Als
einstigen
„Kochlehrling,
der den
Quirl
zurückließ
und selber
zum Quirl
wurde“, hat
der Berliner
Bühnen-,
Film- und
Fernsehautor
Curth Flatow
den
Schauspieler
Georg
Thomalla
bezeichnet,
als diesem
1977 der vom
Land
Nordrhein-Westfalen
gestiftete
Oberschlesische
Kulturpreis
verliehen
wurde.
Andere
nannten ihn
neben Heinz
Rühmann
einen
„Klassiker
der
Komödianten“
oder „die
oberschlesische
Spielart des
Eulenspiegels“.
Das Kennwort
vom „Komiker
aus
Kattowitz“
mag zwar
nicht
weniger
treffend
sein, es
beschreibt
nicht den
ganzen
Menschen,
hinter
dessen
Heiterkeit,
die er
verbreitet,
sich so
etwas wie
philosophischer
Ernst
verbirgt.
Georg
Thomalla
wurde am 14.
Februar 1915
in Kattowitz
als Sohn
eines
Justizinspektors
geboren,
wuchs, da
seine Eltern
früh
gestorben
waren, in
einem
Waisenhaus
auf und
durchlief
zunächst
eine Lehre
als Koch mit
abschließender
Gesellenprüfung.
Durch seinen
Bruder,
einen
Operettentenor,
kam er
jedoch bald
zum Theater.
Von 1932 an
spielte er
an
zahlreichen
Plätzen
zwischen
Hamburg und
Memel, bis
er sich in
Berlin
zunächst am
„Theater am
Nollendorfplatz“
und dann
bald auch an
anderen
Berliner
Bühnen einen
Namen zu
machen
begann. Dann
unterbrach
der Zweite
Weltkrieg,
an dem er
als
Gefreiter
der
Luftwaffe
teilnahm,
zunächst
seine
Laufbahn.
Aber noch
während des
Krieges
holte man
ihn auf
Betreiben
von Heinz
Hilpert nun
auch zum
Film. Aus
dieser Zeit
sind vor
allem die
Filme „Wir
machen
Musik“,
1942, mit
Ilse Werner
und „Der
große
Preis“,
1944, in der
Erinnerung
geblieben.
Von den rund
150 Filmen,
die Georg
Thomalla
bisher
drehte,
waren allein
15 noch
während des
Krieges
entstanden,
darunter
auch „Sag
die
Wahrheit“,
1945/46, mit
Sonja
Ziemann, der
zwar noch in
Prag
begonnen,
aber dort
nicht mehr
beendet
werden
konnte.
Nach dem
Kriege waren
ab 1947 die
„Komödie“
und Willi
Schaeffers'
„Kabarett
der Komiker“
in Berlin
die Stätten
seiner
Erfolge, die
sich nun
bald, später
vor allem
nach
Österreich
und in die
Schweiz
verbreiteten.
Daß er nur
selten eine
dramatische
Rolle bekam,
wie etwa in
dem
Käutner-Film
„Himmel ohne
Sterne“,
1955, nimmt
er gelassen
hin,
andererseits
mag er
solche
Bühnen-,
Film- und
Fernsehpartner
nicht, die
sich zu
schade sind,
das Publikum
zum Lachen
zu bringen.
Er liebt
fröhliche
Menschen und
gute Rollen
gleichermaßen.
Bei der
Uraufführung
von „Himmel
ohne
Sterne“, der
eine
deutsche
Liebesgeschichte
zwischen Ost
und West zum
Inhalt hat,
reagierte
die Kritik
mit
besonderer
Aufmerksamkeit.
Thomalla
spielte hier
die Rolle
eines
Berliner
Lastwagenfahrers,
und hier
wurde
vielleicht
auch zum
erstenmal
deutlich,
daß er nicht
nur ein
Komiker,
sondern mehr
noch ein
ungewöhnlicher
Charakterschauspieler
ist. Man
nannte ihn
den
„deutschen
Chaplin“ und
„eine Art
Buster
Keaton“.
Georg
Thomalla,
dem neben
der
beständigen
Zuneigung
seines
Publikums,
das in ihm
fast so
etwas wie
einen
Volksschauspieler
sehen
möchte, eine
besondere
Anerkennung
durch die
Verleihung
des Goldenen
Bildschirms,
1972, in
Berlin
zuteil
wurde, lebt
ständig
wechselnd in
dem Dreieck
zwischen
Berlin,
München und
Badgastein.
Dort, im
südlichen
Salzburg,
führt seine
Frau Margit
Mayrl seit
1957 ein
Hotel, das
für ihn mehr
als ein
gelegentliches
Refugium
ist. Hier
hütet und
ergänzt er
seine
Sammlung von
Ikonen und
alten
Münzen, hier
vergräbt er
sich in
seine
Bibliothek,
wenn die
Medien,
denen er
sich
verschrieben
hat, ihm
Zeit dazu
lassen.
Lit.:
Gurt Riess:
Das gab's
nur einmal,
Hamburg
1956, und:
Das gibt's
nur einmal,
Hamburg
1958.
Ferner:
Munzinger-Archiv,
Internationales
Biographisches
Archiv,
Konstanz,
25. 5.1974,
Lfg. 21/74.
Heinz Rudolf
Fritsche
(1985)