieb
er nun die
Kindertragödie
Das Kind
Gustel,
das
Schauspiel
Der Weg
der Marie
Tschenscher,
welches 1936
am Alten
Theater in
Leipzig zur
Uraufführung
kam und
Aufführungen
an über 30
Bühnen
erleben
sollte, wie
z.B. die am
Hamburger
Staatstheater.
Sein Drama
Die
Mutter
wurde 1938
in Mannheim
uraufgeführt
und ging
über 90
Bühnen.
Nicht
zuletzt kam
es auch zur
Aufführung
in
französischer
Sprache in
Paris. Die
Gestalt der
„Mutter“
wurde damals
von nahezu
allen
namhaften
deutschen
Schauspielerinnen
verkörpert.
Selbst das
weniger
bekannt
gewordene
Schauspiel
Johann
Hesse
wurde an
zwanzig
Theatern
aufgeführt.
Sein erstes
Prosawerk
legte
Stanietz mit
dem 1940 bei
S. Fischer
erschienenen
Bauernroman
Das
Tägliche
Brot
vor, der auf
Erlebnisse
des Dichters
im
schlesischen
Bauernhof
seiner
Großmutter
zurückzuführen
ist und in
seiner
Gesamtauflage
eine halbe
Million
erreichte.
Prof. Nadler
bezeichnete
diesen Roman
als „das
klassische
Buch der
bäuerlichen
Arbeit“.
Er kam auch
als
Sonderausgabe
bei der
Deutschen-Buch-Gemeinschaft
heraus und
es erfolgten
Übersetzungen
ins
Russische
und
Holländische.
Kurz danach
erscheinen
im
Schlesien-Verlag
Erzählungen
unter dem
Titel Der
grausame
Berg, wo
außer der
Titelgeschichte
die
Erzählungen
Der
Christ in
den Bergen
und Die
Brüder und
die Magd
vorzufinden
sind.
Als
Dramatiker
erlebte
Stanietz mit
der 1941
geschriebenen
Ballade
am Strom,
welche als
Schauspiel
mit dem
Titel
Katrin
eine
Inszenierung
durch
Heinrich
George
erfuhr und
1943 am
Schiller-Theater
in Berlin
uraufgeführt
wurde, einen
beachtlichen
Erfolg.
Außer
Heinrich
George
wirkten die
bekannten
Schauspieler
Berta Drews,
Horst Caspar
und Ernst
Schröder
mit. Das
Werk dürfte
auch die
Verleihung
des
Oberschlesischen
Kulturpreises
mit bewirkt
haben.
Nach dem
Krieg blieb
Walter
Stanietz
zunächst in
dem
inzwischen
von den
Polen
besetzten
Schlesien,
wo ihn die
Polnische
Miliz eines
Tages
einsperrte.
Auf die
Fürsprache
von Gerhart
Hauptmann
hin, der
seinen
literarischen
Werdegang
mit großer
Aufgeschlossenheit
verfolgte
und sich oft
genug zu
seinem Werk
lobend
äußerte,
wurde er aus
dem
Gefängnis
entlassen.
Nach dem
Tode seines
großen
Vorbilds war
der Dichter
einer der
Mitfahrenden
des
Gerhart-Hauptmann-Sonderzuges
nach
Dresden.
Stanietz
gelangte
schließlich
in den
abgelegenen
Ort
Kritzenast
im
Bayerischen
Wald. Für
sein Drama
Die
Brüder,
welches er
1943 noch
daheim
geschrieben
hatte, wurde
er 1954 mit
dem
Adalbert-Stifter-Preis
ausgezeichnet,
doch kam es
nicht zu
einer
Aufführung.
In der 1959
erschienenen
Anthologie
Zauber
Schlesiens –
Schlesische
Meistererzählungen
wurde seine
eindringliche
Erzählung
Der grausame
Berg
noch einmal
veröffentlicht.
In seinem
letzten
Lebensabschnitt
beschäftigte
Stanietz,
womöglich
bedingt
durch jenes
„schlesische
Getuppeltsein“,
besonders
ein gewisses
Zu-Ende-Denken,
was im
Diesseitigen
schon das
Jenseitige
in Betracht
zieht. Nicht
zuletzt
vielleicht
auch durch
seine
Verbindung
mit dem
indischen
Philosophen
Yogannanda.
Sein
Schaffen
kreiste in
Meditationen,
Aufsätzen
und
Erzählungen
um letzte
Fragen des
Seins. Das
fand nach
seinem Tod,
er starb am
13. Mai 1965
an einem
Herzinfarkt
in
Kritzenast,
in seinem
letzten von
ihm
erschienenen
Buch Vom
Paradies des
Menschen
beredten
Ausdruck. Im
Hinblick auf
sein
beachtliches
Werk sollten
vor allem
die
Schlesier
dieses
Dichters
gedenken,
dem in der
schlesischen
Literaturgeschichte
ein
entsprechender
Platz
zukommt.
Bild:
Privatarchiv
des Autors.
Konrad
Werner